CORRODED - State Of Disgrace

VÖ: bereits erschienen
(Ninetone Records)
Homepage:
www.facebook.com/corrodedsweden
CORRODED kommen aus Schweden. Ob es sich tatsächlich um den beliebtesten Newcomer aus Wasa-Land handelt, darüber lässt sich - wie über so vieles - königlich streiten. Fakt ist: Die Jungs können was! Soviel steht nach der ziemlich kunterbunt durch's Boxengehäuse rauschenden Mischung aus 80er/90er, manch orientalisch anmutender Passage, z. B. Track fünf „Uncommon Sense“, Geigen („Beautiful Revolution“) und modernen Rockeinflüssen fest. Ob der von melancholischen Klängen eingeleitete Opener „Let them Hate as Long as they Fear“ (Puh, was für ein Bandwurm von Titel!) oder die Stampfbeatnummer „More Than You Can Chew“, der kraftvolle zum Teil verschluckt in die Tiefe gehende, zur Auflockerung dann wieder ziemlich helle, reichlich hohe Gesang erinnert an VOLBEAT, desöfteren auch das Riffing, regelmäßig wiederkehrende 90er-Einflüsse in Richtung rockiger PANTERA, späterer METALLICA und ihrer bekannteren Landsleute MUSTASCH oder einige Anleihen mit starker Tendenz in die BLACK LABEL SOCIETY-Ecke heraus zuhören, dann wieder klassische Oldshoolpassagen. Soviele 70er-Einflüsse wie im Infoblatt beschrieben werden kaum verarbeitet, und wenn, dann sind auf jeden Fall THIN LIZZY vertreten. Irgendwo dazwischen pendelt die Musik der Schweden. State of Disgrace ist ein Grenzgänger zwischen stilprägenden Rockdekaden. Zwar mag die Schwedentruppe in ihrer Heimat recht bekannt sein, hierzulande wird sie zunächst kaum jemandem ein müdes Lächeln abringen, was sich vielleicht schon bald ändern könnte. Tolle Melodiebrücken lockern das Geschehen von Zeit zu Zeit auf. Wer sich selbst von den Qualitäten der Band im Vorprogramm der australischen AC/DC-Hopefuls AIRBOURNE überzeugen will, sollte sich den ab Mitte März auf Deutschlandtour befindlichen Fünfer live on Stage auf keinen Fall entgehen lassen. Bewertungstechnisch liegt das Album locker im grünen Bereich, da es diverse Rockepochen der letzten vier Jahrzehnte vereint, leider oft etwas zu „modern“ klingt, wobei sich diverse wenn auch technisch ungemein elegant gespielte Passagen im Regelfall gleichen, wodurch sich das Album zum Ende noch ein wenig abnutzt. 7,5 von 10 für ein passables Silberdeckelchen. Anspieltipps: das spritzige „More Than You can Chew“, „Believe in Me“ und der wunderschöne Albumübertrack „Beautiful Revolution“.

