DARK FOREST - The Awakening

VÖ: 28.02.2014
(Cruz Del Sur Music)
Homepage:
www.facebook.com/Darkforestuk
Sehnsüchtig habe ich auf dieses Stück Vinyl gewartet. DARK FOREST gehören immer noch nach zu jener Sorte rarer Insidertipps, deren Spektrum weitab jeglicher Pseudorocktrends liegend eimerweise hochkarätigen Heavy Metal serviert, dessen lyrischer Themeninhalt in Bereichen der Mythologie, Folklore, Geschichte und auch im Patriotismus („Sons of England“) gräbt. Erfreulich, das The Awakening die Stärken der beiden Vorgängerscheiben in sich vereint. Folkig fließende Melodien, schwere Riffs stehen im Wechsel zu leidenschaftlicher Elegie, Charisma und in heroischer Struktur pendelndem Hochton-Klargesang zieren kunstvoll ein klassisches Heavy Metalscheibchen, dessen Flair im Taufbecken der N.W.O.B.H.M. schwimmt. Stilprägend für die Mannschaft um Saitenhexer Christian Horton sind Einflüsse von IRON MAIDEN oder TOKYO BLADE, denen zusätzlich ein Touch alter Schwedenstahlkunst Marke HEAVY LOAD (man achte nur mal auf das cremige Leadgitarrenspiel!) beigefügt wurde. DARK FOREST haben sich weiterentwickelt, das ist The Awakening deutlich anzuhören. Der Neuntracker besticht durch kraftvolle Heavyness filigrane, Melodien und jederzeit eingängige Hymnenstrukturen deren Inhalt sich getragen vom emotionellen Klargesang sowie dem Credo antiker Folkmelodie verbindet. Gefühlvolle Leadsoli, catchy Gesang-Refrains und kernige Riffs gibt’s auf dem dritten DARK-FOREST-Output natürlich ebenfalls. Bass und Schlagzeug agieren sehr Mannschafts dienlich immer schön satt groovend im Takt. Galoppierende Gitarrenparts fügen sich nahtlos ins Bild. Anhänger klassisch englischer Schwermetallschule wissen, was Fakt ist und werden sich von elegisch vorgetragener Melodicmetalfeinkost der Güteklasse „Sacred Signs“, „Rise Like Lions“, „Secret Commonwealth“ sowie der zum Schluß noch einmal richtig fesselnd vor Melodie und Emotion fast schon überquellenden „Sons of England“ anstecken lassen. Ganz in der Tradition zweier überzeugend gelungener Vorgängeralben reiht sich „The Awakening“ nahtlos ins bisherige Schaffen des Inselfünfers ein.
Anspieltipps: „Sacred Signs“, „Rise Like Lions“, „Secret Commonwealth“ und „Sons of England“. 8,5 von 10 Punkten sind verdienter Lohn dafür, das die Briten ihr Level zwar nicht weiter bis ganz nach oben ausgebaut haben, (etwas mehr Ideenreichtum wäre dazu bei aller kompositorischen Klasse wünschenswert gewesen), aber ihren bisherigen Standard ohne etwaige Einbußen bestätigen.

