AXXIS – Kingdom Of The Night II – Black & White Edition


(Phonotraxx/Soulfood)
VÖ: 28.02.14
Genre:
Melodic Metal /Hardrock
Homepage:
AXXIS
AXXIS gehören zu der Sorte der Bands, die man entweder mag oder eben nicht. Als am 28.02.1989 ihr Debüt „Kingdom Of The Night“ veröffentlicht wurde, war ich sofort ein Fan der deutschen Melodic Metaller. Schon immer etwas eigen, passten sie oftmals ihre Sounds den jeweiligen Trends an, der sie in 1995 auf „Matter Of Survival“ sogar Grunge-lastig werden ließ. Sei’s drum, seit einigen Jahren folgen die Mannen mit Homebase Lünen wieder ihrem ursprünglich eingeschlagenen Weg und veröffentlichen jetzt nach fünf Jahren VÖ-Pause ihr 12. Studioalbum („ReDISCOvered“ mal außen vor gelassen) und das genau an dem Tag, an dem ihr Debüt für die Plattenteller dieser Welt frei gegeben wurde. Kommen wir jetzt zum eigentlich vorliegenden Album „Kingdom Of The Night II”. Dieses wurde nicht etwa neu eingespielt, wie es andere Bands in der nahen Vergangenheit getan haben. Nein, AXXIS haben sich „nur“ dem Songwriting von damals angenommen und daraus zwei Alben im Stile des Originals erschaffen, was dann in der „Black Edition“ elf härtere und in der „White Edition“ elf ruhigere Versionen hervorbrachte.
„Black Edition“:
Die meisten der Songs könnten auf dem Originalalbum stehen, allen vorab die einzige Neueinspielung der Origianlversion „Kingdom Of The Night II“. Spritzig und metallischer denn je - klasse Interpretation. Hier schon zeigt der Bandbenjamin Marco Wriedt, was er an der Gitarre drauf hat. „Venom“, „Beyond The Day“ oder „Never Again“ und sind ebensolche herausstechende Uptempo Kracher. Das alles klingt hier wie eine Zeitreise, wobei man sich kompositorisch nicht auf das Ursprungsalbum limitiert, sondern einige der später entstandenen musikalischen Erweiterungen geschickt mit einfließen lässt. Hier fällt mir auf, wie ich das von dem 5er vermisst habe. Bei den wenigen im Midtempo angesiedelten Stücken rockt „The War“ am eingängigsten und wenn wir schon beim Rocken sind, sollte das R’R lastige „Soulfire“ durchaus auch Erwähnung finden. Durch den in Deutsch gesungenen Text zunächst gewöhnungsbedürftig, aber durch seine treibenden Beats für mich einer der hier besten Tracks ist „Lass dich gehen“. Eine Besonderheit stellt „Mary Married A Monster“ dar, da dieser Song sowohl als Stampfer hier und auf dem weißen Album mit pop/rockigen Attitüden platziert wurde.
Unterm Strich für mich das bessere von beiden Alben, was aber bekanntlich Geschmackssache ist.
Punkte: 8/10
„White Edition“:
Der eingängige Opener „Hall Of Fame“ ist wohl die härteste Nummer auf dem weißen Album und spiegelt die ruhigeren Midtempo orientierten Klänge von AXXIS am besten wieder. „Living In A Dream“ ist musikalisch an das Original angelehnt, aber umgetextet sowie umarrangiert. Hier gefällt mir die Originalversion doch besser, obwohl der Song zu den nachhaltig einprägsamten des weißen Albums gehört. Mit „Heaven In Paradise“ schleicht sich die erste für mich verzichtbare Pop/Rock Nummer ein, die mit dem gleichnamigen früheren Song aber nichts zu tun hat. Stark hingegen die emotionale Ballade „21 Crosses“, welche inhaltlich das Unglück der Love Parade 2011 aufgreift. Ebenfalls interessant gestaltet sind die folkrockigen Freudenspender „Dance Into Life“ und „We Are The World“. Zusammengefasst ist die „White Edition“ sicherlich ein gefundenes Fressen für AXXIS Fans, die deren ruhigere Seite bevorzugen.
Punkte: 7/10
Gut, dass es beide Alben als einzelne Versionen gibt. So kann der Fan entscheiden, was ihm am ehesten liegt. Auf jeden Fall sind beide Scheiben aber ein schönes musikalischen Geschenk zum 25. Bandjubiläum an die treue Fanschar. Abschließend muss ich noch ein Lob an die hinsichtlich der satten und klar definierten Produktion beider Alben loswerden. Hier haben Toto & Harry, ähm Bernhard Weiß (voc.) und Harry Oellers (key.) wirklich alles richtig gemacht.

