SONATA ARCTICA – Pariah’s Child

(Nuclear Blast/Warner)
VÖ: 28.03.14
Genre:
Melodic Power Metal
Homepage:
SONATA ARCTICA
Seit ihrer Gründung 1999 bis ins Jahr 2004 veröffentlichten SONATA ARCTICA vier Alben, welche das Herz eines jeden Melodic Power Metal Fans höher schlugen ließ. Treffenderweise beendete das finnische Quintett diese Ära mit der Compilation „The End Of This Chapter“ 2005 und brachte durch eine experimentellere musikalische Ausrichtung ihre bis dahin gewonnene Fanschar mit Alben wie „Unia“ (2007) und „The Days Of Grays“ (2009) fast zur Verzweiflung. 2012 dann eine Art von Rückbesinnung und Kurskorrektur mit „Stones Grow her Name“, was bei den Fans für ein Aufatmen sorgte. Jetzt folgt mit „Pariah’s Child“ Studioalbum Nummer acht und auch dieses wird dem geneigten Sympathisant wieder einige Fragezeichen auf die Stirn zaubern. Geblieben sind Tony Kakko’s markante Vocals, welche die oft gelungenen Spannungsbögen in den neuen Songs wie eh und je deutlich bestimmen. Musikalisch versucht man über die 10 neuen Stücke hinweg auch an die einstigen erfolgreichen Anfangszeiten anzuknüpfen, was in meinen Augen aber nicht so ganz gelungen ist, da man mit zu vielen Elementen jongliert hat. Beispiele hierfür gibt es reichlich. Der Opener „The Wolves Die Young“ knüpft eindeutig an diese alten Zeiten an. Einprägsam, powermelodisch, aber ein wenig zu poppig in der Hookline. Das nachfolgende, ähnlich gehaltene „Running Lights“ klingt dagegen wesentlich straighter und mehr nach dem älteren Material. „Take One Breath“ irritiert zunächst durch Märchenfilm anmutende Keyboardsounds, entwickelt sich dann aber nach mehrmaligem anhören durch seinen Mix aus Aggressivität und eben den Keyboardparts recht interessant. Einen zeitweise düster nachdenklichen Touch versprüht „Blood“, das durch steigende Atmosphäre innerhalb des Songs für eine ordentliche Portion Spannung sorgt und auch wieder das frühere Schema des Songwritings aufgreift. Das „Pariah’s Child” insgesamt progressiver und dadurch komplexer ausgefallen ist spiegelt auch das eher nachdenklich und in Teilbereichen sphärisch anmutende „What Did You Do In The War, Dad“ wieder. Begründet wird dies durch die Keyboards, die nahezu in allen Songs fast noch mehr bestimmend sind, dafür aber auch sehr Genre übergreifend variabel eingesetzt wurden. Hier ist man im Grunde hin und her gerissen vom Aha-Effekt oder „das ist mir einfach zu abgefahren“, wie dass, das Album abschließende knapp 10-minütige „Larger Than Life“ widerspiegelt. Orchestrales Musical meets finnische Power Metal Experimentierfreude.
„Pariah’s Child besticht durch ein sehr schönes Frontcover und einen gewohnt ordentlichen Sound. Es ist definitiv kein Album, das im Schnelldurchlauf konsumiert werden kann und stellt das Durchhaltevermögen des Hörers in Teilbereichen auch auf eine harte Probe.
Punkte: 7/10

