OGRE - The Last Neanderthal


03 orge

VÖ: 21.02.2014
(Minotauro Records)

Style: Doom Metal / Hard Rock

Hoepage:
Ogre

1999 gegründet, ist die US-amerikanische Doommetalband OGRE seit fünfzehn Jahren im Geschäft. Nach den drei Alben Dawn of the Proto-Man, Seven Hells und Plague of the Planet in den Jahren 2003 – 2008 wurde es lange Zeit still. Nun kommt über Minotauro-Records endlich das vierte Lebenszeichen der schrägen classic Doomster in die Läden. Das Spektrum des voll im 70er Klanguniversum verwurzelten Trios reicht von BLACK SABBATN, PENTAGRAM über SAINT VITUS bis zu absolut unverzichtbaren Hardrockurvätern wie URIAH HEEP oder Prog-Helden wie BLUE ÖYSTER CULT und RUSH, gefärbt mit einem seltenen Hauch BUDGIE, wobei es an okkulter Grundessenz ebenso wenig mangelt. Der flotte, treibend schnell mit Schmackes auf die Rübe hauende Opener „Shadow Earth“ überrollt einen gleich mal richtig hammermäßig, ehe in schleppendere kaum weniger heavy vor sich hin brütende Klangdimensionen abgeglitten wird. „Nine Princes in Amber“, „Bad Trip“, „Son of Sisyphus“, „Soulless Woman“ , der ungemein dramatische 8 Minuten-Reißer „Warpath“ oder das verträumt romantische in den Country-Modus tauchende „White Plume Mountain“ sind richtig fett produzierte tonnenschwer in die Magengrube hauende Doomwalzen, die Genrefans bergeweise in Demut versinken lassen. Schwächen sucht man auf dieser Offenbarung vergeblich. Wundervoll heavy das es nur so knallt, lässt es das US-Trio deftig krachen. Ed Cunningham's variabel zwischen finster, fies, beschwörend gefühlvoll klagend, und an passender Stelle melodramatisch bis trauernd schwerblütig pendelnder Gesang, besitzt seine ureigene Stilnote. Ross Markonish ist ein Klampfenvirtuose vom Fach, der seine Axt nach allen Regeln der Kunst meisterhaft quietschen, röhren und kreischen lässt, während Will Broadbent zusammen mit Vocalist/Basser ED Cunningham's lässigen Tieftönergrooves gewaltig Druck am Schlagzeug,entfacht, um seinen zwei Vorderleuten kräftig auf die Füße zu treten. Heraus gekommen ist unterm Strich ein saufett brachial bis zum äußersten Anschlag knallender Doommetalsilberling, der sich hinter den oben genannten Proto und classic-Doomgrößen überhaupt nicht verstecken braucht. Nimmt man genau die Schnittmenge vom Besten aller obig erwähnten Protagonisten, kommt unterm Strich das Ergebnis eines mit der Wucht einer alles niedermachenden Stahlwalze rockenden Silberlings heraus, der mit tonnenschwer kalibrig bratenden Killerriffs, abrupt explosiven Leadsoloeruptionen, gemeingefährlichen Grooveattacken, versierten Tempo- und Stimmungswechseln, melancholisch dunkel gefärbter Schwermut ganze Asphaltlandschaften zertrümmert, nur so um sich wirft. An diesem Hammerteil führt kein Weg vorbei, schon gar nicht, wenn man auf hypnotisch nachhallende Riffvibrationen, klagende Trauer auf hohem Niveau und filigran verarbeitete Düsterromantik, der ein hinzu gehöriger Hauch Okkultschlagseite innewohnt, schwört. 9,25 von 10 für einen toughen Doomhardrockhammer schwersten Kalibers! Solch ein Granatenteil wünschte man sich gern mal wieder von PENTAGRAM, SAINT VITUS oder den zuletzt sogar selbst ins Schwächeln geratenen BLACK SABBATH, deren letzte Alben zwar erwartungsgemäß gewohnten Standard erreichten, jedoch von der Klasse ihrer großen Meisterwerke immer noch ein beträchtliches Stück weit entfernt blieben. OGRE haben gezeigt, w i e es geht!

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