KUOLEMANLAAKSO - Tulijoutsen

VÖ: 28.02.2014
Svart Records)
Style: Doom / Death Metal
Homepage:
Hinter KUOLEMANLAAKSO verbirgt sich SWALLOW THE SUN-Frontröhre Mikko Kotamäki, MY DYING BRIDE lassen gewohnt sicher grüßen. Epische Folkmelodien die aus dem Dunstkreis ihrer Landsleute AMORPHIS kommen, sind ebenso vertreten, naturreligiöser Spirit inklusive, wie ihn ihre Landsleute HEXVESSEL zelebrieren. Ansonsten beherrscht weiterhin ein Bastard schwer zähflüssigen Doom und brachialem Deathmetal das Bild. TRIPTYKON-Gitarrero V. Santura hat das Album produziert und seinem finnischen Kollegengleich mehrfach hilfreich unter die Arme gegriffen, woher sich auch der häufiger als nur einmal herauszuhörende TRIPTYKON-Einfluss fast von selbst erklärt. Kraftvoll tiefergestimmte Gitarren, zwischendurch immer mal wieder von glockenhellem Frauengesang begleitet umrahmen auch zähfließende Rhythmen ein bis zum verstecktesten Winkel unter die Haut gehendes Klangspektrum, dem es weder an Düsternis noch entsprechendem Härtefaktor mangelt. Allein der Opener „Aarnivalkea“ drückt wuchtig intensiv auf's Geweih, fett dröhnt das Schlagzeug, facettenreicher Gesang zieht den Hörer einschließlich prickelnder von Tastenklängen begleiteter Gespensteratmosphäre fesselnd in seinen Bann. „Verihaaksi“ ist so unheilschwanger beschwörend fies, das Stück erinnert an tief im Walde verlockend flüsternde Stimmen, die dich zu sich rufen, während das Schattenreich seine Pforten öffnet. „Me vaellamme yössä“stellt fast so etwas wie einen potentiellen Hit dar der sich irgendwo in der Schnittmenge hymnenhaft melodisch zu Werke gehender HYPOCRISY und rockiger AMORPHIS kreuzt. Kotamäki fährt die volle Bandbreite in Sachen Gesang auf, tief verzerrte Deathmetalgrolws, heißeres Blackmetalgekeif und ebenso sicher den souveränen Klargesang beherrschend. „Arpeni“ von kräftig ins Gehör dringen Glockenschlägen zieht den Gruselfaktor um ein weiteres an, wofür neben der mystischen vom Keyboard und tiefem Gesang erzeugten mittels Chorpassagen zusätzlich unterstützter geradezu rastlos vor sich dahin siechender Gruftästhetik verbreitender Endzeitstimmung auch die in finnischer Landessprache gesungenen (im Booklet übersetzten) Texte sorgen. Ein abnorm finster groovendes „Musta“ kommt sehr dicht an schleppend bedrohliche HYPOCRISY heran. Das lässig aus dem Ärmel geschüttelte folkig komponierte Singer/Songwriterstück„Glastonburyn Lehto“ wobei der Virtuose neben betörend weiblichem Frauengesang zeigt, das er nachdenklich texten und beeindruckend sanft dazu singen kann, wirkt als passender Gegenpart ausgleichend. Tuonen Tähtivyo“ überfährt euch zum Schluß regelrecht, während „Raadot raunioilla“ mulmiges Friedhofsflair verbreitet.
Vielseitig Abwechslungsreich vertonte Finsternis nach bester Finnenbrauart. Dieses Album erhebt berechtigte Ansprüche zum Jahresende ganz weit vorn im Düsterheimergenre mitzumischen, wobei das gebotene Spannungsfeld von SWALLOW THE SUN/CANDLEMASS/AMORPHIS über MY DYING BRIDE, frühe PARADISE LOST/ANATHEMA bis zu TRIPTYKON/ HYPOCRISY-Gefilden reicht. Insgesamt ist das Longplayalbum mindestens eine Spur besser weil stärker ausgefallen als die bisher abgegebenen Kleinkostproben. Düsterfanatics und Doomdeathlunatics denen alle bisherigen Werke der Band geläufig sind, können erneut nichts falsch machen, werden sich vielleicht eher noch sehr wundern, was es bei KUOLEMANLAAKSO mittlerweile neues zu entdecken gibt. Mikka Kotamäki und Co. sind ihrem Stil treu geblieben, wenngleich sie ihn sogar um ein mehrfaches verfeinerten. Dafür stehen schwer verdiente 9,5 von 10 Punkten auf der Skala zu Buche. Daumen hoch für ein Album, das Maßstäbe in der Düsterheimerszene setzen wird!

