BLACK DRAGON - Heavy Metal Intoxication

VÖ: 14.03.2014
(Karthago Records)
Style: Heavy Metal
Homepage:
Karthago Records
Wem ist noch der Name BLACK DRAGON bekannt? Lediglich auf 250 Stück (in wunderschön verschrobener Optik) limitiert stellt die als einzige seinerzeit von der Hildesheimer Hard n' Heavy band BLACK DRAGON veröffentlichte bis heute zu den gesuchtesten Raritäten im deutschen Heavy Metal-Underground zählende im Jahre 1982 erschienene Original LP „Heavy Metal Intoxication“ der Hildesheimer Hardrockband um Sänger/Gitarrist Peter Tuschik, damals wie heute selbst für jene, denen BLACK DRAGON geläufig sind, eine sauschwer zu erwerbende Rarität dar. Auf besagter LP befanden sich acht stark in Richtung AC/DC, VAN HALEN, TWISTED SISTER, ACCEPT, JUDAS PRIEST schielende Tracks, wobei sich vermehrt N.W.O.B.H.M.-Anstrich bemerkbar macht (u. a. SAXON, CLOVEN HOOF, DAMASCUS, PERSIAN RISK... Leute... ich gerate ins Schwärmen! Je intensiver die Tonkonserve auf dem Plattenteller als Vinyl oder im CD-Schacht rotiert, desto angenehmer offenbart sich ein unverzichtbarer Hörgenuss. Nun ist das optisch anspruchsvoll schön aufgemachte Schmuckstück wieder zu haben. Liebevoll detailreich aufgenommen, erwacht ein echtes Kleinod Teutonischer Heavy Metal-Urgeschichte zum Leben, das längst vergessen geglaubt, nach 32 Jahren zu neuen Ehren kommt. Mancher mag denken, was das wohl für ein angestaubter Kram ist, der unters Volk gebracht werden soll, dabei ist es gerade der Tatsache zu verdanken, das tatsächlich nach so langer Zeit immer noch Anfragen hartnäckiger Fans kommen, für die der Name BLACK DRAGON selbst nach über drei Jahrzehnten nie in Vergessenheit geriet, das solch vermeintlich in tiefste Vergessenheit geratene Perlen aus ihrem Schattendasein befreit werden. Tja, von wegen angestaubt! Wer sich knackig simpel arrangierte Grooverocker, vom Typ „Born For Solution“, „Strange Kind of Love, „Rocking Movie Star“ oder „New York City Run“ bei denen sich mit jeder gespielten Note unbeschwert beschwingtes frei ausgelebtes Rockflair breit macht, zu Gemüte führt, kann sich vorstellen, wie sich der Rezensent beim Verfassen dieser Zeilen fühlt, Heureka, - da muss es einen doch geradezu packen! Der rau kehlig röhrende Gesang verleiht dem Album zusätzlich eine individuell stark ausgeprägte Stilnote. Unabhängig dessen, ob sich der Silberling im feinfühligen, etwas dünneren, die Aufnahmetechnik damaliger Zeit 1982 wieder spiegelnden Soundgewand oder in druckvoll modern ausgerichteter Sound Neuabmischung remasterten Fassung anno 2014 im Player dreht: Inhaltlich fesselt das Material von Heavy Metal Intoxication nach wie vor. Fans bekommen hier die Möglichkeit zum Direktvergleich, ohne auf ihr Hörvergnügen verzichten zu müssen. Ausgangsbasis aller Tracks ist ein überwiegend auf Rhythm & Beat aufbauendes Grundgerüst, das verstärkt dem rockigen Blues Tribut frönt. Aufgewertet durch ein toll aufgemachtes Textinlet, worin in ausführlicher Form der Bandgeschichte Tribut gezollt wird, sollte dieser Neurelease sowohl bei Raritätenjägern, Sammlern als auch natürlich in erster Linie bei echten Szene-Insidern reichlich Interesse wecken. Reinhören sollte für Neugierige Pflicht sein. Ich für meinen Teil hab's getan, beide Versionen angetestet und es nicht bereut. Gute 8 von 10 Punkten für eine seltene Edelperle ganz besonderer Art.

