TROLLFEST - Kaptein Kaos


03 trollfest

VÖ: 28.03.2014
(NoiseArt Records)

Style: Folk Metal

Homepage:
Trollfest

Neues von den Osloern TROLLFEST, die weiterhin an ihrem gesunden Mix aus Norwegisch, Deutsch und „Trollisch“ festhalten. Alles wie gehabt, mag der gemeine Fan zu denken geneigt sein. Wer zunächst ein im puren Chaos versinkendes Werk erwartet, liegt falsch. TROLLFEST geben ihrem Chaos Ordnung, will heißen, Struktur. Bekannte Grundstrukturen schnellen Humpaa-Metals einschließlich Parts, bei denen sich vor meinem geistigen Auge eine Horde tanzender Trolle manifestiert, sind ebenso an passender Stelle eingesetzt. Neben Fidel, Akkordeon und anderen selten zu hörenden Instrumentarium sowie ungeheurer Gesangsvielfalt fallen zahlreich abrupte Stimmungs- Rhythmus- , Tempo und Groovewechsel auf, wie es sie in derartiger Form selbst bei TROLLFEST noch nicht gab. Abwechslungsreichtum wird großgeschrieben, statt einem ganzen Bündel Trinklieder gehen die Norwegischen Folkmetaller diesmal erneut ziemlich unberechenbar, stellenweise auch ernst und nachdenklich zu Werke. Neben den oft vorhandenen Polkarhythmen gelingt es der Truppe abermals auf ihrem nunmehr sechsten Longplayer Heavy Metal, Folk und Weltmusik aus aller Herren Länder zu verbinden. Anstelle früher dauerhaft eingesetzter Blastbeats einschließlich heißerem Geschrei finden verstärkt rockige Grooves und saubere teils nachdenkliche Harmonien und Melodien Einklang in die Musik. Natürlich sind auch heißblütige Tangorhythmen sowie asiatisch-, skandinavisch-,und osteuropäische Folkparts weiterhin im äußert breit gefächerten Stil-Repertoire präsent. TROLLFEST haben sich weiterentwickelt, ihren musikalischen Fundus um ein Vielfaches ausgedehnt. „Ave Maria“ glänzt durch in solcher Form bisher nie gehörtem Chorgesang, dem grimmige Stimmung erzeugendes Gebrüll beigemischt wurde, das aberwitzige „Solskinsmedisin“ ist nur eines von zahlreichen von Kuriositäten regelrecht gespickten Bonbons. Passend im Infoblatt heißt es laut Original-Text wie folgt: „Kaptain Kaos gelingt es, eine Zeitmaschine zu erfinden. Damit reist er durch die Zeit, um denkwürdige Ereignisse zu sehen und Spaß auf eine Art und Weise zu haben, die exklusiv Leuten mit Zeitmaschinen vorbehalten ist“. Genauso präsentiert sich die Musik von TROLLFEST. Ab und zu wird’s ein bisschen ermüdend und auf Dauer anstrengend, den zahlreich abrupten Stil-Wechseln zu folgen, was den Hörgenuss bei aller Abgehobenheit einschließlich damit verbundener Finesse mitunter beträchtlich erschwert, statt sinnvoll erleichtert. Das zum Album passende Coverartwork ist ein Hingucker. TROLLFEST-Anhängerschaften stehen wie immer in der Pflicht. Noch eingängiger, melodischer, verrückter, weitaus vielschichtiger, stellen weise unerhört easy beschwingt groovend herum trollend ist es der Band zum sechsten Mal gelungen, sich selbst neu zu erfinden, das 48 Minuten tobende Chaos zu ordnen und gleichzeitig den musikalischen Horizont zu erweitern. Macht zusammen 7 von 10 Punkten für eine irrsinnig viel Aberwitz bis zum ultimativen Geht-nicht-mehr versprühend räudig abgedreht bizarr schräge Tango-Polka-Samba-Schwarzmetal-Trollisch-Salsa-Folkmetalsause.

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