CLOVEN HOOF - Resist Or Serve

VÖ: 06.06.2014
(High Roller Records)
Style: NWOBHM
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Cloven Hoof
Um die neue CLOVEN HOOF zu rezessieren empfiehlt sich ein Blick in die Bandhistorie. Zu Beginn der 80er mit klassischem Hardrock und Heavy Metalgestartet, lösten sich CLOVEN HOOF nach ihrem Drittling „A Sultan's Ransom“ 1989 bedauerlicherweise auf, womit die 90er komplett verschlafen wurden, ehe sich die Band im Jahr 2004 überraschend reformierte und seit knapp einer weiteren Dekade mittels Liveauftritten und Veröffentlichung von Tonträgern (das gelungene Comebackalbum „Eye of the Sun“ erschien zwei Jahre nach der Band-Reunion, 2006) wieder verstärkt aktiv im Geschehen mitmischt. Insgesamt gehen CLOVEN HOOF auf ihrem aktuellen Werk gewohnt heavy zur Sache. Die Gitarre drückt, Bass und Schlagzeug fungieren als harmonisch aufeinander abgestimmte Einheit.Sänger Joe Wheelan besitzt immer noch sein kraftvoll jederzeit flexibel röhrend, tief im Rock verwurzeltes Organ, dem weder glockenklarer Hochgesang, noch bissig-heißere Tonlagen fremd sind. Genau die Art Röhre, die eine auf knackig scharfkantigen Riffs basierende Combo vom Format CLOVEN HOOF braucht. Rasante Takt-, Rhythmus- und Tempowechsel sowie mitreißende Songstrukturen lassen echte Anhänger von klassischem N.W.O.B.H.M. -Gourmetfutter keineswegs kalt. Zu einem gesunden Maß Dynamik, Wucht und Härte gesellen sich neben einer tollen, zeit gemäß klingend, sämtliche Instrumente gut ausgesteuert erscheinen lassenden, dennoch nie zu glattgebügelten Produktion, zuckersüße Melodiebögen, wodurch Tracks vom Kaliber „Call of the Dark Ones“, „Hell Diver“, „Northwind to Valhalla“ oder „Premature Burial“ versehen mit einer gesunden Portion Drive ins Ohr gehen. Das Album repräsentiert laut Aussage im beiliegenden Waschzettel zu 100 % CLOVEN HOOF. Darin stimmt der Verfasser dieser Zeilen ausnahmslos ohne geringste Infragestellung mit Bassist und Bandgründer Lee Payne durchweg überein. Wer die Band bisher mochte, wird sie auch weiterhin mögen und wer bislang nichts mit CLOVEN HOOF anzufangen wusste, wird auch weiterhin um Alben wie Resist or Serve einen Bogen machen, was definitiv nichts an der Qualität ändert. Mit„Austrian Assault“ hat das Quartett sogar eine speziell ihrer österreichischen Fansektion gewidmete, lässig im Ohr hängenbleibende Mitgröhl-Stampfrockhymne im klassischen Uptempo komponiert, die alle vom treuen Fanklientel geliebten CLOVEN HOOF-Trademarks beinhaltet.
CLOVEN HOOF gehören bis heute zu den stilistisch besten, leider sträflich unterbewertetsten Bands der N.W.O.B.H.M.-Ära. Beinharte Fans dürfen sich auf weitere Kost aus dem Hause des Klauenfüßigen freuen, die keinen Anhänger wirklich enttäuschen wird. Eingängige Songs klassisch traditioneller N.W.O.B.H.M.-Erdung mit spannenden Rhythmus- und Tempowechseln, sauberen Melodien und dezent gestreutem Düsterbombastanteil (Glockenschläge, und mystische Atmosphäre) bestimmen das Bild eines rundherum gelungenen Zehntrackers. Resist or Serve lässt weder produktionstechnisch noch Songwriterisch geschweige musikalisch viel zu Wünschen übrig und reiht sich für's treue Fanklientel als weiteres CLOVEN HOOF-Album nahtlos in die bisherige Bandbiografie ein, das man als N.W.O.B.H.M.-Genießer einfach haben muss. "Resist or Serve" gehört zu der Sorte Tondokumente, an der auch DIAMOND HEAD-, BLITZKRIEG-, SPARTAN WARRIOR-, PERSIAN RISK- und RAVEN-geeiches Fanklientel Gefallen findet.
Ein überaus gelungenes Coverartwork setzt dem Zehntracker noch die Krone auf, womit als Fazit festzuhalten bleibt, das CLOVEN HOOF auch gegenwärtig zu den besten N.W.O.B.H.M.-Formationen zählen, die sich ihren eigenen Stil und Wiedererkennungswert bewahrt haben, ohne das der damit verbundene Spirit etwas von seinem bisherigen Qualitätslevel eingebüßt hat. Starke 8,5 von 10 Punkten sind Belohnung für soviel Beharrlichkeit und eisernes Durchhaltevermögen!

