WASTED - Halloween...The Night Of

VÖ: 20.08.2014
(Denomination Records)
Style: Heavy Metal
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WASTED
In einer Neuauflage wird innerhalb dieser Tage das einzige Nachlasswerk der dänischen Heavy Metalband WASTED veröffentlicht. „Halloween... the Night of“ hieß deren Debüt. Ein wunderschön schauriges dem gleichnamigen Horrorfilm Rechnung tragendes Cover mit reichlich Wiedererkenungswert zierte diese nur schwer zu bekommende LP. Zu hören gibt’s acht Songs in der Schnittmenge von JAGUAR, MERCYFUL FATE, BROCAS HELM und WITCHFINDER GENERAL. Anhänger genannter Combos sollten sich den Namen WASTED, falls ihnen dieses vergessene Undergroundjuwel bisher unbekannt sind, besser mal auf dem Merkzettel notieren. Galoppierende Gitarrengrooves und lässige Tempowechsel sowie ein immer vorhandener Hauch von Horrorstimmung macht das Debüt der Dänencombo WASTED (bei dem es leider auch blieb), zu etwas besonderem. Eingebüßt hat das Material selbst nach gefühlten drei Dekaden überhaupt kein Gramm von seiner Klasse. Insidern seien der treibend flotte Horror-Metal-Groover „Evil“, treibend geradlinig schnelle „Luv n' Pein“ , der allein schon mit seiner vom Keyboard erzeugten Anfangs- und Endsequenz auf den Horrorfilm „Halloween“ gemünzte, mit dramatisch bedrohlich fieser Atmosphäre, schleppend tiefem Gitarrenriff, dumpfen Gongschlägen und einem theatralisch gestalteten Songaufbau bestückte Sechsminuten Longtrack, die komplett in Richtung JAGUAR auskeilende Hochenergie-Rock n' Roll-Attacke „Demons Re Calling“ oder das ergreifend heroisch-melancholisch gefärbte mit coolen Rhythmus- und Tempowechseln brillierende „I'm Burning“ als Anspieltipps empfohlen. Dieses feine Edeljuwel gehört zu den extrem seltenen Raritäten tiefsten Undergrounds , weil es allem voran durch seine schrullig-kauzige Produktion sowie das gemessen an den Maßstäben seinerzeit völlig aus dem Rahmen fallende, zwischen Kratzig, High Pitched-Screams und Mitreißend heroischer Phrasierung ausgefüllte Gesangsvolumen wohltuend von zahlreichen Midachtziger-Protagonisten abhebt. Ebenso wurde im Gegensatz der zu dieser Zeitphase frisch aufblühenden Thrashwelle das Pathos von MERCYFUL FATE mit der Rock n' Roll-Power, dem bedrohlichen Horrorgroove von WITCHFINDER GENERAL und einer bei allen Tracks beständig vorhandenen, räudig derben Kauzigkeit von BROCAS HELM kompakt auf den Nenner gebracht, vereint. 8 von 10 Punkten für ein richtungsweisendes Debüt sind reichlich verdient, mit dem eine hochtalentierte Band ihr frühes Zeugnis ablegte und leider
aus welch unerfindlichem Grunde auch immer viel zu schnell von der Bildfläche verschwand!
Mit einer 2003 herausgebrachten zur Hälfte aus den fünf Demotracks aus dem Folgejahres 1985 und fünf brandneuen Tracks bestehenden Compilation die unter dem Titel „Ought to be bad/The Final Convulsion“ erschien wurde noch ein weiterer Anlauf gestartet, ehe die Band erneut ganz abrupt, so überraschend sie sich zurückmeldete, wieder mitten im tiefsten Nirgendwo ihr Schattendasein fristend, verschwand. Hoffentlich gibt’s eines Tages von dieser geheimnisvollen auf ihre Weise einzigartigen Truppe neues Material und bitte weiterhin im bewährten Stil... darauf zu warten, das sich die Band irgendwann einmal komplett für längere Zeit neu reformiert, wäre höchstwahrscheinlich so aussichtslos, wie der unrealisierbare Versuch, den Saturn innerhalb von drei Tagen mit einem direkt von unserer Erde aus gestarteten Raumschiff zu erreichen.

