WYTCH HAZEL – Surrender & The Truth

VÖ: bereits erschienen
(HR Records)
Genre: 70er Hardrock/Früh80er Heavy Metal
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WYTCH HAZEL
HR RECORDS
Die N.W.O.B.H.M. ist ein unerschöpfliches Fass ohne Boden, das nicht erst seit ihrer Blütezeit massenhaft Potential bekannter, halbwegs erfasster, zeitweise in der Versenkung verschwundener seit erfolgter Re-Union überraschend zurückgekehrter erneut aktiver Obskuritäten sowie unzählige bisher kaum gelinde so gut wie nirgend wo bekannte oder sich dem Erbe des 80er-Jahre Kultes anschließende hervorbringt. Eines der unzählig vielen bizarr geschliffenen Edeljuwelen heißt WYTCH HAZEL, deren EP- „Surrender & The Truth“ aufhorchen lässt. An Begabung mangelt es dem über einen bemerkenswert feinfühlig, unorthodox nostalgischen Stil verfügenden Quartett aus Lancaster um ihren Sänger Gitarrist Colin Hendra jedenfalls nicht. Inhaltlich widmet sich dieCrew Themenbereichen über glorreiche Kämpfe, Spiritualität, Könige, Ruhm, Ehre und Wahrheit. Das wunderschön phantasievoll gezeichnete Coverartwork dieser Sechstrack Vinyl-EP weckt Träume. Englands Nationalheld Robin Hood schießt konzentriert mit seinem Langbogen auf das vor ihm liegende Ziel und trifft mit jedem Pfeil ins Schwarze. Die völlig abstrakt urig kauzige Mischung aus DEMON, THIN LIZZY, sehr frühen IRON MAIDEN/MERCYFUL FATE-Demotagen, TRESPASS, PAGAN ALTAR, ein wenig UFO und WISHBONE ASH braucht ihr kleines Weilchen Anlaufzeit, sich ins Gehör einzunisten, danach lässt sie den Hörer einfach nicht mehr los, wozu der verschrobene Gesang sein Quäntchen beiträgt. Einzig der Sound geriet arg dünn, was den Bewertungsfaktor leicht herunter drückt. „Surrender“ eröffnet den Reigen im entspannt groovenden Hardrocktakt, „Wytch Hazel“ kommt fließender vorgetragen zu Potte, wobei der leidenschaftlich charismatische Klargesang über dynamischen Gitarrenharmonien thront. „Proclaim“ brilliert im klassischen NWOBHM-Stil wurzelnd, setzt Gefühle in Serie frei. „The Truth“ besticht durch packende Schlagzeugsequenz gleich zu Beginn. Die feinfühlige Melodieführung löst reichlich Abenteuerfeeling aus. „Fight“ schreitet munter in Richtung PAGAN ALTAR los galoppierend im getragenen Grooverhythmus voran. „Throwe Down Your Sword“ outet sich als akustischer Heldenabgesang für tapfere Krieger, womit das Schwert Ruhepause bekommt.
Ergo: „Surrender & The Truth“ markiert einen respektablen künftig noch ausbaufähigen Anfang. In der Tat für Genrefans interessant, haben Kleinodien wie das halbe Dutzend Songs auf dieser in streng limitierter Kleinauflage (150 Stück auf weißem, 500 Stück schwarzem Vinyl) gepressten EP (Textblatt inklusive) deutlich mehr Aufmerksamkeit verdient als ihnen seitens der Heavy Metal Presse-Medienlandschaft einschließlich namhafter Heavy Metalzeitschriften und Online-Magazine bisher zuteil wurde. Achtung: Selbigen Tonträger gibt es auch als Viertrack-EP (500 Stück in schwarzem Vinyl zu erwerben); im Unterschied zum Sechser-Vinyl fehlen zwei Tracks: „Surrender“ und „Wytch Hazel“. Unabhängig, auf welche Version die Entscheidung fällt, bleibt folgendes Fazit zurück: Empfehlenswerter Fruchtgenuss für hungrige N.W.O.B.H.M.-Trüffelschweine! 7,5/10.

