WHITE WIZZARD - Infernal Overdrive


VÖ: 12.01.18
M-Theory Audio

Style: Heavy Metal

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WHITE WIZZARD

 

WHITE WIZZARD, die vierte. Dem L.A.-Quartett um Vocalist Wyatt Anderson ist die Spielfreude während „Infernal Overdrive“, „Pretty May“ oder „Metamorphosis“ durch die Lautsprecher rauschen, bei jeder Note anzuhören. WHITE WIZZARD würzen auf ihrem nunmehr vierten Streich klassischen Heavy Metal gekrönt von aus allen Poren quillender Spielfreude durch feuriges Temperament, bauen auf massig Spielwitz in Verbindung zu nie gekannt unbekümmerter Lockerheit. MAIDEN, PRIEST, VIRGIN STEELE, ICED EARTH treffen FATES WARNING/ DREAM THEATER. “Chasing Dragons“ wird unterstützt von Ohohoo-Singalongs, „Voyage of the Wolf Raiders“ lässt episches Faible (und IRON MAIDEN-Einflüsse) durchblicken, verherrlicht jedoch wie „Storm The Shores“ den Patriotismus (diese Marotte kennen wir bereits von den Landsmännern ICED EARTH!) weshalb die verglorifizierenden Texte für die Handlungen der US-Armee im 2. WK leichten Punktabzug in der B-Note kassieren. Bei „Critical Mass“ wird’s extrem wechselhaft verproggt, DREAM THEATER lassen grüßen. 'Screaming Demon' Wyatt Anderson liefert gesanglich mit seinem fesselnden im groben Rahmen irgendwo zwischen Top-Stimmbandvirtuosen wie David DeFeis (VIRGIN STEELE), Matt Barlow (ICED EARTH) und Sebastian Levermann (ORDEN OGAN) liegenden Organ eine Traumleistung, egal ob er sich in sauber gesungene High Pitched Screams emporschwingt oder die Theatralik-Leiter bis zur letzten Oktave heraufklettert. „Coocoon“ könnte glatt als Mischung aus ICED EARTH kreuzen DREAM THEATER durchgehen.

Feine Leadgitarrenharmonien, satte zugleich beschwingt taktsichere Grooves springen einem förmlich ins Gesicht. Alles klingt ausgereifter,WHITE WIZZARD haben merklich an sich gearbeitet, sind professioneller geworden. 'Infernal Overdrive' outet sich als bisher ausgefeiltestes aller veröffentlichten vier WHITE WIZZARD-Alben, die Scheibe erweist sich für die Amis  als großer Schritt nach vorn. Als Anspieltipps dieser faustdicken Überraschung empfehlen sich der Titeltrack „Infernal Overdrive“, „Pretty May“, „Chasing Dragons“ , „Voyage of the Wolf Raiders“ und „The Illusion's Tears“.

Zur Endbewertung dieser Tonträgerkonserve müssen zwei gewichtige Hauptfaktoren heran gezogen werden: Zum einen die musikalische in jeder Hinsicht  höchstes Topniveau erreichende Leistung, zum anderen der zum Teil im Patriotismus-Sumpf schwimmende lyrisch nicht immer tolerierbare unter die Gürtellinie zielend grenzwertige Textinhalt. Mehr Stücke wie der krönende Fantasyschluß- Höhepunkt „The Illusion's Tears“ hätten das Endresultat noch aufgewertet.

Fazit: 'Infernal Overdrive' ist ein hochkarätiges Sammelsurium fließender Melodien, knackiger Grooves und klassischer Heavy Metalrhythmen. Ein Tonträger, dem teils grenzwertige Textlyrik etwas traurigen Beigeschmack gibt, weshalb in der Endabrechnung der Notenskala statt eigentlich verdienter neun unterm Strich „nur“ gute 8 von 10 Punkten herausspringen. 8/10
Michael Toscher

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