LEE AARON – Diamond Baby Blues

04 Lee Aaron

(Metalville/Rough Trade)
VÖ: 27.04.18

Genre:
Classic Rock

Homepage:
LEE AARON

Karen Lynn Greening, besser bekannt als LEE AARON, kennen viele Rock-Begeisterte noch aus den 80ern als die „Queen Of Metal“. Jahrzehntelang hatte man von der in die Jazz-Szene abgetauchten Kanadierin im Rock-Bereich nichts mehr gehört, bis nach 22 Jahren in 2016 ein erstes rockiges Lebenszeichen in Form eines neuen Longplayers namens „Fire & Gasoline“ erschien. Nach ein paar Live-Shows in Europa im letzten Jahr liegt jetzt mit „Diamond Baby Blues“ Studioalbum Nr. 13 vor, und das orientiert sich eben an dem auf der Bühne gezeigten Live-Feeling. Die Band hat es über die 12 Songs hinweg verstanden, eben diesen Spirit im Studio zu reproduzieren. Fünf eigene, im klassischen Hard Rock oder Heavy Blues angesiedelte Stücke stehen zunächst auf dem Prüfstand. Stimmlich ist die Frau mit ihren 56 Jahren nach wie vor über jeden Zweifel erhaben. Frisch, bluesig, gefühlvoll, wenn nötig rau/rotzig und perfekt im höheren Cleangesang - da sitzt einfach jeder Ton. Hat man sie aktuell live erlebt, weiß man, dass hier keine großartige Nachbearbeitung im Rahmen der übrigens wirklich guten Produktion nötig war. Im Vergleich zum doch eher belanglosen Vorgänger hat sich die einstige Hit-Songwriterin wieder auf ihre früheren Tugenden besonnen und neue klassische, teils an die 60er/70er Jahre angeknüpfte Rocknummern geschrieben. So startet dann auch das Album mit dem Titeltrack „Diamond Baby“ heavy bluesig sowie effektbeladen im Gitarrenbereich und eben dieser wandelbaren, melodisch, rau rockenden Stimme. Einen leicht poppigen Glam-Touch versprüht „American High“ und wird so zur perfekten Cruiser-Nummer für sommerliche Cabriolet-Fahrten. Nein, mit Mainstream hat das eigene Material wenig zu tun. Bei allen Songs steht der klassische (Blues) Rock deutlich im Vordergrund. Selbst Balladen-Freunde werden mit „The Best Thing“ bedient, wobei ich direkt gegenüber gestellt, den rockigen Stücken auf dem Album deutlich mehr Sympathie zukommen lasse. Von den allesamt kreativ gelungenen Cover-Nummern stechen DEEP PURPLE‘s bärenstarkes Remake von „Mistreated“, KOKO TAYLER’s Blues Hymne „I’m A Woman“, JANET JACKSON’s pop-rockiges „Black Cat“ und LINDA RONSTADT’s all-time-Klassiker „You’re No Good“ heraus. Die kleine Rockröhre haucht mit ihren Mannen nahezu jedem Song ein gewisses Eigenleben ein, ohne das jeweilige Stück in seiner Urform zu verfälschen.

Punkte: 8,5/10

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