EVOKEN - Hypnagogia


VÖ: 09.11.2018
(Profound Lore Records)

Style: Funeral Doom

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EVOKEN

Konzeptalben machen es einem häufig nicht leicht, Seit 1994 aktiv haben EVOKEN die zu den langgedienten Combos in Sachen Funeral-Doom gehören, zuvor fünf Alben veröffentlicht, denen in Kürze Nummer sechs folgt. 'Hypnagogia' so der Titel der Scheibe erzählt vom Schicksal eines Soldaten im Stellungskrieg während des I. Weltkrieges, der verschiedene Leidensphasen innerlich die Seele zermürbenden und äußerlich direkt spürbaren Schmerzes durchlebt. Bei Hypnagogie handelt es sich um einen halluzigenen den Tast-, Gehörsinn sowie die optische Wahrnehmung beeinflussenden Zustand. Das grausame Treiben eines furchtbaren mit unerbittlicher Härte geführten Krieges wird in gefühlt abgrund tief trauriger, die Hoffnungslosigkeit der Situation in pathetisch ergreifend ausschmückender Form geschildert. Die acht eine Spielzeit von 60 Minuten erreichenden Stücke haben es demzufolge mächtig in sich. Eine gespenstische Szenerie deren Schützengräben, Löcher wo zuvor Granaten einschlugen, verstreut liegende Uniformteile, Leichen und Stacheldrahtzäune im Geiste sichtbar werden, während der unter Höllenqualen leidende Soldat wankenden Schrittes versucht, die nächst sichere Deckung zu erreichen. Neben ultraschweren Riffbrechern besticht 'Hypnagogia' durch immensen Abwechslungsreichtum verbunden mit dramaturgischem Spannungsgehalt. Opulente Chöre, beschwörender Klargesang, aggressiv heißeres Gebrüll, feinfühlig elegant ins Unterbewusstsein dringende Melodiebögen erzeugt durch Keyboard-Silhouetten und Geigen sorgen für monumentalepisch düstere Raumdynamik, während aggressive Blastbeats den zerstörerischen Part untermalen. 'Hypnagogia' gelingt ein intensiv berührender Spagat intensiv sphärischer Heavyness gepaart mit Emotionsvielfalt auf gefühlvoll tiefgreifendem Niveau. Das unvorstellbare Grauen innerlicher Seelenpein brennt auf senkrecht stillstehend verharrender Flamme, die vom dichten Mantel finsterer Depression zunehmend schrittweise verschluckt wird.

Fazit: Verzweifelt, morbide, mit schauriger Depression beklemmend. 8,5/10

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