LETHEAN - The Waters Of Death


VÖ: 09.11.2018
(Cruz Del Sur Music)

Style: Epic Metal/NWOBHM/Doom

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LETHEAN

Mit 'The Waters of Death' gibt das Duo LETHEAN (nicht zu verwechseln mit dem US-Death Metal-Vierer selbigen Namens) bestehend aus James Ashby/Thumri Paavana seinen Longplayeinstand. Musikalisch wird sich fleißig durch Epic Metal/NWOBHM und Doom-Felder gegraben. Dabei heraus gekommen ist eine sehr unorthodoxe Mischung genannter Stile denen literarische Metaphern, mystischer Touch und Wirken der Elemente zu Grunde liegen. Vielinstrumentalist James Ashby einst – genauer von 2012 bis 2016 Stöckeschwinger bei der britischen Epic-Doom-Institution SOLSTICE) sorgte für die Instrumentierung, den Gesang gestaltete Thumri Paavana (ihr Name dürte nur Insidern als Sängerin der englischen Powermetalband SOUL SHREDDER bekannt sein) – deren helles auf der Strecke zwischen Nachdenklichkeit, Klage mit Heroischer Phrasierung balancierendes Organ das Gesamtwerk erfrischend Eigenständigkeit verleiht. Allerdings sollte der stellenweise öfters ein wenig untergehende im Hintergrund agierende Gesang deutlich mehr im Vordergrund stehen. Auf dem künstlerisch eindrucksvollen Coverartworkentwurf von Stefan Bleyl ist das extreme Wechselspiel strahlend hellen zunehmend ins gelb-orange tendierenden Sonnenaufgangs bedrohlich dunkle, sich massiv dick auftürmende Wolkenschicht im Kontrast steht – Anzeichen einer sturmgepeitschten Nacht mit abnehmender Mondsichel erkennbar, während ein davor auf dem weiten Ozean schwimmendes Floß direkt dem Gezeitenkontrast entgegen steuert, ohne zu wissen, was dahinter liegt.

So unberechenbar wechselhaft wie das Coverartwork zeigt sich auch der Inhalt auf 'The Waters of Death'. Den Auftakt markiert „Idylls of the King“ wo es zunächst sogar noch farbenfroh, weniger depressiv dafür mit äußerst nachdenklichem Unterton versehen zur Sache geht. „Seafarer“ schifft weitaus dunkler, melancholisch-episch von heftig inszenierter Theatralik getragen verbunden mit gekonnt eingestreuten Hauch Mystik-Flair über die Weiten des Ozeans. Die restlichen vier Tracks sind ähnlich gestrickt. Kräftige Riffbreitseiten, leidenschaftlich von schwerblütiger Melancholie geprägter Klagegesang, rasante Gitarrenattacken aufgelockert durch pfiffig abrupt eingestreute Tempovariationen kombiniert mit Stimmungswechseln so lauten die bestimmenden Elemente einer interessanten Scheibe. Spätestens bei „In Darknes Veiled“ kommen Erinnerungen an epische BATHORY hoch. Im weiteren Verlauf des Silberlings kristallisiert sich so mancher Kauzmetalausflug in MANILLA ROAD/CIRITH UNGOL heraus, während auch diverse NWOBHM-Einflüsse durchaus ihre Spur hinterlassen. Eine faszinierend so sicher wie auf Prog-Sektor-Ebene sich bewegend wechselhafte Laut-Leise-Dynamik bei Gitarren und Schlagzeug erweitert das Gesamtresultat der Konzeptscheibe noch um eine zusätzlich interessante Stilnote. Gekonnten Wechselpart zeigen das kürzeste akustisch tiefenmelancholisch im 4:18 Minuten-Normalzeitrahmen sich bewegende kürzeste Stück „Accross Grey Waters“ dem in „Devouring Fire“ 10:21 das längste zwischen getragen Schwerblütiger Epik, Spannungsvoll berührend theatralisch-mystischer Tendenz, feinfühliger Ästhetik auf traditions-doomigem Sockel fußende Heavyness feinfühliger Melodieführung kontrastreich verbinden am Ende gegenübersteht. Zwischendurch werden auch Parallelen zu den englischen Doomern SOLSTICE erkennbar.  So schön der Hang zur Atmosphäre in Verbindung zu genannten Acts einschließlich Stilrichtungen auch sein mag, viel Besonderes beinhaltet die Scheibe nicht, obgleich die Mischung durchaus stimmig dargeboten wird, reicht es leider nicht ganz für das das Andocken im hohen Grünbereich.

'The Waters of Death' ist ein Album das unterschiedliche Klangfarben in gekonnter Weise verbindend fürs Erste schon einen vielversprechenden Anfang für das in geraumer Zeit möglicherweise bald Folgende schafft. Bis dahin heißt es diesen wechselweise stimmungsvoll fließend Epik, NWOBHM und Doom kombinierenden Silberteller genießen. Gut! 8/10

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