SARCASM SYNDROME - Thy Darkness


VÖ: Bereits erschienen
(Kein Label)

Style: Doom Metal

Homepage:
SARCASM SYNDROME

In den frühen Jahren 1991 – 97 ursprünglich als Punk-Thrashband gegründet entwickelten sich SARCASM SYNDROME aus dem Alpen-Nachbarland Österreich zu einer tiefen melancholischen Doomkapelle reinsten Wassers die auf epischen Doom der CANDLEMASS/SOLITUDE AETURNUS-Schiene zu einer Zeit in den Mid-80ern bis Früh-90ern setzt als die Doom-Szene noch 'kleine' recht überschaubare Strukturen besaß. Hinzu gesellt sich ein Faible für in den 90ern aufblühende Gothic-Doomacts der Liga PARADISE LOST/MY DYING BRIDE/ANATHEMA oder die in ihrer Frühphase ebenfalls dazu zählenden THEATRE OF TRAGEDY. Nach der Auflösung im Jahr 1997 blieb es bis zur Wiedervereinigung zwei Dekaden ruhig im Alpenland, ehe 2017 ein neuer Anfang gewagt wurde. 'Thy Darkness' nennt sich das Sechstrack-Debüt mit dem SARCASM SYNDROME auf dem Doomsektor Fuß fassen wollen. Die Chancen dafür stehen nicht schlecht, zumal die Truppe richtig etwas auf der Pfanne hat. Lässt der bei aller Heavyness etwas anstrengende Siebeneinhalbminüter „Doomed“ rasch erahnen, was da kommt, blühen fünf weitere zwischen vier bis fünf Minuten Stücke pendelnde Kompositionen in prächtigster Schwerblütigkeit umrahmt von deutlich spürbarem Gothic-Touch.

Zeitlupenmuckenfanatiker denen es auch so geht wie mir, sollten von dieser ausnahmslos vor fett in die Magengrube hauenden Riffs, kompakter Schlagzeugarbeit, krachenden Breaks, filigraner Leadsoli, sauberer über ein individuelles Erkennungsmuster verfügende Stimmbandästhetik (vermehrt grüßen THE GATHERING zu deren Mandylion-Ära oder frühe THEATRE OF TRAGEDY-Farbnuancen) aufweisendem hellen Klarorgan von Vocalistin Petra Maier strotzenden Scheibe gefesselt sein. Krachende Riffdynamik, die im Handumdrehen von gediegen schleppend auf mächtig Tempo gesteigert rollendes Wellenbrecherformat umschaltet, kann sich der auf schweren tiefschwarzen Doom-Metal schwörende Rezensent gar nicht erst entziehen. Mit massiver Urgewalt walzen sich die Österreicher durch sechs es auf knapp 31 Minuten Spielzeit bringende Zeitlupenorgien stimmungsvoller Variabilität, bei denen ich nun bereits zum dritten Mal (!) die Wiederholungstaste zu drücken geneigt bin. Das sie nicht nur Slo-Motion beherrschen, sondern auch anders können, sich zumindest noch einen geringen Restbestand ihrer früheren Thrashwurzeln beibehalten haben, zeigt das kontrastreiche Schlußstück „Contrasts“ wo zur Abwechslung plötzlich gar kräftig mit dem Thrash-Hammer zugeschlagen wird. Gekleidet in ein optisch den düsteren Inhalt von 'Thy Darkness' unterstreichendes Coverartwork haben SARCASM SYNDROME vieles richtig gemacht. CANDLEMASS, SOLITUDE AETURNUS-, ANATHEMA, MY DYING BRIDE, PARADISE LOST und ganz frühes THE GATHERING/ THEATRE OF TRAGEDY-Nachtgestalten sollten dieses hochkarätig inhaltsschweren 31-Minuten-Lehrstück intensiv fesselnd dramaturgisch zelebrierter Trauerweidenästhetik mit offenen Armen willkommen heißen. Zwischen hohen Schwarzanteil mischen sich vereinzelt Purpurflecken. Sechs mal tonnenschwerer Epic-Doom gewalzt auf bedrückend massivem Schwerblüter-Level, dessen Essenz dem Spirit stilprägender Originale gewaltig nahe rückend über enormen Wiederkennungswert verfügt.

Fazit: Tonnenschwer Majestätische Heavyness mit Purpurflecken beklemmender Melancholie elegant kombiniert auf feinem-Samt. 8,5/10

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