KARO - Heavy Birthday II & III


VÖ: 14.06.2019
(Pride and Joy Music)

Style: A.O.R./Melodic Hard Rock

Homepage:
KARO

'Heavy Birthday' ist ein weit verbreiteter Gruß in sozialen Netzwerken und Karo Kaffee wurde als Kind gern getrunken. Wusstet ihr, dass es bereits ein Album selbigen Titels gab? 1988 erschien „Heavy Birthday“, das erste und einzige Album der Berliner Melodic-Hardrockband KARO (deren Mitglieder sich zum Teil aus den Deutschrockbands Morgenrot und Karussel) rekrutierten. Sänger Lucas Salzwedel (der sich später Dan Lucas nennend bei 'The Voice of Germany' auftrat ), Keyboarder Robert „Karo“ Strauch aus dessen Spitzname der Bandname entstand, komplettiert von den inzwischen verstorbenen Mitmusikern Erich Holstein (Gitarre) und Ronnie Bosien (Schlagzeug) gründeten das Berliner Melodic-Hardrock-Quartett KARO. Ein Blick auf die Promo-Fotos zeigt die Musiker in Leder und leicht toupiertem 80er-Poserlook was durchaus Erinnerungen weckt; ganz ehrlich - mir waren derart komische Frisuren damals völlig suspekt, doch gehörten sie soviel muss fairerweise attestiert werden - ins typische 80er Disco-Blickfeld hinein. Vom oft dünnhäutigen Schlagzeug und teils nervtötend penetrant auf Disco gemachten Tastengeklimper abgesehen, können der vielseitige Gesangstil und Erich Holsteins flexible Gitarre zu den größten Pluspunkten einer zwiegespalten langatmigen Melodic-Rock-Angelegenheit gezählt werden, die reichlich Stehvermögen abverlangt.

An das Coverartwork der Metalltorte mit knapp einem Dutzend Schrauben als 'Kerzen' (auf dem Original sind alle davon beleuchtet, farbliche Unterschiede zum damaligen Coverartwork fallen ebenfalls direkt ins Auge), erinnere ich mich noch gut zurück. In der HR 3-Sendung Hard n' Heavy wurde dieses Album sogar beworben und ein oder zwei Songs vorgestellt. Ihre besten Momente hatten KARO, wenn sie direkt aus dem Bauch, frisch locker frei von der Leber weg flott vorwärts rockten, dafür gibt’s für die Melodicrock-Fraktion genügend. Beispiel geben griffige Nummern wie „Breakout“, „Take Me Higher“, „Don't You Turn Me Back“, der Partymässigen Groover „Burning Alive“ und „All The Fun“ , „Joyride“, Slow Dancing“ und ein überraschend stark Gitarrenbetont smashiges „Metal Hero“. Neben soviel angenehmer Beschallung steht auch eine Serie wenig überzeugendes tief in die Kitsch & Kleister-Kiste greifendes Material wie „Lost in The Crowd“, „Still Hate To Loose“; „Walking on Ice“, „White Monkey“, „Watch Out“, „Up and Down“ usw. .

„Turned The Trick“ oder „The Only Game“ lassen Parallelen zu der britischen Melodic-Rock-Institution MAGNUM aufkommen, manches ZZ-TOP oder VAN HALEN-Riff hat sich bei so einigen Nummern ebenfalls mit eingeschlichen, „Deceiver“ hat etwas von JOURNEY. Obwohl nur 10 Stücke auf dem Debüt erschienen, haben KARO insgesamt 30 zwischen melodischem AOR und klassischem Hardrock pendelnde Kompositionen herausgebracht, von denen sich immerhin 25 (!) auf dem Cd-Doppel 'Heavy Birthday II & III' befinden. Fairerweise anzumerken gilt – dieses Album stützt sich nicht in erster Linie auf Gitarren, sondern oft deutlich im Vordergrund stehend Keyboardlastige Sounds was nicht unbedingt einem jeden gefallen muss, dafür Melodic-Rockfans umso mehr.

Radiotauglicher Melodic Hardrock recht unterschiedlich schwankendem Qualitätslevels.Viel Top-Niveau trifft zumindest ein halbes Dutzend Mal wenig durchschlagenden Schmalzguss. Musikalisch lagen KARO im Schnittmengenfeld von MAGNUM, KINGDOM COME (die sich in DOMAIN umbenannten); VAN HALEN, SINNER zu 'Dangerous Charme'-Zeiten (in einer allglatt gebügelten Variante) und JOURNEY.

Fazit: Melodic Hard Rock-Fans bekommen mit der umfangreichen KARO- Erinnerungspalette ein pralles Rundumsorglos-Paket spendiert. 7/10

Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden.
Weitere Informationen Ok Ablehnen