DEATH SS - Rock n' Roll Armageddon


VÖ: Bereits erschienen
(High Roller Records)

Style: Vielschichtiger Horror Metal/Rock 

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DEATH SS

Es dürfte sicher keine Übertreibung sein, 'Rock n' Roll Armageddon' als bisher experientiellstes Album in der Geschichte der italienischen Horror-Metaller DEATH SS zu bezeichnen. Der deutlich an die finnischen Hardrock Hallelujah-Rocker LORDI erinnernde und siehe da (!) gar nicht mal allzu weit entfernt davon liegende Titeltrack unterstreicht diesen Fakt kräftig. „Black Soul“ ist eine mächtig fett wummernde Düsterorgie, die vielleicht zu den gehaltsvollsten Düster-Epen der Band ever gehört und gleich zum Auftakt Appetit auf mehr weckt. THERION-Songstrukturen fließen hier gekonnt mit ein. DEATH SS gehen eingängiger dennoch vielseitiger denn je ans Werk, wobei die musikalische Ausrichtung der Scheibe im Spannungsfeld von Metal, Rock, Gothic-, Horror, Industrial und poppigen Strukturen bewegt. „Hellisch Knights“, „Promised Land“ oder „Zombie Massacre“ gehen heftige Symbiose mit dem Industrial-Sektor ein, wobei MARILYN MANSON und ROB ZOMBIE-Influenca hervorstechen. „The Fourth Reich“ sowie das neu aufgelegte 2018er-“Witches Dance“ Remake besitzen kräftigen Industrial-Gothic-Pop-Anstrich, wobei die Gitarre von SECRET SPHERE-Saitenhexer Aldo Lonobile, der einen mehr als achtbaren Job liefert, oft gegen die Dominanz der Keyboards ankämpft. „Slaughterhouse“ gibt sich als rasant flotte Horror-Metal-Grooveattacke, „Forever“, „Creature of the Night“ und „Madness of Love“ zeigen sich im bittersüßen Gothic-Pop-Rock-Gewand, inklusive weiblicher Gesangsfacettierung, wobei die Gitarre mindestens zwei Spuren zu leise drückt, was den Genuss schon etwas einschränkt, zumal trotz schöner Melodieführung hierfür nebenbei fast elf (!) Minuten verbraten werden. Für eine gelungene Überraschung sorgt das zwischen Irish Folk, düsterem Gothic-Flair und leichtem Westernlagerfeuerromantik-Faible schwebende Singer-Songwriter Gourmetstück „The Glory of the Hawk“ im 2018er-Gewand, „This is Your Live“ entpuppt sich als mächtige Emotionsgranate mit Abenteuerfeeling inklusive dezent aufgetragener Mundharmonica.

Fazit: Dieser Scheibe wohlgesonnen zu sein, bedarf sowohl reichlich Überwindung als auch eines extrem breit gefächerten Toleranzfeldes. 7/10