CALIBRE - The Storm Inside

12 calibre

VÖ 13.12.19
(Downfall Records)

Genre:
Metalcore

Homepage:
CALIBRE

Als ich die Vorankündigung zu diesem Album las, weckte alleine das Herkunftsland dieser Band mein Interesse. Einfach mal aus Neugier das Album geordert und reingehört. Nun, der heutige Tag war dazu für die Iraner alles andere als passend, denn die Amis haben bei einem Drohnenangriff gerade zwei hochrangige Militärs getötet…
Von der lyrischen Seite aus gesehen vielleicht gerade jetzt die richtige Art sich von den Geschehnissen abzuwenden bzw. sie zu verarbeiten, denn in den Texten von „The Storm Inside“ dreht sich vieles um menschliche Gefühle und Machtkämpfe. Ein fast schon übliches Szenario also in diesem Genre. Ihre musikalischen Einflüsse beschreiben die fünf Herren aus Teheran mit Bands wie ALL THAT REMAINS, AS I LAY DYING und CALIBAN. Kann man so stehen lassen, sollte die Auflistung aber unbedingt um KILLSWITCH ENGAGE ergänzen, da man diese oft in der knapp über 30-minütigen Spielzeit herauszuhören vermag. Es fällt gleich auf, dass die Perser über die acht dort verewigten Stücke gänzlich auf Keyboards und sonstige Samples verzichten. Dafür setzen die Jungs auf ihrem Debüt verstärkt auf sattes Riffing und eine dynamische Rhythmusfraktion bei den Gitarren. Der Gesang, natürlich zweistimmig, ist im gutturalen Bereich gerade durch seine Aggressivität durchaus ansprechend, demgegenüber bricht der Klargesang jedoch deutlich ein. Es ist bekanntlich auch nicht einfach für beide Gesangsstile einen Sänger zu finden, der beides zusammen perfekt beherrscht. Für ein Erstwerk ist man für die kurze Bandexistenz (Gründung 2015 als instrumentales Trio, ab 2017 mit Gesang) zwar schon recht weit, sollte sich zukünftig beim Songwriting und hier gerade bei den Refrains noch etwas strecken, um den Underground-Status abzuschütteln und vor allem nachhaltiger zu werden. An der komplett eigenständigen Produktion gibt es nichts zu mäkeln. Sie klingt schön satt. Da ist man einigen „Profis“ teilweise schon weit voraus.

Antesten erlaubt!
„The Storm Inside” ist aktuell nur digital verfügbar und kann z. B. über den Bandcamp-Account der Plattenfirma Downfall Records für kleines Geld bezogen werden.

Anspieltipps: Number 13, Faith in Me, The Agony, Hold the Dark

Punkte: 7/10

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