REACTORY - Collapse To Come


VÖ: Bereits erschienen
(Iron Shield Records)

Style: Oldschool-Thrash

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REACTORY

Die 2014er Abrissbirne 'High on Radiation' noch gut in Erinnerung, dem die Berliner Thrash-Maniacs REACTORY zwei jahre darauf 'Heavy' zur Seite stellten, lässt das Quartett aus der Bundeshauptstadt nun den längst überfälligen Drittling 'Collapse To Come' folgen. Es regiert einmal mehr der gute alte Oldschool-Bay Area-Thrash. Nicht nur das bewusst kritisch gewählte Albumcoverartwork spricht Bände. Derart scharfe Killerhooks verbunden mit pfundschwer dahin tretenden Riffbreitseiten wo's wehtut und kombromisslos fette Breaks wie das Berliner Quartett REACTORY sie ausnahmslos am Stück serviert, könnten Acts vom Typ ANTHRAX, EXODUS, NUCLEAR ASSAULT, DEATH ANGEL, SLAYER oder TESTAMENT nicht besser aus dem Halfter feuern. Etwas mehr als dreiundreissig Minuten kreist unentwegt der Knüppel. Dieses Teil geht permanent nur auf die Fresse (!) so, wie es sich für kompromisslosen in den 80ern hängen gebliebenen Oldschool Thrash gehört! Umrahmt von voluminös ausdrucksstarken zentnerfett gebrüllten Backgroundvocals wird bei High-Energy-Geschossen vom Groß-Kaliber „Misanthropic Island“, „Evolving Hate“, „Galactic Ghosts“, „Enemy“ oder dem Besenritt der mächtig abgehenden Weltraumhexe „Space Hex“ literweise Adrenalin freigesetzt. REACTORY-Shouter Hans Hazard kann es mit seinem heftig brüllend, kreischend, kreifend und schreiend rotzräudigen, permanent Gift und Galle spuckenden Organ mit sämtlichen (!) Szenegrößen aufnehmen. Die Gitarrenfraktion Jonny Master/Jerry Reactor entfacht zusammen mit Schlagzeuger Caue Santoz der hinter seiner Schiessbude aus allen Rohren feuert, mörderischen Druck, der zu exzessivem Dauerfaustrecken und gnadenlosem Headbangen bis der Schweiß aus den Poren tropft, verleitet. Was das Songmaterial letzten Endes so unwiderstehlich macht, ist der ungeheuere Vielseitigkeitsfaktor, wenn auf einen schnell abgehenden Part aufeinmal kraftvolle Midtempo-Brücken, finessenreiche Tempodrosselung oder wieder ein von massiven Breaks umrahmt abrupt das Tempo erhöhender Wechsel folgt, zumal so manche Passagen an gängige Thrash-Szenegrößen erinnern ohne die Vorbilder in direkter Form zu kopieren.   

So wie dieser schwere Vorschlaghammer hat mich schon lange kein Oldschool-Thrash-Brett mehr überzeugt, dazu noch ober amtlich fett produziert! REACTORY liefern eine Demonstration granatenharten Oldschool-Thrashmetals auf technisch hochkarätig versiertem Level. Beinharte Genrelunatics, denen das hochexplosiv zu Werke gehende Berliner Thrash-Quartett unbekannt ist, sollten sich nicht nur von dessen Studioalben ein Bild machen. Die Berliner Wrecking Crew ist auf dem Livesektor ebenfalls ein sicherer Garant für ausnahmslos betriebene Zerstörung mit dazugehörigem Circle-Pit.

Fazit: Exzellenter Brachial-Killerthrash auf Top-Niveau! 9/10