SPIRIT ADRIFT - Curse Of Conception


VÖ: 24.04.2020
(20 Buck Spin) - Re-Release

Style: Doom Metal

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SPIRIT ADRIFT

Uuups! Was flattert mir denn da ins Haus? Das 2017er Album 'Curse Of Conception' der US-Doomer SPIRIT ADRIFT als Neuauflage. Keine Ahnung, warum dieses Hammerwerk in der Veröffentlichungsflut vor drei Jahren trotz solch einem phantastisch auffälligen Coverartwork zum sich dran satt sehen und geniessen regelrecht untergegangen ist.  Feinfühlige Passagen mit traumhaften Leadsoli, die selbst BLACK SABBATH, METALLICA, IRON MAIDEN und JUDAS PRIEST nicht besser hinbekommen, werden umrahmt von zentnerfettem Riffbrecher Doom-Firmament á lá SOLITUDE AETURNUS, TROUBLE und PARADISE LOST dessen Sterne hell im Dunkeln strahlen, umhüllt von mystischem Geisternebel. Die Längen aller Songs harmonieren perfekt. Kein Song ist zu kurz oder ergiesst sich in überlanger Monotonie. Was das Quartett um Multiinstrumentalist Nate Garrett und Drummer Marcus Briant hier auffährt, ist unglaublich. Nate Garrett's über allen Stücken thronende Organ verursacht literweise Gänsehaut sowohl bei aggressiv geshouteten, als auch theatralisch-melodisch gesungenen Sequenzen. 

Zunächst geht es bei "Man Of Constand Sorrow" und „Earthbound“ kompakt fest erdgebunden zur Sache, danach wird der mystische Kursweg der kosmischen Empfängnis („Curse of Conception“) eingeschlagen, dem der einer Achterbahnfahrt der Seele gleichende Flug mit gebrochenen Flügeln ("To Fly On Broken Wings") einschließlich gnadenlos mitreissender Breaks folgt. Das Sternenlose Zeitalter („Starless Age“) beginnt zunächst schleppend, ehe es abrupt das Tempo heftig forcierend sich in ein mächtiges alles wegfegendes Gitarreninferno das einer Rauschabfahrt gleicht, verwandelt! Die wuchtige Grabstätten-Einweihung („Gravesite Invocation“) explodiert in herrlich sägenden Gitarren mit brillianten Loops, die gnadenos mitreissen. Und aus dem Ozean tiefster Finsternis gehüllt entsteigt gespenstisch der Herr über alles Leben, um das Universum in apokalyptischer Klage doom rockend neu zu ordnen. Nach dem vertäumt orientalischen fast schon ein wenig an naturmythologisch-epische BATHORY erinnernden Zwischenspiel "Wakien" fügt das Universum im Schlußfinale "Onward, Inward" seine äußerlichen und innerlichen Strukturen wieder zusammen, das Chaos wird neu geboren! Aus einer zunächst schleppenden Schwerblutorgie wird zeitweise ein brutal heftig explodierendes Zwischen- Intermezzo, das in Wogen schleppender Schwermut getaucht, versinkt. Gehüllt in ein wunderschön kosmo-apokalyptisches Coverartwork weiss diese unterhaltsam gedehnte 48-Minuten-Doom-Odyssee auf ganzer Linie zu überzeugen. Fesselnd melodisch, umwerfend, überbordend-mächtig.

Fazit:Glanzmomente zeitloser Metal-Klassiker der Schule BLACK SABBATH; METALLICA im 'Ride The Lightning'-Fieber, IRON MAIDEN oder JUDAS PRIEST verbinden sich mit zenterschweren Doom-Gewitterstürmen Marke SOLITUDE AETURNUS, TROUBLE und PARADISE LOST im finster melancholischen Gezeitenstrom auf dem Kreuzungsweg kosmischer Apokalypse vereint. Beeindruckend gewaltig, - raumgreifend-tiefenemotional, - ausnahmslos majestätisch! 9/10