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CERVET - Holidays in Corpseland


VÖ: Bereits erschienen
(Eigenproduktion)

Style: Thrash Metal

Homepage:
CERVET

'Holidays In Corpseland nennt sich das erst nach 30 Jahren erscheinende Longplaydebüt der Aschaffenburger Heavy/Thrashband CERVET, die es tatsächlich schon so lange gibt – Verarschung? Kein Witz, sondern Fakt! 'Urlaub im Leichenland' ein reichlich makraber Titel für dieses im ersten Moment an US-Deathmetalinstitution CANNIBAL CORPSE denken lassende Longplay-Debüt, wobei der Vergleich nicht so ganz passend ist.

Drei Demos, zwei Fünftrack CD's/DVD's und eine Single haben sie bislang auf dem bandbiographischen Konto verbuchen können, da waren andere Combos um ein vielfaches fleißiger. Unabhängig davon, präsentiert sich das Aschaffenburger Quartett CERVET auf dem vorliegenden Longplay-Einstieg erfrischend kraftvoll. Neben satter grundlegend Traditioneller Heavy Metal und Thrash-Schlagseite scheut der flexible Vierer ebenso wenig vor Einsatz von Elementen aus klassischem Hard Rock, Power Metal und Punk zurück, was der treibenden Thrash-Basis eine interessante Eigenstilnote von hohem Wiedererkennungswert verleiht. Als weiteres Plus darf der flexible sich breitgefächert von Hochton bis kehligen Thrash-Shouts und tiefen DeathGrowls präsentierende Gesangsstil bei flotten Heavy/Thrash/Death-Metal Fetzern, denen zwischendurch sogar leichter Hang zum Grindcore (!) entströmt vom Typ „The Rising Shadows“ oder 'Holidays in Corpseland' gewertet werden, nicht zu vergessen die Hochgeschwindigkeitsgeschosse „Slide it in my Back“ und Sarcastic Sacrifice“, wo das Geschwindigkeitslimit bis zum äußersten überschritten wird. Überhaupt weiss ein verstärktes Maß an Originalität (das fade Intro und Outro einmal gänzlich außen vorgelassen) klare Akzente zu setzen.

Exzellente Gitarrenarbeit erzeugt öfters bedrohliches Atmosphärenlevel, das auch ohne Keyboardkleister und Bombast prächtig funktioniert. „King Of The Damned“ erinnert durch verzerrt raue Gesangsphrasierung ein wenig an PARADISE LOST-Fronter Nick Holmes, während heavy auf's Geweih drückende Grooves beklemmende an SUICIDAL TENDENCIES (!) erinnernde Aura verströmen, was dem Stück einen interessanten Anstrich verleiht. Der eingängige brachiale Riffbreitseiten austeilend rotzräudige Groover „Hate“ erinnert im Groben an einen Bastard alter METALLICA, VENOM und PARADISE LOST. „Feeding Time kleidet sich samt wechselhafter Gesangsstile in ein eng anliegendes stellenweise doomiges PARADISE LOST/TYPE O' NEGATIVE Korsett, das zur Hälfte abgelegt wird, um sich in einen ruppigen Thrashbastard aus MACHINE HEAD/frühen METALLICA zur 'Master Of Puppets'-Ära zu verwandeln, ehe bei brutalen Hochgeschwindigkeits-Geschossen vom Kaliber „Slide Down My Back“/“Sarcastic Sacrifice“ der mächtig Schläge im frühen KREATOR/ PROTECTOR-Format austeilende zeitweise in Richtung des harrsche Thrashattacken mit wütendem Grindcore verschmelzenden in den 80ern sichtbar Spuren im Teutonenmetal-Underground-Tonträgerwald hinterlassenden Extrem-Metalkommandos NECRONOMICON zeigende (Thrash)-Knüppel kreist, während „Secret City“ raffiniert zwischen ekstatischem Highspeedgeballer und klassischem Heavy Metal pendelt.

Dem vielseitigen Quartett ist dessen lange Studioerfahrung deutlich anzumerken. Soviel Druck auf der Klampfe müssen ähnlich gelagerte Acts, die trotz langer Pause selten bis kaum von sich hören lassen, erstmal auf die Kette bekommen; auch das Drumming ist durchschlagskräftig. An schneidigen Harmonien, rhythmischen Killergroovelines, packender Tempovariation, quirligen Melodien, wirkungsvollem Gesang und räudiger Dreck-unterm'-Fingernagel-Straßenattitüde verbunden mit immenser Kreativität mangelt es dem Aschaffenburg-Vierer CERVET keineswegs. „Rotting in the Gallows“ und der massive schon 2014 als Single veröffentlichte Hit-Hymnen-Groover „Yes, We Bang“ treten erneut kräftig in den Hintern, das es nur so kracht! Ein zum schroffen Ton passendes Artworkdesign rundet den stimmigen für eine Eigenproduktion über dies überraschend professionell gemischten 12-Trackling ab.

Fazit: CERVET sind ein viel zu lange versteckt gebliebener Geheimtipp auf dem Sektor der harten Gangart, den es allein aufgrund seiner erlesenen Vielschichtigkeit für die immer stets hungrige Thrash-Fraktion zu entdecken lohnt. Anspieltipps: Keine, dafür dringende Test-Empfehlung, um sich das Ding bei Bedarf zuzulegen. - Fett! 8/10

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