SIX BY SIX - Six By Six

08 sixbysix

VÖ: 19.08.2022
(Inside Out)

Genre: Prog Rock

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SIX BY SIX

Der Prog-Bereich bringt immer wieder interessante Konstellationen zutage, gerade auch in der Pandemie, wo sich Musiker im Netz zusammen taten und neue Projekte im Studio angingen. Dass nun Nigel Glockler von SAXON in einer progressiven Combo spielt hätte nicht jeder erwartet. Dabei vergessen viele, dass der Mann schon Sessions für GTR und ASIA getrommelt hat. Selbst wenn Biff Byford sagt, dass seine Truppe in dem Leben keine Progband mehr gibt, so sind alle Mitglieder große Progfans. Und ihr selbstbetiteltes Debüt zeigte noch viele rudimentäre Einflüsse der progressiven Siebziger.

Im Studio von ASIA traf der Brite dann öfter auf Ian Chrichton von SAGA, der das ein oder andere Solo beisteuerte. Nun legen die beiden gemeinsam los, in der Livepause hatte der Gitarrist kreative Freiräume. Größter Nutznießer dieses Unterfangens dürfte der Robert Berry sein, dem nach dem Tod von Keith Emerson seine Beschäftigung mit ELP weg brach. Und die Wiederaufnahme ihres alten Projektes 3 läuft in der Masse der Produkte bei Frontiers lediglich auf Sparflamme. Mit Bass, Keyboards und Gesang übernimmt der US-Amerikaner auch den Löwenanteil von SIX BY SIX.

Das hört man auch bei der Melodieführung und diversen Spielereien auf den Tasten heraus. Allerdings stellt sich Chrichton als der Fixpunkt heraus, dessen Ton das Album prägt. Der Kanadier verfügt eben über einen völlig eigenen Stil, vom dem er sich auch hier nicht lösen kann. Diese kantigen Riffs, die live schon mal Prog Metalsphären streifen, bei aller Komplexität immer rocken hört man immer heraus. Selbiges gilt für sein Solospiel, wobei er hier versucht etwas rauer rüber zu kommen. Die Harmonien mit den Tasten geht der Mann schon bei Opener „Yearning To Fly“ in gewohnter Manier ein.

Was natürlich dazu führt, dass SAGA an allen Ecken und Enden heraus zu hören sind, auch wenn die Synthesizer in „Skyfall“ auch mal zeitgemäße symphonische Wege einschlagen. Mit Blick auf die Neunziger sind aber selbst solche Klänge in der Karriere des Gitarristen nicht fremd. „The Upside Of Down“ offenbart dafür auch viel New Wave-Melodik, mit denen seine Stammformation in den Achtzigern flirtete, inklusive interessanten Bassläufen von Berry.
Neue Einflüsse finden sich „Reason To Feel Calm“ bei dem Chrichton in seinen Leads keltische Motive transportiert und das Trio einen Longtrack erschafft. Und in „Battle Of A Lifetime“ darf er sogar bluesige Töne anschlagen, was ihm gut zu Gesicht steht. Das alles wird in den Kontext von „Six By Six“ integriert, dem es an großen Momenten mangelt, so gekonnt das auch in Szene gesetzt ist. Was unter anderem daran liegt, dass der Drive fehlt, weil Glocklers Beiträge ziemlich untergehen.

6,5 / 10


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