THE SHADOW LIZZARDS - Someone's Heartache


VÖ: 19.08.2022
(Tonzonen Records)

Style: Vintage Rock

Homepage:
THE SHADOW LIZZARDS

In Süddeutschland gibt es eine immens lebhafte Vintage Rock-Szene, die viel zu bieten hat. Dazu gehören die vielseitigen zu meinen Faves zählenden Münchener COLORHAZE. Auf dem Psychedlischen Vintage Hard Rock-Blues-Sektor wissen auch THE SHADOW LIZZARDS das geneigte Ohr zu überzeugen, deren zweites Album 'Someone's Heartache' via Tonzonen Records erscheint, beinhaltet intensiv raumgreifende Klangcollagen aus PINK FLOYD, BOB DYLAN, JIMI HENDRIX, STEPPENWOLF, THE DOORS, DEEP PURPLE, ZZ-TOP und vieles mehr.

Das Improvisation im Vocabular des begabten Trios ganz weit oben steht, scheint ebenfalls desöfteren mal durch. Neben Einflüssen erwähnter Acts sind spürbar vorhanden, dazu gesellt sich das Faible für Singer-Songwriter und klug dazwischen gewobene Americana-Passagen oder gar eine Vorliebe für gemäßigt epische sich im Spacesektor verlaufende Ruhepassagen. Es ist fast als wären auch PINK FLOYD ein Stück weit wieder geboren. Da ich das Debüt der Jungs nicht kenne, gibt es auch keinerlei Wertung dazu.THE SHADOW LIZZARDS bestehend aus: Jochen Leistner – Vocals, Organ, Bass, HarpKris Karla – Guitar & Backing Vocals und Oliver Pfeiffer – Drums & Percussion erzeugen ihren völlig eigenwilligen Sound einschließlich Wiedererkennungswert, wobei kreativer Ideenvielfalt nichts im Wege steht.

Im Bluesrocker „Who is Who“ zieht das Tempo abrupt an. Die drei stärksten Tracks bilden das gewaltige Auftaktdoppel, zunächst geisterhafte PINK FLOYD-Sphärenlastigkeit erzeugende, intensiv raumgreifend mittels Mundharmonica etwas nach Enrico Morricone Westernsoundtrack klingend extrem Tiefgang entfaltende Instrumental, ein mit kraftvoll Bluesrockig röhrendem-Gesang sich schleichend aus den Boxen quälendes „You Can't Runaway From Your Soul“ und der gechillte dennoch ebenfalls im raumgreifenden Modus offerierte in gespensterhaftem Unterton daher kommende Psychedelicsmasher „No One Can Save Me“. Organisch flexibel anstatt verkopft progressiv gehen THE SHADOW LÌZZARDS zu Werke.

Trotz deutlichem 60er bis 70er-Jahre-Bezug, bleibt der Sound naturbelassen zeitgemäß ohne sich abzunutzen. Explosive Leadgitarrensoli, abrupte Rock n' Roll-Sessions die sich zur Orgie steigern und plötzlich mal wieder das Tempo rausnehmen, spannungs geladene Momente, gefühlvoll sanfte Passagen, epische sich in gedehnte Längen ziehende schrittweise sich steigernde Atmosphärenmomente und knackiger Rock verbinden sich zu einer gehaltvollen Melange. Gerade durch Einsatz langer Orgelsilhouetten in Verbindung zum klassischen Rhythm and Beat gibt den Songs zeitlosen Tiefengehalt. Spielraum für diverse Interpretation ist zur Genüge vorhanden. Kein Wunder, dass dieses begabte Trio bereits zusammen mit DEEP PURPLE-Keyboarder Don Airey, der schwedischen Psychedelic-Alternative-Rockcombo HEAVY FEATHER, den Psychedelic Rockfreaks ELDER sowie den Dresdener Neo Vintage-Krautrock-Senkrechtstartern WUCAN sammelte. Dennoch wird auch eines klar: In dem Trio steckt ungeheueres Potential, das bei weitem noch nicht ausgeschöpft mit steigender Tendenz nach oben zeigt.

Fazit: Interessant vielseitige Mixtour aus zähfließend schwerblütigem Blues, klassischen Hard Rock-Roots und tief unter die Haut gehendem Psychedelic Faible. Wow! 7/10


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