THE GASÖLINES - Death Or Eternal Glory


VÖ: 28.10.22
(Speed Club Records)

Style: High Octane Rock n' Roll

Homepage:
THE GASÖLINES

Gerade in Zeiten wie diesen, wo der Rock n’ Roll zunehmend weichgespült, der Markt von zu vielen Erzeugnissen halbgarem Plastikrock überschwemmt wird, die kein echter auf druckvolle Gitarren schwörender Rock n’ Roller mag, benötigt der harte Starkstromgitarrenbereich vor allem eines: Unverschämt durchschlagskräftige Arschtritte mit aufreizend  provokativ-Prollrock-Charme nach allen Seiten verteilend kompromisslos intensiv bis unter die Decke gehendem Rotzrockfaktor und Attitüde vom Kaliber verteilende High Speed Rock n' Roll-Brecher vom Kaliber “Rum Runner 500”, “Hellbreaker”, “Burning Dice” oder “Sunset Boulevard”. Rock n' Roll muss wüst, rebellisch, krachend-laut klingen statt verniedlicht zuckergusslastig, butterweich-sahnekäsig. Eine deftige Ladung massiv röhrendes Kraftfutter für die Ohren. Das Feld worauf einst HELLACOPTERS, GLUECIFER, BACKYARD BABIES und TURBONEGRO ihre fette Ernte einfuhren, gehört mittlerweile schon längst Bands wie THE GASÖLINES oder LOU SIFFER AND THE HOWLIN’ DEVILS. Ok, bleiben wir bei ersteren. THE GASÖLINES haben wieder mächtig Dampf auf der Kühlerhaube. Die Norweger schmettern Rock n’ Roll mit Orkanwindartiger Energie ohne Rücksicht auf Verluste. “Raceway War” müffelt nur so nach Hölle, Diesel & Staub, dass es unaufhaltsam kilometerweit gegen den Wind in die Nase dringt, während “Snakebite” mit breitem Stadion 3-FachX-Riff ausgestattet, Schlangenbisse in Serie verteilt. Sogar ein Tempogedämpfter von Catchy Refrains begleiteter Asphalt-Ohrwurm-Rocker Marke “Dragstrip Inferno” hämmert von unwiderstehlichen ‘Bababa’-Singalongs umgeben mit soviel Wucht, dass es zahlreiche Plastik Rock-Combos bereits nach zwei Minuten aus den Schuhen haut! “Grand Prix” knallt in bestem early ROSE TATTOO-Flair als wären die Uhren im harten 80er Pub und Clubrock stehen geblieben... der sich mit räudigem Straßenpunk-charme vermischt damit geht die Abfahrt weiter. Nummern, die der feisten Wohlstandsgesellschaft dreckig speckig ins Gesicht lachend spöttisch den Spiegel ihrer eigenen Dekadenz vor’s Gesicht halten. Aufmüpfiger Protest und Lebensfreude stehen bei THE GASÖLINES auch weiterhin an vorderster Stelle. Diese Art Rock n' Roll wird nur in einer Form serviert: Laut!

Death und Thrash Metal sind hart? Das mag durchaus so sein, doch dann habt ihr noch nicht THE GASÖLINES gehört..(!) wo jeder Trommelschlag und jedes Riff wie ein schwerer Vorschlaghammer auf die Rübe gehen, während explosive Leadsoli Vulkanlandschaften zum Ausbruch und eure Boxenwände bersten lassen! “Welcome To My Hell” gibt passend Beispiel und liefert auch den extrem kultigen Titel gleich mit. Das erinnert mich an das 1991er NOISY MAMA... Sleaze-Rock Masterpiece-Album ‘Everybody Has One...’ Oh ja, und diese Schwedencrew macht neben gewaltigem Lärmtumult überhaupt keine Gefangenen, wenn es darum geht, den Rock n’ Roll in Strömen fließen zu lassen! Keine Ahnung, woran es genau liegt, aber diese Jungs packen mich jedesmal auf’s Neue: Ungeschliffen dreckiger höllisch scharfe Reisszähne aus Stahl zeigender geht’s nicht mehr!  Ist das wieder geil! Verstehe einer, warum dieses Album so lange auf sich warten ließ... und nicht schon vorher an mich weitergeleitet wurde... Uaaaaaarrrrrrrgggggghhhhhh! Beim Aufdrehen dieser Hagel und Granaten speienden Rock n’ Roll-Vollbedienung bleibt abermals kein Auge trocken.Und jetzt zur Feier des Tages drei Runden Headbangend um den Schreibtisch drehen.

“Burnin’ Dice” könnte glatt als ‘Going To Brazil’-Schwesterstück durchgehen - Hammer! Die irrwitzige Partynummer knallt derart heftig derbe mächtig Hiebe nach allen Seiten austeilend, und dennoch soviel Punkeinschlag das bringt die Adrenalin von 0 auf 100 nach oben und den Testosteronhaushalt von Anfang bis im Handumdrehen zum Hypereskalieren! Rauh, roh, ungeschliffen mit brachial-Zerstörungsfaktor.Fazit: Hammergeiler sämtliche Wände zum Wackeln bringend ungeschliffen räudiger Straßen Rock n’ Roll der sich ausnahmslos für abenteuerlich gedehnte Highwayfahrten, exzessive Bikerparties und laue Mainstreammetalabende eignet, um räudig-dreckig knochenharte Vibrationen auf’s Dach zu geben, dass es nur so kracht um echte Rock n’ Roller zum völligen Durchdrehen zu bringen. Und was trifft es besser als “The Devil in Me”, um das Tier mal richtig von der Kette zu lassen? - Rocken auf Teufel komm raus!

Und sie haben es schon wieder getan... mit ihrem energiegeladenen High Octane Rock n Roll mächtig die Ohren freigeblasen! Auf THE GASÖLINES ist und bleibt Verlass, wenn’s drauf ankommt. Wo auf dem coolen fette neun Punkte einfahrenden Vorgängeralbum ‘Cannonball Run’ noch manches (wenn auch wenig) unrund lief ist auf ‘Death Or Eternal Glory’ nichts mehr davon übrig. Anspieltipps: Keiner - stattdessen das ganze vor Leidenschaft, Dynamik und Freude aus allen Nähten platzende Album, 3mal hintereinander!

Fazit: Anhängerschaft von MOTÖRHEAD, NITROGODS, CHROME DIVISION, LOU SIFFER & THE HOWLIN' DEMONS, CROSSPLANE & Co. Sollte sich diesen Silberdeckel ganz oben auf den Einkaufszettel schreiben. Rockt wie Hölle! Was für ein Pfund! Hart, Härter... am Härtesten...  - THE GASÖLINES! 9,5/10


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