BLACK SWAN - Paralyzed

03 blackswan

VÖ: 27.02.2026
(Frontiers Music)

Genre: Hard Rock

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BLACK SWAN

Supergroup ist ein inflationär gebrauchter Ausdruck, gerade bei einigen Frontiers-Produktionen, aber hier passt der Begriff. Aufgebaut um die Stimme von Robin McAuley, der bei FAR CORPORATION anfing und später immer wieder Sänger von MSG war.  Auf dem letzten Album, bei dem sein Name im Bandtitel zu finden war bediente Jeff Pilson den Bass, der zuvor bei DOKKEN war und schon lange mit FOREIGNER unterwegs ist. Bei seiner ersten Station arbeitet er zwischendurch mit Reb Beach zusammen, der von WINGER kam und anschließend bis zum Ende bei WHITESNAKE die Saiten dehnte. Erfahrungen mit Supergroups hat bereist Matt Starr, der Pat Torpey an de Kesseln von MR. BIG ersetzte. Mit „Paralyzed“ hauen BLACK SWAN bereist ihren dritten Longplayer raus.

Wir schreiben das Jahr 1989, als letztgenannte Truppe gerade ihr Debüt veröffentlichte und der Autor dieser Zeilen seine Leidenschaft für harte Klänge endgültig etabliert hatte. „Slip Of The Tongue“, „Beast From The East und „Save Yourself“ liefen in dem Jahr auf Dauerschleife, als alles Werke an denen die Protagonisten hier einen gehörigen Anteil haben. Nicht verwunderlich, dass sich das Ergebnis wie eine Schnittmenge aus genau den Scheiben anhört, von Pilsons teils modernen sonstigen Projekten merkt man da nichts.
Dafür knüpft man nahtlos an den Vorgänger „Generation Mind“ von vor vier Jahren an und präsentiert sich songwriterisch stärker als auf den Soloscheiben von McAuley. Die Drums donnern mächtig, die Snare ballert dick, die Arrangements knallen, die S Doppelschläge bringen „The Fire And The Flames“ mächtig voran. Beach hat großartige präzise Riffs am Start, die wie in „Carry On“ nach vorne laufen, dem Opener „When The Cold Wind Blows“ verpasst er feine Leadpassagen, und solistisch reißt er ein ums andere Mal den Bau ab.

Bei „What The Future Holds“ duelliert er sich dabei gekonnt mit den vier Saiten, die den Rausschmeißer prägen. Und der gute Robin hat die Melodien fassweise am Start, auch wenn manch ein Refrain, etwa in „Battered And Bruised“ ein wenig mehr Drive vertragen hätte. Dafür groovt „Shakedown“ fast wie weiland DOKKEN, mit einer rock´n´rolligen Attitüde, auf der andere Seite marschiert „Death Of Me“ in bester Schenker-Manier nach vorne. Durchgedrückt wird das Gaspedal dann beim Titeltrack mit dezent metallischer Kante, die „If I Was King“ noch etwas schwerer ausarbeitet.
Als Kontrast liefert „I´m Ready“ die ruhigsten und auch besten Momente ab, der sphärische Beginn mit schönen Leadfills könnte ebenso von der MCAULEY SCHENKER GROUP stammen. Zum Refrain steigert sich die Dramatik, bis jener mit breiten Gitarrensalven losbricht und so richtig Stadionfeeling evoziert. Natürlich hat man das alles schon öfter gehört, speziell bei den Outputs ihres Labels, aber in der Qualität seltener. Wer sich aber wie der Rezensent ins Jahr 1989 zurücksehnt, ist mit „Paralyzed“ bestens bedient, lässt es diese großen Zeiten wieder hochleben.

8 / 10