NMB - L.I.F.T.

03 nmb

VÖ: 27.02.2028
(Inside Out/Sony)

Genre: Progressive Rock

Homepage:
NEAL MORSE

Nachdem der Großmeister des Retro Prog zuletzt mit THE RESONANCE ein neues Vehikel aus jungen Musikern am Start hatte, war es ihm wieder nach seinen alten Bekannten. Neben den alten Haudegen Randy George am Bass und Organist Bill Hubauer, Spezialist für obskure Soloalben befinden sich weiter Stars in der NEAL MORSE BAND. Eric Gilette, der aktuell bei TEMIC die sechs Saiten zockt, ist mit seinen 41 Jahren der jüngste der Band. Mike Portnoy hingegen kennt die gesamte Progwelt als Drummer von DREAM THEATER, der mit Neal Morse auch bei TRANSATLANTIC spielte. Nun hat die angestammte NEAL MORSE BAND mit „L.I.F.T.“ ein neues Album auf den Markt gebracht.

Wer jetzt von den Cracks das große Feuerwerk erwartet, wird vielleicht enttäuscht sein, denn die Fünf stellen ihre Fähigkeiten alle in den Dienst der Songs. Selbst das Instrumental „Gravit´s Grip“ bietet keine ausufernden Abfahrten, sondern konzentriertes Spiel und feine Leadmelodien mit ein paar Ausbrüchen. Morse hat einfach seine Formel gefunden und versucht mit den mehr als siebzig Minuten eher zu erzählen und Emotionen zu vermitteln. Wenn überhaupt mal seine Mitstreiter ihre technischen Fähigkeiten unter Beweis stellen, dann im sich anschließenden Longtrack „Hurt People“. Gerade Hubauer glänzt an Orgel und analogen Synthesizern, dahingegen sich Gilette dem Prog Metal seines Drummers nähert.

Wo die früheren Kollegen des Masterminds wieder stark zu den klassischen Symphonic Prog-Welten zurückgekehrt sind, herrscht bei NMB weiter der melodischere US-Prog vor. Toll gestaltet sind die beiden Teile von „Fully Alive“, jeweils fast zu Beginn und Ende von „L.I.F.T.“. Zum Auftakt sehr beschwingt mit tänzelndem Piano kommt der zweite Part psychedelischer, auch wenn die Refrains die selben sind. An Atmosphäre weiß das schwermütige „The Great Withdrawal“ noch einen drauf zu setzen. Dessen floydige Ausflüge vermag die Ballade „Shame About My Shame“ mit weiten Chören weiterzuführen, zu der der gute Eric ein warmes, gefühlvolles Solo spendiert.

Ruhige Klänge prägen ebenso „Carry You Again“, bei dem Morse zur Klampfe greift. Mit der Zeit lässt er die Töne herab perlen, die Harmonien mit Hubauer bewegen sich zwischen U2 und MEAT LOAF. So monumental wie der Opener „Beginning“ ausfällt beendet „Love All Along“ den Dreher. Nach großen Fanfaren wird das Tempo völlig herausgenommen, Gitarrenelegien lassen die Dynamik wieder anschwellen, Chöre, Orchestrationen und wuchtige Breaks türmen sich aufeinander. Alles meisterlich punktgenau von diesen Könnern innerhalb von nur neun Tagen eingespielt, und von Rich Mouser mit viel Raum für die einzelnen Elemente abgemischt, die großes Kopfkino erzeugen.

8 / 10

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