MIDRYASI'S KULT - Italian Dark Sound

VÖ: 27.03.2026
(Dying Victims Productions)
Style: Dark Metal
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Dying Victims Productions
Obskure Alben Bizarrem Inhalts haben stets ihren Reiz. Mal schauen, was dabei herausgekommen ist. Allein Bandname MIDRYASI'S KULT und treffender Albumtitel 'Italien Dark Sound' sagt ziemlich viel. Insgesamt elf Musiker waren am Enstehungsprozess dieser Aufnahmen beteiligt, da kommt schon einiges zusammen. Auf das 2025 produzierte 'Mountain Devil'-Demo folgt nach der Generalprobe nun also die Kür, alle drei Demostücke bilden zusammen mit fünf Weiteren, den Inhalt dieses auf lediglich 31:12 Minuten gebrachten Debüts. Wenn PENTAGRAM, CELTIC FROST, DANZIG, HAWKWIND, KING DIAMOND, MERCYFUL FATE, BATHORY, und JACULA-Einflüsse fließend zur Melange werden, fällt das schon kräftig aus dem Normalrahmen heraus. Hinzu kommen BLACK HOLE, DEATH SS und NWOBHM was insgesamt ein hochexplosives Gemisch ergibt. Gegründet von Szeneveteranen der italienischen Dark-Metalszene unterschiedlicher Stilrichtungen – DOOMSWORD, MYDRYASI, AGARTHI und FIURACH – Elemente aus den Bereichen Doom, NWOBHM und früher Black Metal treffen in fesselnder Dosierung zusammengesetzt aufeinander. Passenderweise druckvoll zugleich verwaschen aufgenommen, entwickelt das Album viel Reiz.
Haut der fette Groovehammer „Italian Dark Sound“ im DEATH SS/MERCYFUL FATE/PENTAGRAM -Stil gleich mal richtig fett auf's Geweih, fließt nicht weniger tempo reduziert gebremst okkult-doomiger Anstrich ein, danach geht inklusive heißerem Gelächter nocheimal richtig die Post ab!„M.I.M – Mayhem“ umgarnt von fetter Düsteraura lässt für mich keinen Zweifel daran, woher dieser für den weiteren Verlauf immens wichtige Stilanteil kommt. Geschwindigkeitsrekorde stellt der Song nicht auf, dafür geht es mittels Orgelklängen, leidenschaftlich klagendem Gesang zunächst schwerblütig ans Werk, danach folgt der Brückenbildende nach spacelastigem HAWKWIND-Feeling nur so müffelnde Loop, ehe sich das Düsteraurapathos nocheinmal verdichtet. „Into The Cellar“ lässt verwaschenem 70er Faible genug Freiraum. „Mountain Devil“ der Titeltrack vom 2025er Demo besticht als weniger komplex dafür geradlinig in die Vollen gehender Groovesmasher im Hymnenformat, ok, das abgehackte Blackmetal-Gebolze am Schluß ist überflüssig es versaubeutelt den Song am Schluß noch etwas. „Temple For Damnation“ geht fast 1:1 auf PENTAGRAM-gemachte Referenz durch, - es rumpelt, wummert, knarrzt so herrlich verwaschen körnig in jeder Ecke, hier passt der opulent raumgreifende leidenschaftliche Klartongesang wie die Faust auf's Auge, dem steht in „The Slow-ter (of Genius-Legacy) ein Doomgrower mit satt rollender Gitarrenwand gegenüber, danach folgt das Midryasi-Cover „Hypnopriest“, um Einblick in die Combo des Namensgebers hinter diesem obskuren Dark Metal-Band Line Up zu geben, der Song vereint HAWKWIND, PENTAGRAM, richtig schräg wird’s wenn ein eher als Intro angedachter Song zum Outro gerät, - „The Lost Son of Sylvester“ Anfang – bezieht sich das nun auf den Jahresabschlußtag als Drehpunkt für's kommende, darauf folgend neu beginnende Jahr? Ist es vielmehr als Tribut für DEATH SS-Bandkopf Steve Sylvester zu betrachten, dessen Einfluss zahlreiche Italienischen Dark Metal-Bands prägte, der Albumtitel kommt nicht von ungefähr. Damit weiß der Fankreis nun woraus 'Italienischer Dark Sound' sich zusammensetzt.
Fazit: Energiegeladen, spannend und gehaltreich obskurer Dunkelheimer-Metal. Anhängerschaft dunkler italienischer Stromgitarrenmusizierkunst sollte auf diese durchaus ambitionierte für höhere Weihen gegründete Formation künftig ein Auge haben. Heftig berauschender Dark-Metal Tobak auf knackigem Level! 8/10

