LYNX - Trinity Of Suns

VÖ: 24.04.2026
(Dying Victims Productions)
Style: Epic Blues Folk Progressive Melodic(Retro) Hard Rock/Proto Metal auf 70er Basis
Homepage:
LYNX
Legte die Gießener Hard n' Heavy-Formation LYNX vor fünf Jahren ihr starkes Debüt vor, ist die Spannung auf das Folgewerk enorm gestiegen. Mittlerweile gab es gravierende Änderungen. Die Musikalische Ausrichtung fokussiert sich nunmehr auf 70er Hardrock, Proto Metal-Anteile sind stark gewichen, Original Sänger/Gitarrist Marvin Kiefer hat die Band 2021 verlassen, der seit 2022 freie Platz wurde mit Keyboard bedienender Sängerin Namens Amy Zine neu besetzt. Mögliche Sorgen, die Band könnte mit zwei Keyboards auswimpen, sind überflüssig. Gitarrist Tim Künz kann dadurch zwischen Gitarre und Keyboard wechselweise pendelnd variieren, was mehr Kreativfreiraum für Überraschungsmomente lässt.
„Voyager“ startet als knapp achtminütiger Auftakt in eine fesselnde Abenteuerreise voller Gedankenbilder-Emotionen mit wechselhaft männlich-weiblichem Gesang ein zwischendurch integrierter Sprechpart gibt dem Song etwas Nachdenkliches, anschließend rockt es traditionell hart im Sinne von DEEP PURPLE, BLUE ÖYSTER CULT oder THIN LIZZY. Spätestens bei Track zwei „Oppressive Season“ machen sich Parallelen zu den auf 70er Melodic/AOR gepolten Finnen HÄLLAS bemerkbar. Amy reizt indessen ihre gesamte Stimmbandkapazität aus, mal glockenhell klar, dann wieder mit Nachdruck, streut Singalongs oder röhrt im Bedarfsfall rauer, begleitet wird sie von männlich gesungenen Parts. „Trinity of Suns“ entschwebt ersteinmal sanft in andere Welten jenseits der Normalität, danach kann die Seele schwebend entspannt baumeln, während es kräftig fließend rockt. Sängerin Amy erweist sich für die Band als echter Gewinn. Ihr helles zugleich variables wie Charismatisches Organ verleiht dem Songmaterial Ausdruck, Würde, Anmut, Sinnlichkeit.
„Panhelia Interlude“ stellt die auf dunkler Folk-Rockmelancholie gebaute Instrumental-Verbindungsnahtstelle zum Restmaterial dar, ehe das Fremde Zeichen am Himmel („Stranger Sign in the Sky“) erkennen lässt, dass es noch irgendwo da draußen etwas völlig anderes gibt als die Menschheit. Kraftvoll melodisch vorwärts rockend folgt ein Dammbruch ganzer Wagenladungen voller Emotionen. „Seven Days of Darkness“ taucht hinein in den Melancholie-Ozean, entwickelt per Akustikgitarre in Kombination zu Flötenklängen kribbelnd unter die Haut gehendes Psychedelic Flair. Amy singt mal blues, folk und solullastig. Ob Vergleiche zu Jex Thoth (JEX THOTH), BLUES PILLS-Chanteuse Elin Larsson oder Jess (JESS AND THE ANCIENT ONES) berechtigt wären? Soviel mystisches Fusions-Rock-Flair wirkt ansteckend – ebenso wie beim großen von durchweg unwiderstehlich rockigen Gitarrengroove und Ami's dynamischer Stimmbandkraft angetrieben zum Ende trotz Spacelastigkeit noch kräftig Tempo machende, wiederum an HÄLLAS oder BLUE ÖYSTER CULT erinnernden Schlußakkord „Island Universe“.
Fazit: Flexibles Melodic Rock/Hard Rock-Kraftfutter im zeitlosen Raster. Großes Epic-AOR Melodic Folk Blues Space-Kino für Fans im Orbit von DEEP PURPLE, GENESIS, HÄLLAS, PINK FLOYD, THIN LIZZY, BLUE ÖYSTER CULT. 9/10

