ALICE COOPER - Along Came A Spider

VÖ: 08.05.2026
(earMUSIC/Edel)
Genre: Hard/Psychedelic/Garage Rock
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ALICE COOPER
Nachdem er mit der Hinwendung zum Hair Metal zurück auf die Erfolgsspur fand, wusste der Meister des Schock Rock nach dem Abflauen der Welle nicht so recht, wo er hinwollte. In der Folge biederte er sich vermehrt am Zeitgeist an, ob dem düsteren „The Last Temptation“, oder nach längerer Pause mit industriellen Klängen auf „Brutal Planet“ und „Dragontown“. Mit dem holprigen „The Eyes Of Alice Cooper“ und dem bunteren „Dirty Diamonds“ suchte ALICE COOPER den Weg zur eigenen Vergangenheit, den er erst mit dem kürzlich wiederveröffentlichten „Welcome 2 My Nightmare“ fand. Davor nahm er sich auf „Along Came A Spider“ noch einmal dem Konzeptfach an, das nun ebenfalls neu aufgelegt wurde.
Thematisch geht es mit einem Massenmörder, der seine eigene Spinne kreieren will und deswegen seinen Opfern ein Bein abtrennt schon ins Cooper-Universum. Der Protagonist tötet mit Spinnenseide und lebt auch sonst seinen Fetisch, was den gebürtigen Vincent Damon Furnier begeistert hat. Doch musikalisch kommt man zu sehr bei dem an, was der Mann in der Vergangenheit bereits geliefert hat, die Versatzstücke kennt man alle irgendwoher. Dabei verpassen es die Produzenten Greg Hampton und Danny Saber diese gesondert heraus zu stellen und den einzelnen Titel mehr Kontur zu verpassen, was eben die große Stärke von Bob Ezrin ist, mit dem er anschließend zusammenarbeitete.
Im Prinzip ist das hier fast lupenreiner Hard Rock, wogegen nichts einzuwenden wäre, wenn The Coop nicht für so viel mehr stehen würde. Bestes Beispiel hierfür „Wrapped In Silk“, das angeglamten Riff Rock liefert, den es in „I´m Hungry“ noch mit STONES-Schlagseite gibt. Doch beide Eigenheiten werden nicht überzeugend genug herausgearbeitet, was der Abwechslung schadet, denn die Unterschiede offenbaren sich nach zu vielen Hördurchläufen. An Orientierungspunkten findet sich noch die gute alte Garage wieder, doch auch die Sounds von dort ordnen sich in „I Know Where You Live“ oder Catch Me If You Can“ zu sehr der allgemeinen Marschrichtung des Werkes unter.
„Wake The Dead“ nimmt den modernen Pfad von ein paar Jahren zuvor wieder auf, zudem ist die Handschrift von Co-Songwriter OZZY OSBOURNE nicht zu verhehlen, allerdings nicht in seiner besten Phase. Das reicht am Ende auch nicht, um wirkliche Akzente setzen, es sind nicht mal die gelegentlichen Orchesterparts, die alles etwas ebenziehen. Die finden sich vor allem dann, wenn sich ALICE COOPER um Hymnik bemüht, aber mit „Vengeance Is Mine“ und „I Am The Spider“ zu düster agiert. Lediglich mit den ruhigen Stücken kann er sich gegen eine zu hohe musikalische Dichte behaupten. „Killed By Love“ setzt die Klampfe sehr interessant ein und weiß mit schöner psychedelischer Schlagseite zu gefallen.
Im Umkehrschluss zeigt sich hier aber das nicht ganz ausgereifte Songwriting, dem der kongeniale Partner fehlt. Hier passt zwar viel zusammen, aber in der Gesamtbetrachtung geht so mancher Refrain keine Symbiose mit dem Song ein. Durchaus harmonisch dagegen das getragene „Salvation“, welches durch Piano und Orchester wirkt. Eine Akustikversion bei den Bonustracks ringt dem dann keine neuen Facetten ab, und auch die zwei weiteren Extranummern in der neuen Ausgabe bestätigen eher den Eindruck von „Along Came A Spider“. Danach sollte ALICE COOPER die Reißleine ziehen und die Weichen in Richtung der musikalischen Qualität des letzten Jahrzehnts stellen.
6,5 / 10

