AYREON - 30th Anniversary-An Amazing Flight Through Time

05 ayreon

VÖ: 22.05.2026
(Music Theories Recordings/Mascot)

Genre: Space/Progressive Rock

Homepage:
ARJEN LUCASSEN

Lange zierte sich Arjen Lucassen seine Werke auf die Bühne zu bringen, vor allem von AYREON, lediglich mit STAR ONE gab es eine kleine Tournee. Irgendwann fanden nicht nur er die Bühnenidee anderer für seine Rockopern so interessant, dass er „The Human Equation“ und später „01011001“ selbst aufführte. Auch „Into The Electric Castle“ kam zur Komplettaufführung wie ein „Best Of“-Programm. Touren mag der Mastermind nach wie vor nicht, weswegen er die Fans zu sich reisen ließ, und in einer Halle (zumeist das 013 in Tilburg) mehrere Shows, teils sogar zwei an einem Tag absolvierte. Im letzten Jahr stand das dreißigjährige Jubiläum an, das ebenso mit einer Showreihe gefeiert wurde, das Ereignis kommt nun zum Nachhören als „30th Anniversary-An Amazing Flight Through Time“ in die Läden.

Vom 11. Bis 14. September fanden insgesamt sechs Shows in ebenjenem Poppodium 013 statt, bei denen ein Querschnitt durch das gesamte Schaffen gezogen wurde. Und schon mit dem Intro „The Dream Sequencer“ ist in der Bude sofort Stimmung, die Vorfreude ist zum Greifen, auch wen solche Eventreihen in den letzten Jahren öfter stattfanden. Aber aufgrund der begrenzten Kapazitäten dürfte es für nicht wenige das erste Mal gewesen sein. Wobei die eingesprochenen Intros und Interludien ein kleines Manko offenlegen, auch wenn es nie komplett zur Aufführung kam ist „The Universal Migrator“ etwas unterrepräsentiert. Da hätte man sich ein wenig mehr Fokus denn sechs Tracks gewünscht, wobei „My House On Mars“ den Auftakt gibt.

Sicher direkt einer der Höhepunkte des Sets, bei dem vor allem das Duell aus Tasten und Stimmen überzeugt, in welchem Joost van de Broek wahre Klangkathedralen errichtet. Leider bildet das eher die Ausnahme, denn viele Stücke, gerade aus dem 2000er Doppelalbum sind gekürzt, werden so ihren instrumentalen Parts beraubt. Klar, dass hier eher auf die Gesangsparts gesetzt wird, die mehr Zugang bringen, zum Mitsingen animieren, aber im Prog Rock will der geneigte Fan eben auch feine Arbeit an so vielschichtigem Arbeitsgerät wie analoge Synthesizer, Geige und Flöte hören.
Eklatant muss man in den Zusammenhang schon das Abbrechen von „Amazing Flight In Space“ nach zwei Teilen nennen, denn der dritte „Flying Colors“ ist ein Meisterstück. Auf der anderen Seite hat man Vokalkoryphäen wie Tommy Karevik, Heather Findlay, Marcela Bovio, Anneke van Giersbergen oder Damian Wilson nicht zur Staffage auflaufen lassen. Gerade die beiden letztgenannten wissen mit ihrem charakteristischen Timbre herauszustechen, wobei „Childhood“ auch reduziert arrangiert wurde. Dino Jelusick kann hingegen seine am Hard Rock geschulte Stimme bei den bei STAR ONE-Nummern optimal zur Geltung bringen.

Die große Stärke ist vor allem das Zusammenwirken der Stimmen, das dann auch mal Szenenapplaus für die Harmonien hervorruft. Für ein nicht eingespieltes Ensemble kommt da viel auf den Punkt, etwa im pastoralen „Valley Of The Queens“, in welchem dem Titel entsprechend die die Damen die Klinke in die Hand geben. Dennoch ist die Show trotz des starken Fokus auf die vokalen Elemente sehr durchkonstruiert, weswegen für Singalongs und andere Publikumsinteraktionen kein Platz ist. Insgesamt hätte ich mir mehr von den Shows erwartet, klangtechnisch kommt das auch recht rau rüber, was ei wenig stört, wenn man die Studioperfektion von AYREON gewohnt ist. Auch wenn die Zuschauer wenig eingebunden werden, fallen die Reaktionen trotzdem sehr überschwänglich aus.

7 / 10

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