ARGUL - Soledad & Orgullo

VÖ: 21.08.2026
(Personal Records)
Style: Stoner angehauchter Traditional Doom
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PERSONAL RECORDS
Südamerika ist bekannt dafür, dass dort heiße (Doom)Eisen im Feuer geschmiedet werden, allem voran, soweit es den Epic-Doom-Sektor betrifft. ARGUL kommen aus der peruanischen Hauptstadt Lima. Fünf lange zwischen fünf bis über vierzehn Minuten-Songs erwarten ihr treues Fanklientel.
„Ritual“ baut sich zunächst schleppend auf, entfaltet mit jeder Minute zunehmend mehr Wirkung. Das rifft schon mal sauber doomgroovebluesig in klassischer BLACK SABBATH-Manier drauflos. Der hohe im heroische gedehnten Stil sich ausbreitende Klartongesang trägt wichtigen Anteil dazu bei, diesem Stück Form, Inhalt und Gestalt zu geben. Raumgreifende Riffs, elegant gewobene Leadsoli, schleppender Beat, gesteigerte Spannung und erdiges Gefühl uriger Klänge holen mich sofort ab, bis der Übergang folgt, Tempo gesteigert und im Schlußdrittel nochmal richtig flott Gas gegeben wird. Fließendes 70er Jahre Classic Rock-Faible mit heroischem 80er Epik-Touch verbinden „Engendro“, „Hor Hodin“ und „Animal Dog“ sowie das abschließend erneut den Vierzehn Minuten-Bereich knackende „Karmog“ zeigen eine für Stoner-Doomfans interessante Combo, deren Erstling schon mal gar nicht schlecht in Sachen Tempo, Groove und Stimmungsvoller Atmosphäre variiert. Lediglich der peruanische dem Spanischen verwandte fließend in den Songs verwendete Sprachgebrauch im heroischen Klartongesangmuster mag zunächst ungewöhnlich erscheinen, passt jedoch perfekt ins Gesamtbild einer knackig mit Pfeffer dargebotenen mehr als einmal dem Genre-üblichen Slo-Mo-Raster entkommenden Scheibe. Genau so funktioniert effektiver Stoner-Doom auf schwerer Gitarrenriffbasis mit unwiderstehlich vorhandener Melancholieaura wobei der Epikfaktor im Vordergrund steht. Emotionen, Leidenschaft welche dem Stoner-Doom oft abgehen, sind auf 'Soledad & Orgullo' dem ARGUL-Debüt ausreichend zur Genüge vorhanden. Dass die Burschen handwerklich viel drauf haben, zeigt sich an gekonnt vielseitiger Inszenierung einhergehend mit satter Intensität bei „Hor Hodin“. Während „Animal Dog“ gewaltig markant unter die Haut gehendes Düster-Horrorflair freisetzt um exzessiv dunkel heroischer Melancholie gedehnten Spielraum zu geben.
Fazit: Stonerdoom heftig emotionaler Art ganz im Stile der alten Meister, dessen Inhalt ohne all zu sehr auf träger Desert-Kante im Traditionellen Doom-Sektor kleben bleibt. ARGUL haben ein richtig fettes Debüt abgeliefert. Stoner-Doom aus dem tiefsten Unground dessen Inhalt hauptsächlich dafür umso mehr in erster Linie Anhängerschaft auf dem Traditions-Doom-Sektor gefallen müsste. Solcherart intensiv heftig fesselnd mitreissenden Stoner-Doom-Alben sind rar gesät. - Ein starker Anfang ist gemacht! 8/10

