SMOULDER - Witch Wife in an Alien World


VÖ: 09.10.2026
(Cruz Del Sur/High Roller Records) 

Style: Folk Black Metallisch angehauchter Epic/Power-Doom 

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SMOULDER

Das soll die neue SMOULDER sein? Ist nicht wahr... So oder ählich werden vielleicht nicht wenige zu denken geneigt sein, denen die Kanadier als Epic Doom-Kapelle mit Powermetaleinschlag (woher auch die Bezeichnung „Epic Power Doom“ rührt), in bester Erinnerung sind. Und ja, das ist die neue SMOULDER mit Veränderungen. Die gehören mitunter zu epischer Doom-Beschallung dazu, dürften jedoch selbst für Anhängerschaft erster Stunde in Bezug auf SMOULDER ungewohnt erscheinen. Obgleich es ungewohnter Death/Black Metalanteile bedurfte, hält 'Witch Wife in an Alien World' schlichtweg was der Titel verspricht. Veränderungen resultieren auf Wohnortwechsel zweier Bandmitglieder nach Finnland bezogen, was nicht ohne Folgen bleibt. Ein derartiger Schritt hat Auswirkungen auf Geist, Seele, Lyrics, Songwriting und das Leben der Band selbst.

Der gerade unter fünf Minuten liegend flotte Epic Metalfetzer „Water Wars“ zeigt die Kanadier forsch nach vorne gehend, Doomeinflüsse von SMOULDER blitzen ebenso vereinzelt auf spätestens wenn der Fuß vom Tempo runter geht, außergewöhnlich ist der völlig exzessiv zeitweise bewusst ins Überdrehte Strukturen tendierende Theatralik-Gesang von Sarah Ann Vincent, der zu diesem Stück trotz aller Verzerrtheit hervorragend passt. „Shadows of the Vulture“ groovt danach im gewohnten Traditions-Epic- SMOULDER-Doomgewand, oder „Empathy's Wrath“ späestens wenn abrupt das Tempo runtergefahren wird. Halb Finnish/Halb Englisch gehaltene Lyric zum Hexenzauber (in finnischer Sprache = „Noitsien Loitsu“,  
bedeutet... gipfelt in einem gewaltigen Berg aufgehäufter Dramaturgie „Crush the Neophytes“ kommt zeitweise opulent ausufernd Psychedelisch Doomig von gespenstischer Atmosphäre umgeben daher, Sarah Ann singt hier geradezu beschwörend. Ehe krasse Black Metal-Blastbeat-Attacken kräftig das Tempo anziehen, um sich mit rumpelig kantiger Doomkomponente bei berauschenden Zauber entfaltend fließender Melodieführung zu paaren, bedrohliche Aura erzeugendes BATHORY-Faible vordringend in majestätisch epischer BATHORY-Viking Komponente gipfelnde Songstrukturen gehen zu bereits erwähnten Blastbeatattacken über, „Cathedral of the Trees“ zeigt sich als epische Doomklage die sich phasenweise mit ungewohnten Folk-Black Metal-Einflüssen zusammentuend vortrefflich in Symbiose zueinander fusionieren. 

Der groteske Charakter dieses abgedrehten Silberlings tritt nicht nur durch das Coverartwork vermehrt in Erscheinung der Weg musikalischer Weiterentwicklung bei den Kanadiern SMOULDER wird sichtbar, je mehr und länger das Album rotiert. „Empathy's Wrath“ wirkt zeitweise tiefenpsychedelisch, um zwischendurch  in verspielt episches Flair übergehend leicht das Tempo verschärfend, wieder in epische Stimmungsbögen zurückzufallen. „Their Name Lives On“ ist eine im arttypischen Strickmuster der Vorgängeralben gehaltene von Düster-Fantasy umgarnte Nummer. Hier halten SMOULDER unmittelbar ihren Wurzeln fest. Herrlich fett in heroische Epic-Traditions-Doomgefilde gleitet „Smouldering Remains' womit zum Schluß noch ein kräftiges gewissermaßen mögliche Entwicklungsstadien zum nächst kommenden Album andeutendes Signal gesetzt wird.

Welcher Death Metalfan der sich etwas mit der künstlerischen Materie in Sachen Coverdesigns auskennt, denkt bei diesem Silberling nicht an Dan Seagrave, der das Coverartwork für den MORBID ANGEL-Klassiker 'Altars of Madness' entwarf? Ein Schelm, wer böses dabei denkt... Somit gelange ich zu folgendem...

Fazit: Episch, doomig, mit abgedrehten Folk-Black Metal-Widerhaken, bei allem Hang zu dunklen Bizarr-Elementen die aktuelle Zeit intensiv reflektierend! 9/10