IN EXTREMO - Tranquilo II

VÖ: 23.10.26
(Universal Music)

Style: Mittelalter-Rock / Akustik

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IN EXTREMO

Kritik:

Ein sehr breites musikalisches Repertoire in ein rein akustisches Gewand zu packen, kann faszinieren und komplett neue Akzente erwecken oder auch, wie bei vielen Beispielen, völlig in die Hose gehen. Ich für meinen Teil bin immer etwas vorsichtig bei Alben dieser Art. Umso überraschter, im sehr positiven Sinne, hat mich hier Traquillo II. In Extremo haben schließlich hinreichend Erfahrung, um nicht einfach nur den Stecker aus den Gitarren zu ziehen und Songs einfach rein akustisch zu spielen. So kann ich sagen, dass sämtliche Stücke, die sich hier versammelt haben, einen sehr variablen neuen Anstrich bekommen haben. Sei es der teilweise leichte Csardas-Anstrich von Gastgeiger Justin Ciuche, die Einflüsse von Fauns Oliver Pade und Niel Mitra, die „Liam“ das gewisse magische Etwas verpassen, oder Metal Queen, die Doro „Feine Seele“ noch einmal ganz besonders veredelt. Meinen Höhepunkt auf der Scheibe. Richtig auch die Entscheidung, das Ganze „klein“ einzuspielen. Gemütlich und definitiv live. Das Ergebnis klingt wie eine sehr professionelle Livesession unter Freunden. Beste Voraussetzungen also, dies auf der kommenden Tour exakt solch einer Stimmung selbst zu erleben. Eine artige Verbeugung auch vor Sänger Michael Rhein, der seine sonst recht knarzige Stimme noch einmal ordentlich ölt und erstaunlich sanfte und wohlklingende wie angemessene Neuinterpretationen der Songs liefert. Auf Tranquillo II bekommt man viele Stücke, die sehr unerwartet daherkommen, vollkommen auf andere Art interpretiert wurden oder einfach noch mal eine kleine Veredelung erfahren haben und daher gleich den Hauptgrund für die Scheibe liefern. Anders, schöner oder neu interpretierte Gassenhauer, die besonders und magisch wirken, ohne dabei den eigentlichen In-Extremo-Kern zu verlieren. Ein schickes Paket für Alt-Fans wie auch neugierige Neueinsteiger. 8 von 10 Punkten.