NOOTHGRUSH - Man Is His own Tormentor

VÖ: 30.10.2026
(Nespithe Records)
Style: Sludge-Doom in brachial zermürbendster Form
Hompepage:
Nespithe Records
Neues vom weltentrückten Sludge-Doom-Trio NOOTHGRUSH? Mitnichten! Diese 15-Track-CD würdigt das 30jährige Jubiläum der 1996 entstandenen Songaufnahmen, die somit also nicht wirklich neu sind, sondern gerade frisch wieder aufgelegt. 15 garstig schroff unfreundlich rauhbeinige Tracks wurden im schwer walzenden Korstett gefahren, darunter KZSU-Liveaufnahmen vom 1. Mai 1996, zudem gibt es mit „Friends of Mine“ noch einen auf exakt dreizehn Minuten ausgedehnten Bonustrack dazu. Tiefergelegt rollend schwere Gitarrenriffs bilden Grundlage aller fünfzehn Tracks inklusive verzerrt heißerem Sludge-Growlgesang, Neben Misantrophy, Elend, Niedergeschlagenheit und Pessimismus steht auch STAR WARS-Thematik im Fokus, „Imperial March/Alderaan“, „Sith“ und „Jundland Wastes“ legen Zeugnis davon ab. Dies macht den auf finstere Gefühlsregungen basierenden Inhalt keineswegs weniger beissend garstig, destruktiv-ätzend, zerstörerisch morbide, bedrohlich-aggressiv.
NOOTHGRUSH servieren hier ein krachendes mit heavy Riffs um sich werfendes demonstrativ wutschnaubend zornig sich gesellschaftlich im Argen liegender Misstandzustände entgegenstellend, deren Fallsituation durch kurze Sprechintros erläutert wird. Kein leicht verdauliches Album für Genrefans. Für diesen grässlichen Bastard bedarf es Ausdauer, Geduld, Stehvermögen und Nerven. Heißeres Gekeif in Kombination zu Death Metalgrowls gehört ebenfalls dazu. Inhalt, Attitüde, verwaschener Sound und eine Gesamtzeit von etwa knapp 62 Minuten geben Anlass genug für Fans schleppend zäh vor sich dahinkriechend zermürender Mucke, deren Charakter einem das Genre ausnahmslos in grotesk bizarrster geradezu destruktivster Weise vorstellt, sich diesem Ding anzunähern. Den Extrem Metal-Klassiker „Procreation of the Wicked“ von CELTIC FROST zu covern, ist ebenso gelungen. Außer beinhartem Sludge-Doom-Klientel sollte dieses Teil vielleicht am ehesten für Anhänger knarrzig rumpelnd ungeschliffen roher Oldschool-Death Metaleruptionen im Sinne früher CELTIC FROST, OBITUARY oder NIHILIST (als diese noch nicht ENTOMBED hießen) von Belang sein.
Fazit: Für eingefleischte Sludge-DoomFans ist der Neurelease mehr als akzeptabel, alle anderen sind besser beraten,sicherheitshalber vor eventueller Kaufentscheidung reinzuhören. Zermürbend brutal zähfließend ausnahmslos zermürbend über weite Strecken erdrückend. Zartbesaitete Gemüter sollten einen großen Bogen um diesen destruktiv garstig aggressiv beklemmend vor Wut platzenden Tonträger machen. 6/10

