NECK CEMETERY - The Curse of Neck Cemetery

VÖ: 06.11.2026
(Lucky Bob Records)
Style: Heavy Metal in the Old Vain
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NECK CEMETERY
Lief mir bereits das 2023er Vorgängeralbum 'Bring Us The Head' amtlich fett rein, steigt somit die Spannung auf das aktuell frisch eingespielte Zweitwerk der Traditionsmetaller NECK CEMETERY aus Köln umso mehr. Schon der spannende Album-Titel 'The Curse of Neck Cemetery' weckt reichlich Erwartungen. Zunächst sorgt das einem Ritual ähnelnde Eröffnungsintro „The Curse“ für spannungsvoll- majestätische Stimmung per Sprechpassage und Orgel. Anschließend gibt „The House“ heftig Vollgas, ehe das Tempo abrupt wechselt und zwischendurch wieder etwas heruntergefahren wird. Bezüge zu stilprägenden 70er/80er-Helden ACCEPT, BLACK SABBATH, IRON MAIDEN, GRAVE DIGGER, JUDAS PRIEST, OZZY, RUNNING WILD, TWISTED SISTER, WASP usw. zur Genüge vorhanden. Ein optisch auffälliges Coverartwork gehört bei dem Albumtitel zwangsläufig dazu.
Jens Peters, dessen Stimme bestens geölt ist präsentiert sich mit seiner Crew bestens in Form, die Gitarrenachse Boris Dräger/Jörn Reese rifft scharfkantig heavy, kernige Riffs, erforderlichenfalls markante Leadsoli von der Kette lassend, Bassist Matt Hauser und Schlagzeuger Alex Müller legen das fette Rhythmusfundament auf dem alles fußt. Spannende Tempovariation, strukturierter Songaufbau und öfter hervortretende Kantigkeit wechseln sich mit heroischem Pathos und fließender Dynamik ab. Wo „Colossus“ schleppend wird, bricht „Trollslayers“ dem gegen über mit Schlagkräftigen Parolen wie „Fire!“, „Brimstone!“ zwischendurch deutlich mehr am Temporad drehend aus, ein brückenbildender Melancholic-Epik-Part lässt kurz etwas Luft zum Verschnaufen, danach geht es reichlich tempoforciert wie melodiös zur Sache.
„Colossus“ mit feiner Melodieführung, fetten Grundriffs, Stampfrheyhmen und heroischem durch Jens Peters' den lyrischen Text gekonnt umsetzenden Gesang bekommt das Stück phasenweise Folk-Anstrich, obwohl es zeitweise wirkt als hätten THOR Pate gestanden, spätestens wenn „A Killer of Giants“ mit Nachdruck aus dem Mikro tönt. „Beyond Infinity“ wirkt verstärkt wie ein Tribut an BLACK SABBATH zur legendären 70er-Ära. Dass auch flott Post bei NECK CEMETERY abgeht, bestätigen griffig im Speedmodus vertaktete Powersmasher im Format „Midnight“ oder „The Lost and Damned“(mit männlich/weiblichem Gesangsduett, leider geht der glockenhelle Frauengesang bei dem Stück etwas unter. Gesteigertes Bemühen Abwechslung reinzubringen macht sich beim gedehnt 7:16 Minütig dunkelmelancholischen Epos „Blood and Snow“ bemerkbar. Zunächst dringt Sturmrauschen ans Ohr, danach wird tempo gedrosselt fortgefahren, ehe knackig riffende Gitarrengrooves einsetzen, während sich der Spannungsgehalt schrittweise steigert, spätestens wenn sich gedämpfte Akkustik mit heroischer Dynamik verbindet, weckt es Gedanken zu IRON MAIDEN und RUNNING WILD. Bei „The Devil's Bride“ greift SAVAGE MASTER-Frontfrau Stacey Savage den Jungs gesanglich unter die Arme, was dem Song zusätzlichen Kick gibt. Mit dem Horrorlastigen Outro „Voices From The Other Side“ schließt sich der Kreis.
Alles klingt durchdacht, jedes Detail bewusst gesetzt, wo es hingehört. Bis auf die gegen alle anderen Stücke verblassenden „The House“ und „Beyond Infinity“ haben NECK CEMETERY nachhaltige Arbeit abgeliefert. Keine überflüssige Verspieltheit per unnötiger Leadsoloeskalationen, auf unnötige Songlängen wird ebenso verzichtet, wodurch das Gesamtergebnis nicht nur in Bezug auf's verwendete Produktionsschema in sich geschlossen wirkt. Druckvoll produziert macht das Album reichlich Bock auf mehr. Somit lautet mein...
Fazit: Energiegeladen zugleich variabler Heavy Metal für überzeugte Traditions-Metallerschaft mit reichlich Nachhall, feiner Melodieführung, durchdachten Lyrics, stellenweise schon mal kantig und prägenden Hymnenfaktor. Prädikat: - Gut! 8/10

