ENSLAVED - Mid


VÖ: 30.10.2026
(Nuclear Blast/Warner) 

Style: Progressive/Viking Metal mit Naturreligiöser Verbundenheit

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ENSLAVED

Siebzehn Alben bei schon seit unveränderten immer sich wieder neu erfindender Auswahl an Ideenpotential sind schon ein gewichtiges Wort. Mið setzt dort an, wo das Vorgängeralbum 'Heimdall' endete klingt keineswegs nach purer Selbstkopie. Seit 1991 bestehend gelten ENSLAVED nach wie vor als wichtige Fusions-Combo der es gelingt, stets Grenzen zu überschreiten und sie selbst zu bleiben. Das Album ist bemerkenswert intensiv heidnisch naturverbunden ausgerichtet. Prog Metalanteil ist ebenfalls gefühlt vorhanden. ENSLAVED klingen schon lange reif und kompakt, verschmelzen diverse phasenweise entgegengesetzt wie sich ergänzende Muster zu einer völlig eigenen sich nie zu sehr in einem Stilraster aufhaltenden Essenz. In dieser selbst gegrabenen Nische kann ENSLAVED keiner das Wasser reichen.

Abrupte Rhythmus-Tempowechsel, hier und dort eingestreute Breaks, Ausflüge in den klassischen Heavy Metal (u. a. „Solar Will“ und „The Parting“), berührend gefühlvoll dunkel-melancholisch in mystische Lyricsphären gleitend. Ein gerüttelt Maß an Schamanengesang kommt ebenfalls hinzu. „I am Ice“ gibt passendes Beispieil dafür, es ist zwar typisch ENSLAVED trotzdem allerdings auch nicht.

Pagane Klartonsongpassagen mit raumgreifender Wirkung, intensiv nachdenklich tief unter die Haut gehender Schamanengesang, Folkige Parts, harrsche Viking Metalgrowls und sanfter Frauengesang – das Spektrum unterschiedlicher Gesangsperformances ist enorm, selbiges gilt für den schier unerschöpflich wirkenden Klang-Kosmos von ENSLAVED. „Mountain“ bleibt in Songhälfte eins Akkustisch nachdenklich, steigert sich im weiteren Verlauf intensiv zum kraftvollen Viking-Metal-Grower. „Spirit Helper“ entpuppt sich als von raumgreifender Gesangs-Dynamik getragenes Instrumental bei durchweg präsenter Schamengesang stimmlich veredelt durch Kevin Kickin Woman gehört zu den Stammesältesten der Blackfeet Nation. „Parting“ verschmelzt alles zu einer sich wechselseitig eränzend spannenden Mischung Progressiver Stimmungspassagen, raumgreifender Epik, harrscher Viking Metalattacken und traditioneller Heavy Metal fusionieren. „Tales of Trees“ und „I Mið ju“ halten das Niveau der sechs Vorgängerstücke problemlos.

Diesmal haben sich ENSLAVED selbst übertroffen aus der Melange zwischen Progressive, Düster-melancholie, Viking-Metal, Pagan-, Traditionellem Heavy Metal, intregrierte Mantra-Klangrhythmuswelten als reinigendes Werzeug des Geistes traditioneller Folkstilnote und gelegentlich angeschwärzter Metal-Komponenten etwas völlig eigenes kaum in Worte zu Fassendes geschaffen. Alles wurde mit Ideenreichtum, und aberwitziger Powerdynamik arrangiert, wofür man der Truppe um Ivar Bjonson und Grutle Kyellson gewaltig Respekt zollen muss, die es mit jedem weiteren Album in faszinierender Weise versteht, sich neu zu erfinden. Genau das macht ENSLAVED seit ihrem 'Vikingligr Veldi'-Debüt aus.

Fazit: Ideenreich, geheimnisvoll,, progressiv, deutlich mehr denn je intensiv naturreligiöser Ausrichtung zu verorten. Musik, die sich Viking Metal nennt, weit über das Genre hinausgeht diverse Facetten offenbart, die es zu entdecken gilt. Variabel Kulturübergreifend intensiv Naturreligiös verbundene Raumtonklangkunst auf erstklassig produziertem Elitelevel, deren Inhalte vor Energie strotzend zugleich ebenso Nachdenklichkeit weckend, berührende Tiefenwirkung entfalten. 9,2/10