PIKES EDGE

05 Pikes Edge

Mailer vom 11.05.21
Interviewpartner: Fikret „Pike“ Mujkic (voc.)

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PIKES EDGE

FFM-Rock:
Moin Pike, zunächst meinen Glückwunsch zum neuen Album „Hope“. Da es vielen Musikfans momentan so geht wie mir, dass ihr mehr oder weniger mit Mundpropaganda durch die Szene gereicht werdet, nutzen wir dieses Interview doch gleich mal, um euch als Band näher vorzustellen. Was gibt es über PIKES EDGE und eure Historie alles zu erzählen?

Pike:
Servus Mike und vielen Dank für die Glückwünsche. Ich möchte zunächst hier die Gelegenheit nutzen und mich auch bei den Fans bedanken, dass sie unsere Musik weiterempfehlen. So etwas ist für ein Newcomer sehr wichtig und wir wissen es zu schätzen.
Zur Geschichte. Da PIKES EDGE 2010 gegründet wurden versuche ich mich kurz zu fassen. 2012 haben wir unser erstes Album aufgenommen und 2013 waren wir bereits mit U.D.O. auf deren Europa Tour als Opener unterwegs. Nach der Tour haben wir „All Of Our Beauty“ zusammen mit Fitty (U.D.O.) aufgenommen und es ging für uns richtig los. Leider hatten wir die Tragödie, dass unser Drummer Rossi einen Unfall hatte und um sein Leben kämpfen müsste. Ich habe alle Bandaktivitäten sowie Konzerte abgesagt, um damit auch ein Zeichen zu setzen, dass wir in der Band eine Familie sind. Ich kann doch nicht auf die Bühne gehen und einem vorspielen, wie geil der Konzertabend war, wenn ich weiß, dass mein Bruder im Krankenhaus liegt und durch sehr schwere Zeiten geht. Auf der einen Seite, es hat uns das sehr viel an der Publicity gekostet, denn wir haben über ein Jahr keine Konzerte gespielt und man hat von uns nichts gehört, allerdings auf andere Seite war ich für Rossi da und ich weiß, dass dies ihm zusätzlich Kraft gegeben hat. Es gibt Bands, die über Leichen gehen, um Erfolg zu haben. Persönlich kenne ich ein Paar davon, aber PIKES EDGE sind das nicht. Einige wissen das zu schätzen und einige nicht oder zumindest sehen das erst, wenn es zu spät ist. Nun als unser Rossi wieder fit war, haben wir wieder Gas gegeben und einige geile Konzerte gespielt. Unter anderem auch die MetalDays und Wacken. Nach den Wacken sind wir weiter nach Schweden gezogen, um dort unser drittes Album „Hope“ aufzunehmen, das dann bei Jacob Hasen gemischt wurde. Nun, da das Album veröffentlicht und die Corona-Krise hoffentlich auch bald vorbei ist, werden wir die Bühnen auseinander nehmen. Unsere Fans wissen das wir eine Live Band sind und auf der Bühne richtig Gas geben.

FFM-Rock:
„Hope“ ist euer kürzlich erschienenes drittes Studioalbum und unterscheidet sich qualitativ, ohne den Vorgänger in irgendeiner Form hier schmälern zu wollen, doch deutlich von „All Of Our Beauty“. Was genau führte zu dieser Leistungsexplosion?

Pike:
Das wir geile Songs geschrieben haben, dieses Mal mit Jakob Herrmann einen sehr erfahrenen Produzenten dabei hatten und die Aufnahmen in seinem Top Floor Studios in Göteborg stattfanden. Jakob hat uns definitiv musikalisch auf ein anderes Niveau gebracht und wenn das dann ein Grammy-Winner wie Jacob Hansen abmischt, dann klingt es wie es jetzt klingt, einfach geil.

FFM-Rock:
Musikalisch legt ihr euch nicht auf ein Genre fest. Über allem steht der so genannte Groove Metal. Aber auch Prog-, Heavy-, Melodic Death-, Modern Metal und Heavy Rock treffen bei euch zu. Wie würdest du selbst euren Musikstil beschreiben?

Pike:
Wenn jemand fragt was für Musik spielen PIKES EDGE? - die Antwort lautet: Heavy Metal. Wir lassen uns nicht gerne in eine Schublade pressen. In der Vergangenheit gab es schon Kritik, dass wir „nicht wissen“ in welche Richtung wir uns festlegen wollen, allerdings haben wir uns bewusst dafür entschieden. Jeder Song klingt genauso, wie wir uns in diesem Augenblick gefüllt haben. Es ist einfach ein verdammt ehrlicher Heavy Metal.

FFM-Rock:
Über welchen Zeitraum hinweg entstand „Hope“ im Gesamten? Wenn ich richtig informiert bin, wurde „Hope“ in Schweden eingespielt und dann in Dänemark gemischt und gemastert. Was kannst du hierzu alles erzählen?

Pike:
Genau. Nach dem Wacken 2018 haben wir zusammen mit Jakob Herrmann die Songs in Top Floor Studios aufgenommen. Es gab noch ein paar Sachen, die dann noch in München aufgenommen wurden. In 2019 wurde dies alles an Jacob Hansen zum Abmischen geschickt. Das Album war eigentlich Anfang 2020 bereit zur VÖ. Allerdings hatte ich ein paar gesundheitliche Probleme und wir haben uns entschieden die VÖ des Albums so zu legen, sobald es mir wieder besser ging. Nun am 14.04.2021, an meinem Geburtstag, wurde das Album dann veröffentlicht.

FFM-Rock:
Wenn ich das richtig deute, ist „Hope“ mehr oder weniger eine Eigenproduktion im Eigenvertrieb. Sollte das so sein oder wieso steht auf diesem Album kein größerer Name einer Plattenfirma?

Pike:
Das ist eine sehr gute Frage Mike. Wir hatten sowohl bei „All Of Our Beauty“ als auch bei der „Hope“ einige Angebote, die aber in der Richtung „Seele Verkaufen“ gingen und ich habe mich dagegen entschieden. Natürlich, dass ein Label auch Geld verdienen soll und auch muss, das ist gar keine Frage, aber wenn eine Band mit einer fertigen Produktion kommt, die sich auch sehen lassen kann und deren Kosten in einem Kleinwagenbereich liegen, dann bin ich der Meinung, dass die Band ein faires Angebot verdient hat und beim Fair ist nicht mal Geld gemeint. Solange wir kein Angebot erhalten, in dem die Band fair behandelt wird, werden wir weiterhin alles in unser Hand behalten.

FFM-Rock:
Eine Frage, die einfach gestellt werden muss, ist die Frage nach den Cover Artworks der letzten beiden Alben. Beide sehr ausdrucksstark und echte Hingucker. Ein und derselbe oder unterschiedliche Zeichner?

Pike:
Freut mich sehr das zu hören. Ich habe bisher immer eine Vision zu einem Cover gehabt, die auch umgesetzt wurde. Beim „All Of Our Beauty“ wird die Schönheit von unserer Gesellschaft gezeigt. Wir sind wirklich hässlich geworden Mike. Bei „Hope“ ist es eher ein Detail, ausgeklammert vom „All Of Our Beauty“-Cover, und zwar die moderne Sklaverei. Heutzutage sind wir Sklaven von unseren eigenen materiellen Verlangen nach mehr und mehr. Sklaven von dem System der Banken. Die Hoffnung ist, dass wir das eines Tages das erkennen und uns von der Leine reißen, um einfach frei zu werden. Ich fürchte, dass es fast zu spät ist, aber die Hoffnung gebe ich nicht auf.

FFM-Rock:
Kommen wir nochmal zurück zu „Hope“. Bislang habt ihr mit dem Titeltrack ein Video vom neuen Album zum Vorstellen parat. Nenne doch bitte noch einmal 1-2 Songs, die du selbst als Referenz für die neue Platte empfehlen würdest und erkläre auch gleich warum diese Stücke.

Pike:
Gerade am 30.04.21 haben wir unser Video zum Titelsong „Hope“ rausgebracht. Es ist zwar nur ein Lyrik-Video, aber ich denke, es ist sehr gut gelungen und die Message kommt auch so rüber. Ich mag jeden einzelnen Song auf dem Album, da keiner davon nur Geschrei ist, ohne dass was dahintersteckt. Aber wenn du mich so fragst, mein persönlicher Song ist „Near You“. Den habe ich für mein Sohn geschrieben. Wenn man sich den Text anhört, dann wird man auch die Geschichte dahinter verstehen.

FFM-Rock:
Wie geht ihr mit der konzertlosen Zeit während der Pandemie um? Zu einem Albumrelease, gerade als kleine Band, sind Konzerte zum Reinholen der Produktionskosten einfach unerlässlich. Wie gedenkt ihr das zu kompensieren?

Pike:
Um ehrlich zu sein, haben wir kein Plan. Genau aus dem Grund, da du als kleine Band, ohne wieder viel Geld in die Werbung zu investieren, es schwierig oder fast unmöglich wird. Selbst wenn wir auch viel Geld in die Werbung investieren, kann man die Kosten nicht zurückholen. Wir hoffen einfach, dass die besseren Zeiten bald kommen und wir wieder live rocken dürfen. Vlt. passiert ja ein Wunder und Underground wird in Deutschland besser geschätzt.

FFM-Rock:
Wie all meine Interviewpartner bekommst auch du eine Pleiten, Pech und Pannen-Frage gestellt. Kannst du bitte mal eine Anekdote, am besten natürlich unveröffentlicht, von irgendeinem Konzert oder aus einem Proberaum zum Besten geben?

Pike:
Hahaha die gibt es viele, aber das darf die Band nicht verlassen. Hmm… ich muss nun nachdenken, was sind die harmlosesten, die ich verraten darf?. OK, hier habe ich eine… Während wir „Hope“ aufgenommen haben, wollten wir einen Tag lang ein wenig den Kopf freibekommen und sind dann ausgegangen. Völlig harmlos und alle haben sich wirklich gut benommen. Nun nach einer gewissen Menge an Alkohol haben wir den Rossi verloren. Wir haben ihm überall gesucht, aber wir haben ihm einfach nicht gefunden. Dann haben wir uns gedacht, ok, er ist ein großer Junge, wir gehen einfach zurück. In die Wohnung wird er schon zurückkommen. Als wir in der Früh aufgestandenen sind, war er immer noch nicht da. Dann haben wir langsam Panik bekommen. Ich meine Gotenborg ist nicht unbedingt als sicherstes Pflaster bekannt. Als wir vom Studio kamen, haben wir auf einem kleinen Stuhl die „Alkoholleiche“ gefunden. Es hat so süß ausgeschaut. Er wusste selber nicht mehr, wie er dort gelandet ist. Wie gesagt, eine der harmlosesten… hehehe

FFM-Rock:
So, dann sind wir auch schon am Ende der Fragerei. Zum Schluss bitte noch einige persönliche Worte an unsere Leser und eure Fans.

Pike:
"Kauft keine Dinge, die ihr nicht braucht, mit Geld, das ihr nicht habt, um Menschen zu beeindrucken, die ihr nicht mögt" ... werdet frei und bleibt gesund!
Ich bedanke mich auch bei dir Mike, auch für deine Zeit und Support!
Und hoffe bis bald!

Danke für das Interview und alles Gute für die Zukunft!

Mike von FFM-Rock                                                                                                  Foto by Roland Lorenz Photography


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