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SWORDBROTHERS FESTIVAL XII - Andernach, JUZ Live Club

Festival vom 14.09.13
Bands: MORGANA LEFAY, SHADOWKEEP, BLITZKRIEG u. v. m.

Homepage:
www.swordbrothers.de 

Auf der Fahrt nach Andernach ziehen wir uns zunächst die neue SABATON „Swedish Empire-Live“ und alte weniger bekannte, dafür umso wichtigere ACCEPT-Raritäten rein, die reihenweise in Gedanken Bilder und seelige Erinnerungen an frühe Heavy Metal Anfangstage in mir freisetzen: „Do it“, „No Time To Loose“, „Save us“, „Flash Rockin' Man“, „Lady Lou“, damit kommen wir schon am Frühnachmittag bester Laune in den Zielort dem Campground Andernach eingerollt und freuen uns, das Markus, Yana und Peter bereits dort sind! Perfektes Timing! Zunächst einmal gemütlich hingesetzt, etwas getrunken, die Arbeitswoche gedanklich zurück lassen und anschließend gleich das Zelt aufgebaut. Für's Wochenende sind trüber Himmel und Regenwetter gemeldet. Zunächst werden wir von der mit uns um die Wette strahlenden Sonne empfangen. Alles in bester Ordnung, lassen wir's zunächst relaxt angehen, grillen und chillen ein wenig. Für Musik aus dem Wohnwagen ist bestens gesorgt. Nach und Nach treffen die anderen aus unserer gut organisierten Clique ein, es wird bis tief in die Nacht gefeiert und nebenbei Sachen in den Playerschacht geschoben, die schon lange nicht mehr gehört wurden u. a. RAILWAY. In der Nacht ziehen Regenwolken über den Platz. In dem Fall helfen nur die Lederjacke und das Kapu. Ein Rundgang über's Gelände muss zwischendurch sein, trotz des nasskalten Wetters herrscht ordentlich Stimmung in unseren Reihen. Die Gespräche kreisen um Politik, Sport und Wissenschaft (oder: die Wissenschaft des Heavy Metal). Am darauf folgend nächsten Morgen wird streßfrei gefrühstückt, währenddessen geht’s munter weiter mit schrägen Wortspielen- und Kombinationen z. b. setzt a Pappel, da wird net lange rumgepappelt... sprich Konversation aus Wortspielen geführt, lustiger Stuß mit wirrer Stilblüte, dessen exakterer Ausführung es an dieser Stelle nicht weiter bedarf.

 

Bedingt durch die Absagen der US-Metal-Combo INVADER und der Italiener HOLY MARTYR standen lediglich neun statt erhoffter zehn Bands auf dem Plan. Das auch dieses 12. Swordbrothers-Festival zu einem tollen Event mit zahlreich schönen Erinnerungen wurde, lag allein an den treuen Fans, die sich in bester Partystimmung befindlich trotz Überschneidung mit dem zeitglich parallel stattfindenden Turock Open Air 2013 in Essen weder von regnerisch kaltem Wetter, noch den kurzfristigen Absagen der beiden US-Kommandos die Laune keineswegs verderben ließen!

LORD VOLTURE

Die Holländer meistern die schwierige Aufgabe das 12. SWORDBROTHERS-Festival in der Halle des JUZ-Andernach zur Mittagsstunde zu eröffnen mit Bravour. Gesangstechnisch und vom Sound sehr schwankend abgemischt, gelingt es den Holländern um Shouter David mit ihrer Mischung aus klassichem Heavy, Power- und Progmetal einen Teil der noch nicht so zahlreich anwesenden Headbangerschaft zu früher Nachmittagszeit in Bewegung zu bringen, die ein oder andere Langhaarmatte ist munter am Fliegen. Live gefällt mir die Band zwei Längen besser als im Studio, zumindest können LORD VOLTURE passablem Festivaleinstieg einen Achtungserfolg landen.

IRON KNIGHTS

Die ehemaligen Stuka Squadron, steigen gleich mit ihrer Bekundung: „We are from England“ ein und haben es aufgrund ihres kürzlich erfolgten Besetzungswechsels, der sich gerade hinsichtlich Gesang und Gitarre deutlich bemerkbar macht, schwer, an das vorgelegte Level heranzukommen, was keineswegs dem spielerischen Aspekt geschuldet ist, sondern auch in der Tatsache begründet liegt, das auch IRON KNIGHTS-Anhänger (in Baggypants bietet ihr Frontsänger optisch einen recht seltsamen Anblick), sich erst mit dieser Umstellung anfreunden müssen. Immerhin hat die Band ihren bisher gewählten Weg konsequent beibehalten und fährt noch immer konsequent gerade nach vorn gespielten Heavy Metal, der heute mindestens zwei Tacken zu leise gemischt nicht unbedingt dazu beiträgt, das Punktekonto zu erhöhen. Zur Hälfte ihres Sets kommt endlich mehr Bewegung ins Publikum, doch insgesamt kann die Band heute nicht sehr viel reißen, um trotz beherzter Performance zumindest leistungstechnisch an die vor ihnen beginnenden Holländer wirklich ernsthaft heranzukommen, zumal auch der Sound noch nicht so das Gelbe vom Ei ist.

Nach diesen zwei ordentlichen, LORD VOLTURE waren in jeder Hinsicht okay, weckten zu früher Aufmerksamkeit, sowie dem für SwordBrothers-Verhältnisse eher „mageren“ IRON KNIGHTS-Auftritt harre ich gespannt der Dinge, mir vom nächsten Akt doch so etwas wie starke Besserung erhoffend, vor allem, wenn die nächst folgende Band auf den Namen BLITZKRIEG hört...!

Zuvor muss noch eine Hawaiipza in den Schacht gelegt werden, die mit einer Cola runtergespült wird, ich verdoppele mein Tempo, den Auftritt der nächst folgenden Band will ich um keinen Preis verpassen! Sah ich BLITZKRIEG letztmalig auf dem Swedenrock 2007, freut es mich umso mehr, das es sich die Band nur im Rahmen der Durchreise befindlich nicht nehmen lässt, für die nicht gekommenen Amis INVADER und die Italiener HOLY MARTYR Zwischenstopp auf dem SBF einzulegen.

BLITZKRIEG

Den Auftakt macht das Intro „Ragnarök“, danach steigt die Band gleich mit „Inferno“ ein. BLITZLRIEG zeigen in eindrucksvoller Weise, warum sie zu den wichtigsten Bands der N.W.O.B.H.M. gehören. Das BLITZKRIEG auch mal gern VENOM Covern zeigen sie mit der Nummer „In League with Satan“; allein an den harten Gitarrenriffs und Filigransoli wird ersichtlich, woher METALLICA während ihrer Frühphase von 1981 – 1986 ihre Einflüsse in Sachen Gitarrentechnik bezogen haben und ein ganz wichtiger, weil unverkennbar deutlicher

waren BLITZKRIEG! Aber diese Geschichte steht auf einem anderen Papier. Das Gitarrenduo Johnson/Ross geht jedenfalls prächtig in die Vollen, hartkantige Riffs, fetzige Soloeinlagen und heftig viel Druck, Bill Baxter am Bass und Schlagzeuger Mick Kerrigan hinterm Schlagzeug bilden hier ebensowenig die Ausnahme, und wie lange habe ich im Vorfeld gerade diesem Gastspiel auf dem SBF herbei gefiebert und auch bei diesem Gig sehen sich Die-Hard-BLITZKRIEG-Fans zu Recht bestätigt! Zwischendurch wird etwa eine halbe Minute ein bekannter Iron Maiden-Song angespielt, ehe Brian Ross verlautbaren lässt, das der nächst folgende Song kein IRON MAIDEN-Song ist. Die Ankündigung eines JUDAS PRIEST-Songs der als Tribut an die Metal Götter gedacht ist, aber nicht von der Metalinstitution selbst stammt, wird unter kräftigem Applaus vom Publikum bejubelt. Daran wird ersichtlich, wie lange das treue Die-Hard-N.W.O.B.H.M.-Fanklientel auf die Rückkehr von BLITZKRIEG warten musste. Umso schöner, das BLITZKRIEG als Nachrücker noch zeitig für die ausgefallenen Italiener HOLY MARTYR ins Billing hinein gerutscht sind. Shouter Brian Ross dessen schwarze Kleidung seine Wirkung auf seine treuen Anhänger untermauert, nach Rob Halford-Strickmuster Handschellen am Gürtel tragend, immer noch mit dunkler Brille und ebenso rabenschwarzem Haar, freut sich über die ihm und seiner Band entgegen schlagende Resonanz. Jede Geste des Mannes wird abgefeiert als wäre er der Metalgott persönlich! Auch in meinem kleinen Pulk fliegen permanent kräftig die Haare, werden eifrig Hände zu Fäusten geballt und Hörnergabelhände in die Luft gereckt „Pull the Trigger“ die auch von Brian's zweiter Band SATAN bekannte Hymne sowie das unverzichtbare Schlußdoppel der Single „Buried Alive“ und die unverzichtbar mit reichlich Schmackes ins Publikum gedroschene Über-Hymne „Blitzkrieg“ lösen wahre Headbanging-Manie aus! Danach sind sich die Anwesenden einig: Das war eine volle Ladung Heavy Metal echten Schrot und Korns, der ordentlich Kräfte freisetzte und den Appetit auf's Festival nun in jeder Faser ausreichend geweckt hat! Super Auftritt der NWOBHM-Haudegen!

Obwohl es viele meiner headbangenden Kollegen und Kolleginnen im Vorfeld anders sahen, wage ich es hier, deutlich zu widersprechen: Es tat gut, das BLITZKRIEG so früh auf dem SBF spielten, weil die britische NWOBHM-Legende dem Festival genau den fehlenden definitiv entscheidenden Impuls auslösten und dem Festival damit einen deftigen Kick in den Hintern verpasst haben! Damit hat das Festival Substanz bekommen. Durch die Überschneidung mit dem Essen Original fehlte diesmal ein Teil des sonst vertretenen üblich verdächtigen SwordBrothers-Publikums, - dennoch wurde auch dieses SBF zu einem Erfolg, und im Nachhinein wieder mal tollen Festival, wofür diesmal ausnahmsweise nicht die klassischen True-, NWOBHM oder US-Metalbands beitrugen, sondern zwei seltenere Perlen aus der hießigen Schwermetallszene hierzulande, die zuvor kaum jemand außer wirklichen Insidern auf dem Schirm hatte und zwei später kommende Headliner.

BLOOD, FIRE, DEATH

befiel mich von Anfang an ein gutes Gefühl, sollte sich diese hinweisgebend innere Emotion als folgerichtig herausstellen. Bei der wahnsinnig sicheren Live-Umsetzung solch erlesener Epic-Vikinghymnen wie „Twilight of the Gods“, „One Rode to Asa Bay“ oder „The Lake“ bekomme ich stellenweise jede Menge Schweiß und auch vereinzelt Tränen in die Augen! Obwohl BATHORY niemals auch nur einen Livegig spielten, kommt der Spirit des unübertroffenen Originals beinahe so authentisch rüber. An mancher Stelle habe ich das Gefühl ich werde wie von einer Welle getragen, und regelrecht hinweggehoben, als stünde ich nicht mehr mit beiden Füßen auf dem Boden, wofür neben der Band selbst vor allem die in voller Überzeugung mitsingenden Fans (mich inbegriffen) sorgen. Das ist so ein unglaublich wahnsinniges Gefühl! Das Keyboard bildet eine perfekte Einheit zu Gitarren und Schlagzeug. Wenn eine Band live so 100%ig in die Fußstapfen ihres großen Vorbilds steigt, dann sind es BLOOD, FIRE, DEATH – der Sechser um Stimmwunder Marcel Mattner versteht es wie keine Zweite Band vor und nach ihr den unverfälschten BATHORY-Spirit zu verbreiten, den ich so lange schon vermisse, ich wäre jedenfalls gespannt, was Quorthon dazu meinen würde, wenn er das nicht selbst von der Halle der Krieger aus gesehen hat. Der Auftritt beim SwordBrothers wird zum sprachlos machenden Triumphzug der gesamten Band und oben am wolkenverhangenen Himmel krächzen Odins Raben. Ein trotz mancher Lücke gleich vom Start weg in der Halle kräftig headbangend und mitgröhlendes Publikum, die sich mit zunehmender Spieldauer zunehmend mit Leuten füllt, sowie jede Menge alles andere als schlecht staunende Gesichter bestätigen das positive Gesamtbild. Am Ende wollen die Fans eine Zugabe der epischen BATHORY-Metalsongs, leider sind auch BLOOD FIRE DEATH zeitlich gebunden, sie würden gern, dürfen jedoch nicht länger. Schade! Nichtsdestotrotz ein klares und recht unerwartetes Highlight und für mich ein echter Gewinner des SwordBrothersfestivals XII! Zwar ist mir bewußt gewesen, das BLOOD FIRE DEATH gut sein würden, aber so unglaublich gut? Die Band hat nicht nur kräftig Eindruck hinterlassen, sondern einen dicken Stein im Brett beim Verfasser dieses Berichts, die werde ich mir gern bei passender Gelegenheit gern wieder geben! Soviel BATHORY-Spirit der an Epic, Feingefühl, Heavyness und Feingefühl nicht mehr zu überbieten ist, lohnt immer eine Reise! Phantastisch und schon (fast) nicht mehr zu toppen: „I'll throw my Eyes into the Lake, so that I will see from within. I'll throw my Eyes into the Lake, and when blind I will still see“. Gegen Abend wird es ungemütlich kalt und regnerisch. Zunächst ein Zelt aufbauen helfend, anschließend in ein wichtiges Gespräch vertieft und in Ruhe eine Mahlzeit zu mir nehmend, ist eine längere Auszeit notwendig, um Kraft für die zwei letzten Bands, den Co-Headliner und Headliner zu sparen, die ihrem Status entsprechend auch die längsten Spielzeiten haben.

JWB (JUTTA WEINHOLD BAND)

Das nächste Highlight kündigt sich mit JWB an. Statt einen bunt gemischten Set zu spielen, nutzt JUTTA WEINHOLD, die grande Dame der deutschen Heavy Metalszene ihre gut einstündige Spielzeit für einen beherzten Auftritt, der mit Material der beiden unsterblichen ZED YAGO Klassikeralben gespickt ist. Unterstützt von zweien ihrer ehemaligen Mitstreiter, die wenn ich richtig informiert bin, wieder in die Band zurückgefunden haben, kommt noch mehr ZED YAGO-Spirit auf als ohnehin. Am erfreulichsten ist, das mit Schlagwerker „Bubi the Schmied“ der Kult-Drummer ins Band-Line-Up zurückgefunden hat, der Felle und Becken bearbeitet, wie ein junger Gott! JUTTA WEINHOLD ist immer noch erste Liga in Sachen Charisma. Eine derart beeindruckend sympathische Erscheinung wie JUTTA WEINHOLD ist und bleibt einzigartig. Sie versteht es, den gut mitsingenden Fanpulk auf sicheren Kurs zu steuern, wie keine andere Frontfrau im Heavy Metal-Zirkus. Entsprechend hochmotiviert, druckvoll und mit reichlich Wumms im Flügel kommen die ehemaligen ZED YAGO vor begeistert mitgehender Fankulisse auf den Punkt! „The Spell from Over Yonder“, „Zed Yago“, „The Pale Man“ oder „Stay the Curse“, sind echte Highlights eines von solchen gesegneten Programms, ehe mit dem genialen All-Time-Evergreen „Black Bone Song“ zum Schlußakkord geblaßen wird, will heißen, speziell geladene Fans aus der männlichen Headbangerschaft dürfen auf die Bühne JUTTA WEINHOLD & Band gesangs technisch unterstützen, eine eindrucksvolle Wand bilden, nach allen Regeln der Kunst die Sau rauslassen, Selbiges gilt für die Metallerinnen die zum Schluß bei „Rebel Ladies“ tanzend, singend und Bangend ihre Figur zum besten geben - eine Geste, die zeigt, wie mächtig der Geist von „Black Bone Song“ und „Rebel Ladies“ noch immer den Spirit der im frühen Morgennebel auf dem Wasser rudernden Piratenkönigin versprühen! Wer die Videos hierzu kennt, weiß Bescheid...

SHADOWKEEP

Kannte ich den englischen Progressive-Powermetalfünfer lediglich vom Test per Youtube, sollte sich dieser Umstand aller spätestens mit dem folgenden Gig für mich erledigt haben. Was SHADOWKEEP auf der Bühne zeigen, ist wirklich erste Sahne und eigentlich kaum noch zu toppen, da präsentiert sich eine perfekt miteinander harmonierende Einheit auf der Bühne. Gitarristin Nikki wirkt nicht nur allein durch ihre Haarpracht beeindruckend auf der Bühne, die Dame hat das Klampfen von der Pike auf gelernt, zockt richtig schön fett in die Magengruben hauende Riffs zusammen mit ihrem Kollegen Chris Allen (der im schönen Transcendence-Shirt von CRIMSON GLORY stehend seine Axt bearbeitet), Frontmann Rogue weiß wie er das Publikum zum Headbangen animiert, seine leidenschaftlich dargebotene Gesangsperformance kommt bei der treuen SHADOWKEEP-Fangemeinde bestens an, mehrfach dürfen auch die Fans Gesangseinlagen am Mikro geben, meine Wenigkeit ist hellauf begeistert von dem, was sich da vorn auf der Bühne tut. Knaller wie „Believe“ lassen die Herzen der SHADOWKEEP-Fangemeinde höher schlagen. Stony Grantham und Omar Hayes an Bass und Schlagzeug lassen der vollen Wucht ihrer Rhythmus-Instrumente freien Lauf, das gut aufgelegte Gitarrentandem Nikki Robson/Chris Allen sorgt für Begeisterung bei der Haareschüttelnden Fraktion und für ungläubig Staunen bei all denen, die sich vielleicht ein eher gediegen langsames Progintermezzo mit zahlreichen Brücken erwartet haben. SHADOWKEEP waren ein Erlebnis, diese geniale Band erstmals live erleben zu dürfen, war ein Genuß. Mit einem ihrer wenn nicht vielleicht gar d e m stärksten Stück „Dark Tower“ wird eine superbe Vorstellung eindrucksvoll beschlossen. SHADOW KEEP verlassen als bärenstarker Co.-Headliner die Bühne. Nun muss der Headliner wirklich alles geben, um diese grandiose Vorstellung zu toppen! Etwas Zeit bleibt noch für eine Cola, dann heißt's auf, zum Headliner!

MORGANA LEFAY

Auf die letzte seit gefühlten knapp anderthalb Jahrzehnten auf dem Livesektor immens rare Band haben sich bereits im Vorfeld viele gefreut. Warum dem so ist, beweist der nicht ohne Grund im Vorfeld hochgelobte Schwedenfünfer MORGANA LEFAY im JUZ Andernach vor einem extrem enthusiastisch mitgehenden Publikum, geteilt in Die-Hard-Swordbrothersgänger und speziell einzig nur wegen MORGANA LEFAY angereister Leute. Möglicherweise bot das SWORDBROTHERS-Festival die letzte Gelegenheit, sich den versierten Schwedenfünfer zu geben, der mit seinem auf satte zwei (!) Stunden verteilten Programm, das zahlreiche Highlights einer langen Karriere beinhaltend als eine Art Lektion in Sachen Progressive Powermetal betrachtet, für Genrefans keinen Wunsch offen lässt. Morgana Lefay sind heavy und vor allem eines, ziemlich laut! Das Axeman-Duo Tony Erikson/Peter Gren lässt die Sechssaitige sägen, was Hals und Korpus hergeben. Shouter Charles Rytkönen brilliert mit einer Top-Gesangsleistung, der Mann schreit, singt und röhrt sich durch alle Tracks, das es eine wahre Pracht ist. Schlagzeuger Pelle Akerlind spielt präzise wie ein Uhrwerk, die Band zeigt enorme Stageactingqualitäten, ihren britischen Kollegen SHADOWKEEP kaum nachstehend. Selbst nach dem letzten Stück skandieren die Fans immer noch minutenlang den Wortlaut „Male, Male, Male -Maleficium!“ Selbst der sich anschließend von ihren Fans dankbar verabschiedenden Band verschlägt's glatt die Sprache, die Fans wollen als noch mehr, skandieren lautstark „Zugabe!“ MORGANA LEFAY waren ein in der Tat verdienter Headliner und auch sie hätten, wenn's die Zeit erlaubte noch gern eine Zugabe nachgelegt, das uns sie mit "State of Intoxication". Wenn direkt nach dem Auftritt noch minutenlange „We want More“, „We want More“-Schlachtgesänge durch die Location hallen, sagt das eigentlich schon mehr als genug. Das SwordBrothers-Festival hat gehalten, was es versprach, sich erneut gelohnt, und harren wir mal gespannt der Dinge, die nächstes Jahr kommen, von einer Band über deren Zusage ich mich ganz schwer freue, habe ich schon etwas läuten hören... sollte das stimmen, dürfte mit einem cremigen Billing für nächstes Jahr zu rechnen sein, das sich gewaschen hat, mehr wird aber nicht verraten...nur eines möchte ich an dieser Stelle dringend loswerden: für nächstes Jahr holt bitte unbedingt STEELPREACHER!!!

Die wären echt der Burner! Allein das JACK STARR und OSTROGOTH bestätigt sind, ist für mich schon ein weiterer Grund auch nächstes Jahr wieder auf's SWORDBROTHER's-Festival zu gehen. Da es nächstes Jahr trauriger weise wohl das letzte SBF sein wird, allein der Gedanke daran bereitet mir heftige Kopfschmerzen, besteht ungeachtet des ohnehin starken Billings Anwesenheitspflicht, um dieses mir seit meinem ersten Besuch dort, sehr ans Herz gewachsene Klein-Festival gebührend in Amt und Würden zu verabschieden! Soviel Anstand muss sein. Vielleicht gibt es irgendwann zu passender Gelegenheit ein geplantes Nachfolgefestival, doch ob dem so ist, wo dieses stattfinden würde und wer es organisiert, wissen allein die Metalgötter!

MORGANA LEFAY brachten folgende Top-Headliner-Setlist:

The Source of Pain
End of Living
Master Of The Masquerade
Rooms Of Sleep
Another Dawn
When Gargoyles Fly
Victim of the Inquisition
Face of Fear
Angels Deceit
Save Our Souls
Nowhere Island
The Boon He Gives
To Isengard
I Roam
Hollow
Symphony of the Damned
In the Court of the Crimson King
Maleficium
State of Intoxication

Eine Rüge in Sachen WC's muss ich am Ende loswerden, so schwer es fällt: Einen protzigen Toilettenwagen auf dem Campinggelände zu platzieren, der zu allem Überfluss auch noch abgeschlossen (!) ist, hinterlässt so manches Fragezeichen. Hier gilt folgendes zu bedenken: Da noch einige bis zum nächsten Morgen übernachten, sind sie chancenlos, wenn der Italiener noch zu hat, und auch sonst keine Möglichkeit besteht, sein großes Geschäft zu verrichten. Bei nasskaltem Wetter ins Gebüsch zu klettern und es dort zu tun, ist ähem... nun ja! Zwei Dixies auf dem Camper würden's ja bereits tun. In der Hoffnung, das sich auch daran künftig etwas ändert beschließe ich diesen Bericht mit dem Rückblick auf ein zunächst reichlich schleppend beginnendes, sich endlich spätestens Mitte Nachmittag beständig steigerndes Festival, das wie immer sein Geld wert war!

Dafür ein kräftiges Danke an Volker für ein Festival, das bis auf den zuletzt genannten Umstand gut organisiert war, das man als beinharter Fan Schwermetallischer Livemucke immer gern besucht!

Auf ein Neues spätestens im nächsten Jahr. SWORDBROTHER'S - wir sehen uns 2014 wieder!

 

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