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BLACK LABEL SOCIETY – Frankfurt/M., Batschkapp

03 Black Label Society Flyer

Konzert vom 24.03.18
Supp.: MONOLORD

Homepage:
BLACK LABEL SOCIETY
MONOLORD

Bereits im Vorfeld des heutigen Konzerts meldete die Batschkapp den "Sold out". Eigentlich war das auch vorhersehbar, denn Konzerte mit Mr. Jeffrey Phillip Wielandt alias Zakk Wylde und seinen BLACK LABEL SOCIETY stehen hoch im Kurs und beschränken sich meist auf wenige Deutschland-Shows während einer Tour.

03 Monolord

Für einen Samstag war mit 18.30 Uhr der Konzertbeginn extrem früh angesetzt. Bedingt durch das BLS VIP-Ticket Meet & Greet verzögerte sich dann der Einlass, der eigentlich um 18.00 Uhr hätte sein sollen, auch noch um gut 20 Minuten, und so eröffnete das Schwedentrio von MONOLORD vor gerade mal 100 Leutchen pünktlich ihren Set. Zusätzlich brachten die in die Halle strömenden Zuschauer noch einiges an Unruhe mit, so dass es sich für einen Bandfremden wie mich nicht gerade einfach gestaltete, sich auf deren Musik einzulassen. Ihr Mix aus Doom und Stoner der härteren Gangart traf dann auch nur bedingt den Geschmack der BLS-Getreuen. Auch wenn dieses Genre nicht zu meinen musikalischen Vorlieben gehört, nahm ich doch einige interessante Elemente hierbei wahr. Die Jungs spielten recht tight und stimmig ihr 30-minütiges Set runter, wobei ihre überwiegend in weiß gehaltene Backline den eigentlichen Hingucker darstellte, da sich die Performance der Nordländer auf ihren Standplatz beschränkte. Irritiert war ich über den doch spärlichen Applaus zum Setende, der bei einigen Songs während der Spielzeit noch deutlich größer ausfiel. Irgendwie schien das auch das Trio so aufgefasst zu haben und verließ ohne großen Abschied die Bühne.

03 BLS 01

Nach 35 Minuten Umbau incl. Linecheck hinter einem überdimensionalen BLS-Vorhang ging es dann endlich los. Mit Nebelfontänen vor farbigen Lichtspielereien startete recht lautstark seitens der PA und des Publikums der Frankfurter Showteil der BLACK LABEL SOCIETY - "The Grimmest Show On Earth" - Tour mit reichlich Gitarrenposereien von Meister Zakk Wylde. Mit "Suffering Overdue" rollte auch recht schnell die erste fette Dampframme ins Publikum. Junge, Junge, hier in Frankfurt ging was. Die positive Energie zwischen Publikum, Zakk und seiner Band war nahezu greifbar. Nicht nur auf der Bühne, ebenfalls beim Publikum, was sich auch beim nachfolgenden "Bleed For Me" bemerkbar machte. John DeServio's Basssolo zu "Heart of Darkness" wurde ebenso angenommen wie ein Megaphoneinsatz bei "Suicide Messiah" oder Dario Lorins’s Einsatz eines Geigenbogens zum Spielen der Gitarre bei „Trampled Down Below“, welches den 3-Song-Block an neuen Stücken einläutete, der zudem die offizielle Begrüßung des BLACK LABEL Germany Chapters und die Vorstellung der Band beinhaltete. Ich muss nicht sonderlich erwähnen, dass der ebenfalls drei Songs umfassende Balladenteil mit einem echten Flügel, bei dem Dario den ersten von drei Songs („Bridge to Cross“) spielte, das nächste i-Tüpfelchen der Show werden sollte. Zakk spielte dieses Stück übrigens mit der vierten seiner zahlreich vorhandenen Gitarren. Und als der blonde Hüne sich dann an den Flügel setzte, um die nächsten beiden Stücke daran selbst zu spielen, wurde es spätestens bei „In This River“ sentimental, als zu Ehren seines verstorbenen Freundes Dimebag Darrel die massive Backline (bestand aus sage und schreibe 28 Stück 4x12er Kabinetts, in die das Schlagzeug mittig eingebaut war) durch zwei große Banner mit dem Konterfei des verstorbenen Gitarrenhelden überdeckt wurden.

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„The Blessed Hellride” - dieser alte, melodisch doom-metallische Schinken (übrigens mit Klampfe Nr. 5) wurde für mich zum nächsten Highlight. Und wenn wir schon über Highlights reden, dann steht „Fire It Up“ ganz oben. Nicht unbedingt der Song an sich war es, der hier in der ausverkauften Batschkapp für Furore sorgte, nein, es war das 8-minütige Gitarrensolo (übrigens mit Gitarre Nr. 6), zu dem Zakk sich verkabelt (!) in einer Traube von Securitys ins Publikum begab, um im Bereich des Mischpultes zu verharren und zu spielen. Während er also direkt unterhalb von mir (und ja, ich saß in der ersten Reihe der Empore) die Fans in Ekstase trieb, setzte er sich erneut in Bewegung, kam die Treppe hoch, ging direkt an mir vorbei (wohlgemerkt ununterbrochen Gitarre spielend) und zockte keine 3 Meter entfernt weiter. Das ganze Solo dauerte insgesamt acht Minuten, wie mir später übermittelt wurde.

03 BLS 03

Ganz ehrlich, die letzten beiden Stücke glichen jetzt einer netten musikalischen Beigabe. Ich war noch zu sehr geflasht von diesem Moment eben, der gleichzeitig zu einem der schönsten Konzerterinnerungen meiner Konzertjahrzehnte aufsteigen wird, um mich auf diese letzten Songs hätte konzentrieren können. Aber Mr. Wylde hatte noch ein Ass im Ärmel, das er zu seiner Verabschiedung ausspielte und mich damit erneut zu beeindrucken verstand. Ich kann mich aus dem Stegreif an kaum einen Musiker erinnern (ähnlich zuletzt Till Lindemann von RAMMSTEIN), der nach einem Auftritt sein Instrument neben sich ablegt, niederkniet, mehrfach bekreuzigt, um sich so bei seinem Spielgerät zu bedanken - dann aufsteht, auf sein Bühnenpodest steigt, sich erneut abkniet, um so seinem Publikum seine Dankbarkeit zu erweisen. Das hat Stil und Klasse in einem. Ich brauche hier nicht weiter auszuführen, dass das Frankfurter Publikum nach diesen 100 Konzertminuten Kopf stand. Es gab keine zwei Meinungen zu diesem Auftritt - das war gelebte pure Energie, einfach einzigartig!

Setlist BLS:
Genocide Junkies
Funeral Bell
Suffering Overdue
Bleed for Me
Heart of Darkness
Suicide Messiah
Trampled Down Below
All That Once Shined
Room of Nightmares
Bridge to Cross
Spoke in the Wheel
In This River
The Blessed Hellride
A Love Unreal
Fire it Up
Concrete Jungle
Stillborn

Fotos mit freundlicher Genehmigung von Hans-W. Rock (3) & Mike Langer (1)