JAG PANZER - Kassel

05 JagPanzer Flyer

Konzert vom: 21.05.19
Supports: IDLE HANDS, MESMERIZED

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JAG PANZER
IDLE HANDS
MESMERIZED

JAG PANZER mit zwei Supportacts (IDLE HANDS und MESMERIZED) auf Europatour, - da hieß es nichts wie hin auf nach Kassel, in die Goldgrube. Sehr zeitig dort angekommen, bleibt noch ein Moment Zeit zum lockeren Plauschen ehe MESMERIZED den Abend gegen 20:10 Uhr eröffnen. 

MESMERIZED
Nach ihrem tollen Face of the World-Debüt im Vorjahr durfte mit einem heftigen Auftritt der Prog/Power-Thrasher MESMERIZED gerechnet werden, doch vor Überraschungen in Form nicht eingerechneter Line Up-Wechsel nie gefreit. Sänger Armin ist durch familiäre Gründe bedingt ausgestiegen. Das Fehlen des kampferprobten Fronters hinterlässt eine nicht zu kompensierende Riesenlücke hinterlässt. Sebi hat neben der zweiten Gitarre nun auch den Gesang übernommen. Damit bleibt zumindest die aktuelle Stammformation fast unverändert. MESMERIZED spielen technisch versierten Progressive-Metal häufig detailverliebten Musters.



Feine Spielerische Fähigkeiten einer ihren Job ordentlich machenden Combo trösten dennoch kaum darüber hinweg, dass irgendwie nur im geringfügigen Rahmen Stimmung aufkommen will. Vielleicht liegt es daran, dass der Thrash- und Vielseitigkeitsfaktor wodurch jeder MESMERIZED-Auftritte seine besondere Eigennote bekam, komplett fehlt. MESMERIZED befinden sich derzeit in einer Umbruch-Phase, was allerdings verständlich ist. Dieser zumindest ordentliche, nur verhaltene Fanresonanzen hervorrufende mit zaghaftem Beifall bedachte Auftritt war den Umständen gemäß immerhin knapp solide, mehr war leider nicht drin. Nun heißt es bis auf Weiteres abwarten, wohin die künftige Entwicklung der Kasseler Prog-Powermetaller zeigt.

IDLE HANDS
was bei Mesmerized noch nicht so recht klappte, steigert sich durch die schwer angesagten Gothic (Dark Wave)-Metal Senkrechtstarter IDLE HANDS, deren Albumdebüt 'Mana' in vielen Schwermetall-Gazetten posive Resonanzen erntete (auch bei FFM-ROCK!) schnell binnen fünf Minuten von 0 auf 100. Trotz vereinzelter Lücken hat die Anzahl der Menschen im Saal merklich zugenommen. Ein gespannt wartender Teil in der Goldgrube fiebert dem IDLE HANDS-Auftritt spürbar entgegen. Die Mischung aus 80er-Gothic mit Darkwaveanteil und Heavy Metal trifft den Nerv des Publikums; sogar Kuttenträgerschaft bangt fleißig in vorderster Reihe. IDLE HANDS-Frontmann Gabriel Franco ehemals u. a. in Reihen der seit 2017 aufgelösten US Heavy Speedmetaller SPELLCASTER lässt gelegentlich bezeichnent martialische Brülls aus heißer-tieferer Kehle raus, es scheint ganz so als bewege er sich in seiner völlig eigenen Welt, wie der glasige Blick des versierten auf der Bühne aufblühenden Stimmbandästheten zeigt, der auf den Brettern alles unter Kontrolle hat.

Gabriel dirigiert sein Publikum zu allen Seiten, die Gitarrenfraktion post, was das Zeug hält, beherrscht ihre Instrumente konzentriert zu Werke gehend traumhaft sicher. Wenn alle Fünf Musiker auf der Bühne Vollgas geben, wirkt es wie eine geölte Maschinerie, die das Publikum durchweg flasht. Mit potentiellen Melodic Goth/Metal-Hitkandidaten – darunter flotte Kerzenscheinrauschorgien im lässigen Darkwave-Gruft-Grooverock-Style, „Nightfall“, „Jackie“, „Give Me To The Night“, „Cosmic Overdrive“, „Blade and the Will“, oder halbballadesk raumgreifenden Epic-Knallern Marke „Don't Waste Your Time“ bzw. „Dragon, Why Do You Cry?“bringen elegant zugleich dynamisch vorgetragen reichlich Stimmung in die Bude. Damit können IDLE HANDS den größeren Teil der Sympathien des im Laufe der Session zunehmend mehr aufwachenden Auditoriums für sich verbuchen. Als früher Auftakt auf dem KIT fuhren sie bereits ein zumindest akzeptables Ergebnis ein. Dem gegenüber fällt das Gastspiel in der Goldgrube Kassel deutlich besser aus, weil gerade Gruppen mit einem exotischeren Stil wie IDLE HANDS im kleinen Club wesentlich unbeschwerter, somit effektiver zur Geltung kommen. Da gehen zahlreich Arme des ausgelassen Tanzend, Headbangend, feiernden und teils die Songinhalte Mitsingenden Publikums nach oben. Ausnahme: Das einzig wegen dem Hauptact gekomme Klientel verzieht sich lieber nach draußen statt der Band Aufwartung zu machen, aber das ist letzten Endes auch mal wieder schnuppe... - Geschmäcker sind verschieden.

Nach dem feinen, erfrischend lockeren IDLE HANDS-Warm Up im Vorprogramm darf endlich der Hauptact ran und der heißt...

JAG PANZER
Spätestens mit dem sehnlichst erwarteten Headliner wird es richtig voll in der Goldgrube. Geschätzte 120 Besucher sind anwesend, die Maximalkapazität der Goldgrube liegt bei ca. 180, was für die Kleinlocation eigentlich an sich völlig ausreicht. Für mich zählen JAG PANZER zu den fünf besten US-(Power)Metalbands aller Zeiten, diese Band verkörpert wie keine andere den Inbegriff des US Power Metals, (- welche die anderen vier sind, dürfen jene, die mich kennen, gern selbst erraten!). Ihre Sonderstellung unterstreicht die vom Start weg auf extrem hohem Niveau zur Sache gehende Legende vor einem sofort vom ersten Riff gnadenlos durchdrehenden Publikum in Kassel. Die sich sogar über so manchen Aufnäher anderer Bands auf Fankutten freuenden Bandmitglieder (darauf ein kräftig Prost, Mr. Tafolla!) werden nach Strich und Faden abfeiert. Musiker sind eben auch Fans, was diese sympathische US-Truppe in aller Form (wie es sich für waschechte Metalbands gehört), geballt heavy auf der Bühne zeigend auslebt.

JAG PANZER servieren einen aussergewöhnlichen fast sämtliche Bandphasen durchleuchtenden Set, der es heftig in sich hat. Als rasanter Einstieg erweist sich “Far Beyond All Fear“ vom aktuellen Studiowerk 'The Deviant Chord', anschließend geht’s auf atmosphären-hymnischen Trip mit „Chain of Command“, „Achilles“ und „Overlord“ gedenken der Nachmillenniums-Ära. Harry 'The Tyrant' Conklin singt in seiner eigenen Liga. Der beste über viele Jahre mit Abstand konstanteste Shouter des US-(Power)metal hat sich seit geraumer Zeit eine Langhaarmähne wachsen lassen, die optisch hervorragend zu diesem ausgezeichneten Top-Sänger passt, dessen gewaltiges Organ überall bei den Heavy Metal-Fans auf der Welt sogar in den kleinsten Underground-Clubs Adrenalinschub mit Kribbelfaktor zehn auf der Haut auslöst. Gitarrentechnisch wirken Joey Tafolla/Mark Briody als eingespieltes Doppel so unterschiedlich sie auch sein mögen - wie ein massives Festungsbollwerk, das eine Riffsalve nach der anderen rausfeuert inklusive filigranriff-Finessen vom Feinsten, dazu geben. Dafür, dass überhaupt nichts durch dieses Festungsbollwerk kommt, sorgt Bassist John Tetley zusammen mit dem u a. für den US-Insider-Power/Speed-Geheimtipp BALLISTIC und die bekanntere Female Fronted Heavy Metal-Combo BENEDICTUM die Stöcke schwingende Schwede Rikard Stjernquist, dessen druckvolle Klöppelei hinter der Schießbude seine Vorderleute ständig zu Höchstleistungen antreibt; dazu Harry's Gesang.. - traumhaft göttlich. - So geht US-Power Metal-Live! JAG PANZER bleiben d i e ultimative Macht! Hastalavista!

Bei unverzichtbaren Kultpower-Hymnenattacken der Ample Destruction-Phase („Licensed to Kill“, „Harder Than Steel“) herrscht dauerhaft mächtiger Alarm. In der kleinen Goldgrube geht es ab, wie in einem aufgeschreckten Wespennest. „Black“ verteilt schleppend mystische Sphärenepik, „Iron Eagle“ darf als erlesenes Heroic-Kraftfutter zum gemeinsamen Mitsingen ebenso wenig fehlen. Die Königshymne „King at a Price“ räumt der 'Thane to the Throne'-Ära einschließlich zuckersüßer Leadsoli Platz ein, ehe das flott getakte Powerspeedinferno „Fire of our Spirit“ heftig Köpfe kreisen bzw. Mähnen wirbeln lässt.

Die Oldschoolfanriege macht der US-(Power)-Metal-Institution treu ergeben ein gewaltiges Fass auf, dass kein Auge trocken bleibt. Glücklich liegen sich Fans in den Armen, manche haben Freudentränen in den Augen, andere können gar nicht erst fassen, wie ihnen im Zuge dieser übermächtigen Demonstration geschieht. Eine komplett ausklinkende Headbangerschaft vor der Bühne, schwitzende sich umarmende gemeinsam jeden Song bis auf den letzten Ton abfeiernd singende, sich beständig Luftgitarrenduelle am Stück liefernde Fans, sowie staunendes Thekenpersonal im Night Viper-Shirt... hier brennt ausnahmslos die Luft!

„The Mission“ stampfgroovt sich hochkarätig Hymnenalarm auslösend galoppierend seinen Weg frei, fett in Pathos badende Ohohoho-Singalongs inklusive. Zwecks Intonation des irischen Freiheitskämpfersongs „Foggy Dew“ überlässt Harry 'The Tyrant' Conklin seinem Gitarristen/Bandpartner Mark Briody freiwillig das Mikro, ehe er bei „The Scarlett Letter“ die Flüstertüte selbst wieder übernimmt. „The Scarlett Letter“ begibt sich bedrohlich mit zweistimmigem Unterton auf 'Mechanized Warfare'-Kurs.

Der Endspurt hat es mit „Shadow Thief“(Erinnerungen an seelige 'The Fourth Jugdement-Days') werden wach gefolgt von „Born of the Flame“ abermals den starken aktuellen JAG PANZER-Silberdreher 'The Deviant Chord' in den Fokus rückend, erneut in sich; doch das Publikum will mehr und bekommt als finale Zugabe das Ample Destruction'-Zerstörerdoppel „Warfare“/„Generally Hostile“, womit sich JAG PANZER auf der Welle eines gigantischen Triumphzuges bei dem sich Band und Fans in einen regelrechten Rausch rockten, gebührend verabschieden. Fehlt eigentlich nur der Accept-Gassenhauer „Fast as a Shark“ im JAG PANZER-Korsett, den sie auf dem K.I.T. brachten, dort reichte die vorgesehne Zeit dafür.

Nach ca. 80 Minuten unter großem Jubel einer restlos geplätteten Fanschaar entlassen, nehmen sich die Musiker am Schluß noch Zeit für Fangespräche oder Tonträgersignieren, sowie dem Schließen neuer Facebook-Freundschaften. Fazit: Überragend! Welch ein Trimphzug der US-Power Metal-Institution, und die Club-Tour des rollenden Jagd Panzers geht weiter...

JAG PANZER haben die Goldgrube gnadenlos in Schutt und Asche gelegt, nach dem erfolgreichen Tourauftakt in Kassel wird es jedoch gravierende Änderungen im Billing geben. AMULET und SEVEN SISTERS sind künftig als Supportacts (u. a. in Essen) dabei, worauf sich JAG PANZER-Fans die die Band auf weiteren Touretappen begleiten wollen, freuen dürfen, - JAG PANZER... is on the Attack, Attack, Attack, Attack...!

Setlist Jag Panzer:
1. Far Beyond All Fears
2. Chain of Command
3. Achilles
4. Overlord
5. Licensed to Kill
6. Harder Than Steel
7. Black
8. Iron Eagle
9. King at a Price
10. Fire of our Spirit
11. The Mission
12. Foggy Dew
13. The Scarlett Letter
14. Shadow Thief
Born of the Flame
Zugaben:
15. Warfare
16. Generally Hostile

Schlußwort:
Ein dickes Danke für einen tollen Metal-Abend im kleinen überschaubaren Rahmen im perfekt geeigneten Ambiente geht an Dirk und Diana Schneider und das gesamte 98-Records-Team und die Moshpit Crew für die freundliche Bewirtung. Überhaupt bietet sich die Goldgrube für solche kleinen umso feineren Events an, sie ist geradezu prädestiniert für solche kleinren Eventes wähend der Woche, wo mit maximal etwa 180 Besuchern (vielleicht werden's auch ein paar mehr), gerechnet werden darf. Einzig die Quarzerei drinnen (seid mir nicht böse, empfindet meine Wenigkeit als Nichtraucher als nicht so prickelnd... aber auch hier liegt dieser Aspekt stets im Auge des betrachtenden Individuums.)

Noch ein fetter Tipp für die Epic-Abteilung unter den Metalheads: macht euch auf ein weiteres fettes Programm gefasst, am 6.6.2019 schlagen endlich die (neben NIGHT DEMON) wichtigsten Hoffnungsträger der New Wave of american True Metal-Bewegung, VISIGOTH aus Salt Lake City in Kassel auf, um ein Hymnenfass voller Epik-Metal in Vollendung zu öffnen. Deren aktuelle Hammerscheibe 'Conqueror's Oath' wirbelte im letzten Jahr 2018 mächtig Staub auf, daraus resultierende Folge: Dauerrotation im Playerschacht unangefochten Platz 2 meiner Jahres Top-Ten. (Nur JUDAS PRIEST waren besser!) Vorab werden zwei brandheiße Vorgruppen RESISTANCE (Heavy Metal) und BEWITCHER aus Portland mit (Heavy/Black/Speed Metal) den Besuchern in der Goldgrube Kassel heftig etwas auf die Ohren geben. Um zahlreiches Erscheinen des treuen Fanklientels wird im Sinne der Sache dringend gebeten, wenn es erneut gewaltig rumpelt im Kabuff... (!) Ein tierisch rockendes Fest dürfte dementsprechend garantiert sein. Das fleißige Team von 98RECORDS freut sich auf euren Besuch!

Einlass: 19:45 Uhr, Beginn: ca. 20:15 Uhr.
Das Ticket kostet an allen bekannten Vorverkaufsstellen: 13,50 Euro (+ Gebühren) und an der Abendkasse: 17,50 Euro.

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