BULLET – Mannheim

10 Bullet Flyer

Konzert vom 03.10.19
Support: RED RAVEN

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BULLET
RED RAVEN

Am Tag der deutschen Einheit entzweite sich die Clubszene in Mannheim, denn es fanden zeitgleich zwei interessante Metal-Veranstaltungen statt. Zum Streichprogramm wurde für mich schweren Herzens „The New Wave Of Heavy Metal“ u. a. mit THUNDERMOTHER im MS Connexion Complex, um im 7er Club den schwedischen Highway Piraten BULLET auf dem zweiten Teil ihrer „Dust To Gold-Tour“ einen Besuch abzustatten und vor allem endlich mal RED RAVEN live zu erleben.

10 Red Raven

RED RAVEN aus dem Saarland stehen nicht all zu oft auf den Bühnen der Nation, was nicht an der musikalischen Auslegung der normalerweise als Quintett agierenden Metaller liegt, sondern schlichtweg an der Verfügbarkeit ihres Goldkehlchens namens Frank Beck, der u. a. noch bei GAMMA RAY und MAIDEN UNITED in Lohn und Brot steht. Dass der musikalische Schulterschluss heute nicht unbedingt zum Hauptakt passte, stellte Beck zu Beginn der Show gleich treffend fest, aber trotzdem versuchte man, die Plattform heute im 7er für sich zu nutzen, um den Bekanntheitsgrad etwas zu erweitern. Schade hierbei war die fehlende zweite Gitarre des beruflich verhinderten Bernd Basmer. So war Patrick Fey hier alleine auf sich gestellt und hatte seine liebe Mühe, gegen das doch sehr laut abgemischte Drumkit vom Kollegen Sebastian Berg anzukämpfen. All das, was BULLET normalerweise nicht im Repertoire haben, boten die Saarländer in ihrem Metal auf. Melodic, Power, Epic, Progressivität in einer gesunden Mischung wurde den hier schon knapp über 100 Interessierten über 40 Minuten hinweg angeboten. Ok, nicht alle sprangen darauf an, aber das war von vornherein klar. Trotzdem wussten sie zu überzeugen. Ihr Songmaterial reproduzierten sie live nahe am Original der beiden bisherigen Alben, wobei der Verzicht auf irgendwelche technischen Hilfsmittel hierbei ebenso hervorzuheben ist, wie der zweistimmige Chorgesang und eben die nahezu perfekte Leadstimme von Frank Beck. Dass dieser es auch beherrscht, „Ungläubige“ auf seine Seite zu holen, zeigte seine lust- bzw. listige Animation zum Mitsingpart für „Unbreakable“. Dieser Song als auch „Too Late“ stellten letztendlich hier, wie auch schon auf Platte, meine Lieblingsnummern dar.

Setlist RED RAVEN:
Collapse
Dance With A Freak
Planet Fear
Silent World Of Mine
Unbreakable
Out Of Memory
Too Late

10 bullet

BULLET sind live eigentlich immer eine Bank, auch wenn mal Dag Hofer (voc.), wie in Andernach im Oktober 2018 auf dem ersten Teil der „Dust To Gold-Tour“, trotz heftiger Erkältung nur eingeschränkt performen konnte. Heute waren er und seine Weggefährten in guter Form, ok, vielleicht ein wenig müde vom 10-stündigen Ritt von Husum nach Mannheim, aber gesund und das zählt schließlich. Schon ein Blick auf die Setlist verriet, dass die Fans heute ordentlich metallisches Futter bekommen sollten und dass deutlich mehr Stücke auf dem Zettel gelistet waren, als noch im Herbst letzten Jahres. Gleich zu Beginn zeigte sich, für wen all die Fans angereist waren. Mit einem gigantischen Jubelsturm wurden die Schweden empfangen, und diese deuteten gleich von Beginn an, dass hier nicht viel Drumherum, sondern Mittendurch stattfinden würde, denn man zockte die ersten sechs Songs direkt durch (dieser Teil war übrigens identisch mit der Herbstsetlist). Hofer hielt sich hierbei vornehm im Hintergrund und überließ das Schlachtfeld seinen oft battelnden Gitarristen bzw. der Bass zupfenden Stimmungskanone Gustav Hector. Für die eine oder andere kurze Ansage ließ er sich dann aber doch hinreißen, was in Mannheim auf fruchtbaren Boden fiel. „Dusk Til Dawn“ wurde, an den Reaktionen gemessen, zum ersten Publikumshighlight. Die Dampframme hier in Monnem wurde noch explosiver, als es der erste Tourteil mit ROSS THE BOSS gewesen war, und mutierte zu einer richtigen fu** Heavy Metal Party. Weitere Stücke hervorzuheben erübrigt sich eigentlich, da nahezu alle gleichsam abgefeiert wurden. Auch wenn nach exakt einer Stunde der Hauptteil runtergezockt war, die Band sich kurz von der Bühne verzog, maulte oder pfiff niemand (kennt man ja schließlich so auch schon), sondern feierte den sich über 20 Minuten hinziehenden, mit vier Songs gespickten Zugabenteil noch einmal richtig ab. Hampus Klang (git.) führte auch hier hauptamtlich durchs Programm und drückte ebenso für seine Kollegen zum Schluss noch einmal eine große Dankbarkeit in Richtung der Fans aus.

Setlist BULLET:
Speed Attack
Aint Enough
Rogue Soldier
Riding High
Turn It Up Load
Rollig Home
Storm Of Blades
Dusk Til Dawn
Heading For The Top
One Deal
Dr. Phibes
Rambling Man
Stay Wild
Dust To Gold
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Highway Pirates
Fuel The Fire
Highway Love
Bite The Bullet

Fotos mit freundlicher Genehmigung von Marco Magin

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