REAPER - Kassel


Konzert vom 13.02.2026
Special Guest: AETERNIA

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REAPER
AETERNIA

42 Jahre Heavy Metal einschließlich Höhen und Tiefen sind ein wichtiges Stück Nordhessischer und Heavy Metal-und Teutonenstahl-Kulturgeschichte. Kassels dienstälteste Heavy Metalband REAPER ludt zur Album-Vorstellung des neuen frisch erschienenen 'Dead World Legacy'-Releases am Freitag den 13.02.26 in der Goldgrube Kassel - Pflichtprogramm für die Oldschool-Metal-Fraktion! Bevor jedoch die Protagonisten selbst auf die Bühne kommen, heizen die aus dem nordrhein-westfälischen Siegen kommenden Power Metaller AETERNIA der Meute kräftig ein, deren True Metaleinschlag nicht an den Fans vorbeigeht. Anhängerschaft harter Gitarrenklänge mit IRON MAIDEN, MOTÖRHEAD, MANOWAR-, VISIGOTH-, Shirts- und -Kutten tummelt sich in vordersten Reihen, auch Fans mit alten REAPER-Shirts aus grauer Heavy Metal-Vorzeit, die es heute nicht mehr zu erwerben gibt, blicken gebannt zur Bühne! Die kampferprobte Kasseler Szenelocation ist gut gefüllt, einige Lücken verbleiben, sodass arithmetische Headbanger-Gymnastik mehr Freude macht.

AETERNIA
legen bereits vor offiziellem Einlassbeginn los und geben vom Start weg alles! Das die Band so früh spielt, ist der Tatsache geschuldet, dass nach Albumvorstellung noch eine Metalparty in der Goldgrube stattfindet, wo sich anschließend kräftig ausgetobt werden darf, weshalb die Zeit sehr begrenzt ist. Für mich schon ein wenig ärgerlich, da mir einige Stücke von AETERNIA trotz Pünktlichkeit im Ambiente durch die Lappen gehen. - Shit Happens! AETERNIA haben Freude am Gig, geben ordentlich Gas. Der epische Power Metal erreicht seine Fans. Ihren eigenen Fanblock hat die Band auchz mitgebracht, ebenso freut sich der treue Anhang aus Kassel und Umfeld auf diese Vorstellung der Power Metalcombo, deren Reise durch diverse Fantasythemen führend, ebenso geschichtliche Themen beinhaltet.

Das wird an Heavy und PowerSpeed-krachern wie „Dragon's Gaze“, „Siren's Wrath“ „Forged In Fire“ oder „Lay Of Hildebrand“ ersichtlich. Letzt genannter Song bezieht sich auf das älteste zumal einzige Heldenlied in der deutschen Literatur, dessen Poetischen Text frühester Dokumente - es handelt sich um 68 Langverse aus dem 9. Jahrhundert (!) und befindet sich passend zum Ort des Geschehens in der Handschriftensammlung Murhard'sche (Landes)Bibliothek in Kassel. Auf „Lay Of Hildebrand“ folgt offiziell „The March of Achilles“. Dieser flotte Power Speeder gräbt im griechischen Mythen/Sagen/Legendenfundus, und als Zugabe dürfen MANOWAR-Fans denen alte Alben der einstigen Kings of Metal am liebsten sind, mächtig ihre Rübe zum pfeilschnell brutal fett rausgefeuerten „The Oath“ schütteln!

Einzig der Gesang von könnte stellenweise besser abgemischt sein, was nutzt volle Laustärke der Gitarren, wenn die Vocals von Frontmann Daniele „The Dan“ Gelsomino öfters im dichten Soundvolumen verschluckt untergehen?!? Das ist ein wenig schade. Vor allem wenn „Hil-de-brand“, „Hil-de-brand“ von den Fans gerufen werden soll, was vom Soundgeboller der bis unter die Decke röhrenden Gitarrenwand verschluckt wird. Unabhängig dessen zieht die Band ihren Set mit kompromissloser Härte straight bis zum Schlußtakt durch und sollte nach der Vorstellung neue Fans hinzugewonnen haben, soviel lässt sich aus begeisterten, erstaunt und beeindruckten Gesichtern sowie Fanreaktionen ablesen. Zurück bleibt ein durchweg beherzter, das Publikum in Wallung bringender Auftritt der Siegener Powermetalcrew AETERNIA, der danach schreit: - Kassel, -  wir kommen wieder!

REAPER
Gegen 20:45 Uhr steigt die Stimmung im Saal nocheinmal ganz erheblich. Nach gelungenem Support von AETERNIA kommen REAPER auf die Bretter, um ihr brandneues Album komplett vorzustellen. Licht und Sound sind bei REAPER gut eingestellt. Alle vier Bandmitglieder Matthias 'Mäffju' Kraft, Daniel Zimmermann (Gitarre), Benni Lodewig (Gitarre) und Jan Breede (Drums) agieren konzentriert dabei auf's Publikum fixiert und hochmotiviert. Eingeläutet vom Star Wars gedenkenden „March Of The AT-AT“-Intro kommen zunächst „Eye In The Sky“, „From Giants Shoulders“, „Jerusalem“ und „Garden Of Delights“ vom neuen 'Dead World Legacy'-Album. Alle vier Nummern begeistern durch variable Tempowechsel, kraftvolle Heavyness, fetten Groove und fließend harmonische Übergänge. REAPER spielen sich mit jedem weiteren Song in einen Rausch, der das Publikum vollends mitreisst!

Daniel ist wie seine drei Mitstreiter höchst erfreut über die gute Fanresonanz betreffs Albumpremiere und meint es wären fünf neue Songs gespielt worden nun ja, nicht ganz, es waren vier, zumal „Jerusalem“ soviel wissen eingeschworene REAPER-Maniacs wurde schon das ein oder andere Mal bei Livekonzis der Band in jüngerer Vergangenheit vor Erscheinen von 'Dead End Legacy' gespielt, der epische von Chören begleitete zwischen Heavy Metal, Progressive Metal und Hardrock liegende Hymnenhammer verfehlt seine Wirkung nicht. Es ist schön, diese von den Fans gut angenommene von orientalischem Flair mit Chorgesang umgarnt schleppende Hymne jetzt amtlich offiziell stellenweise klareren Gesangsspuren von Daniel inklusive auf Tonträger gebannt zu finden. Der Ankündigung „Das hier ist unser Erbe!“ folgt „The Legacy“, ehe das KATE BUSH-Cover „Wuthering Heights“ – Englands Singer/Songwriter-Ikone von Freiheit und Fantasy Tribut zollend gefühlvoll majestätisch heavy durch den Raum schwebt. „The Fear“, „Oceans of Slumber“ und „The Sun“ bilden starken Abschluß der Albumvorstellung von ''Dead World Legacy' (Albumrezi folgt innerhalb der nächsten Tage!). Eine hervorragend mitgehend jeden Song lautstark abfeiernd tobende Fankulisse macht diesen Abend für Kassels gestandene Teutonenstahl-Brigade zum Erlebnis. - Die Goldgrube Kassel bebt!

Mit „Horse Brigade“ vom 2014er 'An Atheist Monument'-Output und „10.000 Nightmares“ (original erschienen auf dem 2009er 'Gardens of Seth'-Album) greifen Reaper zwischendurch in die Raritätenkiste, zumindest der treue Fanblock feiert diese recht selten gebrachten, umso besser in den Set passenden Perlen kräftig ab, ehe der offizielle Set endet. Lautstarke Zugaberufe lassen keinen Zweifel was als nächstes kommt. Einige hätten sich „Fields of Joy“ als Zugabe gewünscht, was laut im Saal zu hörende Rufe signalisieren - verständlich ein wirklich feiner Song, doch es kommt... „The Raven“ - die Hymne darf wahrlich in keinem Set des Kasseler Metalurgesteins fehlen, genauso der folgende Speedhammer „Lucifer's Rising“ - einfach unverzichtbar! Dazu tobt der Fanpulk im Ambiente, lässt die Matte wirbelnd kreisen. Dann ist schon beinahe Schluß. Ohne nochmalige Steigerung verlassen REAPER keineswegs die Bühne! Die Band muss sich wegen einer anschließenden Party im Ambiente sputen, ihren Set vollständig durchzuspielen.

Daniel erkundigt sich vor dem Zugabeteil noch einmal bei Benny, der schaut auf die Uhr und bestätigt: „Wir haben noch gut Zeit ca. 30 Minuten“... das sollte reichen. Im Anschluß geht's nochmal extrem ab: „Dark Throne“ die Bandhymne der Norwegischen Black Metal-Institutution killt mit deutlich forciertem Bassanschlag von Mäffju, Jan's kraftvoll treibender Schlagzeugfrequenz, Benny's rumpelnder Rhythmus- und Daniels filigraner Lead-Gitarre, danach ist im Grunde genommen Schluß. Erneut hallen lautstark Zugaberufe der Fans durch's Ambiente, ok, ein „Kurzer“ geht noch. Passend wie die Faust auf's Auge kommt der Punkabriss: Fuck of and Die (!) erneut von der norwegischen Black Metal-Kultband DARK THRONE, die in ruppig schrammeliger stellenweise mörderischer Geschwindigkeit weggezockte Kollission ungeschnliffen räudiger MOTÖRHEAD (als das gefürchtete Warpigtrio zur legendären 'Golden Years'-Ära den Ruf der dreckigesten, härtesten und lautesten Hardrockband genießend alle Bühnen der Welt, unabhängig wo immer die standen, in Schutt und Asche legte!) - einschließlich stellenweise gar nicht allzu sehr weit vom Trio Infernale-Ära-Spirit der englischen Black Metal-Thrash-Schredder-Könige VENOM entfernt liegenden Rumpelfaktor und stets vorhandenem rotzigem Punk-Odeur lässt überhaupt nicht den geringsten Zweifel daran, wieviel Bock REAPER auf die Session hatten. - Wow!

Nachwort:
Zurück bleibt der Eindruck einer gelungenen Albumvorstellung vom Kasseler Heavy Metal Urgestein, deren Inhalt keinen der Anwesenden Besucher enttäuscht hat. Bis auf Daniel's neuerlich neben bekannt kehliger Freqenz schon mal in Richtung Klarton tendierendem Gesang hat sich im Grunde kaum etwas geändert. - Nope! Bei REAPER werden die Fans nie enttäuscht, weil das von der Band erwartete Level im Regelfall gebracht wird. - Mission erfolgreich!

Mit folgender Setlist präsentierten REAPER einen würdigen Set, der ihre Stellung als nordhessisches Heavy Metalurgestein fest untermauerte, ins Ambiente:

0 Intro (March of the AT-AT)
1. Eye In The Skye
2. From Giant's Shoulders
3. Garden Of Delights
4. Jerusalem
5. Horse Brigade
6. 10.000 Nightmares
7. The Gale
8. The Legacy
9. Wuthering Heights (Kate Bush-Cover)
10. The Fear
11. Oceans of Slumber
12. The Sun
Zugabe(n):
13. The Raven
14. Lucifer's Rising
15. Dark Throne
16. F.O.A.D. (Dark Throne Cover)

Fazit: REAPER haben sich (mit Ausnahme des teilweise erheblich klareren Gesangs) im Grunde kaum verändert. Fans wissen, was sie bei Kassels dienstältester Heavy Metal-Institution bekommen. Zu Buche steht ein gelungener Abend mit Vorstellung des 'Dead World Legacy'-Album in der Goldgrube Dank REAPER und einer guten Vorgruppe, die leider etwas unter dem Sound litt, weil der Gesang gegenüber den Gitarren unterging. Nichtsdestotrotz feierte Kassels Heavy Metal-Urgestein vor treuen Fans 42 Jahre mit einer fetten Albumpremiere!

Ein kräftiges Danke meinerseits an Dirk und Diana Schneider von 98Records/MastersofCassel für die Ausrichtung des gelungenen Abends in bewährtem Ambiente, das freundliche Thekenteam, zwei starke Bands, Inhaber Markus Maifeld und alle treuen Fans.

Fotos und Bericht: Michael Toscher

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