LANSDOWNE – Frankfurt/M.

Konzert vom 15.04.26
Support: JOE HERMES, PROSPECT HILL
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LANSDOWNE
JOE HERMES
PROSPECT HILL
Ihr kennt das: eigentlich willst du ja gar nicht zu diesem Konzert bzw. du bist in einer ganz anderen Funktion dort und BÄÄÄM – packt dich das Erlebte so sehr, dass du es einfach kommunizieren musst. So ist es mir beim Tourauftakt der aktuell überfliegenden US-Alternativ Rocker LANSDOWNE im Das Bett in Frankfurt/Main ergangen. Eigentlich war ich dort, um LANSDOWNE zu einer Konzertbericht - Station ID für meine Radiosendung „Echt jetzt?“ zu treffen. Da sich der Soundcheck über die eigentliche Einlasszeit jedoch um fast eine Stunde verschob, die vier Musiker sich extrem locker und auskunftsfreudig mir gegenüber zeigten, wurde aus ein paar Minuten eine ganze Stunde unvergessliches Backstage Musik-Bier-Gespräch, zu dem sich auch noch der überaus sympathische Joe Hermes gesellte, der an diesem denkwürdigen Abend ja auch noch auftrat.

PROSPECT HILL, ein Quintett aus Boston/ Massachusetts, also der Heimat von LANSDOWNE, begannen pünktlich um 20 Uhr. Wobei der Einlass gerade mal zehn Minuten vorher begonnen hatte. Ein mögliches Manko eines ersten Tourtages - es muss sich halt vieles zu den ersten Shows erst einspielen – hier war es der Soundcheck der Bands. Auch wenn man nach dem eigenen Check anfangs noch mit einem recht ausbaufähigen Sound zu kämpfen hatte, ließen sich die Jungs nicht durch die widrigen Umstände der zudem noch einströmenden Besucher irritieren. Sie brachten ihren US-Alternative Rock und Nu-Metal a la SEVENDUST und GODSMACK gekonnt an Mann bzw. die Frau, wobei letztere beim heutigen Konzert sehr zahlreich vertreten waren. Die 1998 gegründete und seit 2004 aktive Band wusste musikalisch gut zu unterhalten. Allen voran ihr, mit einer guten Stimme ausgestatteter Sänger Edgar Troncoso, nahm die sich ihm gebotene Steilvorlage der zur Bühne strömenden Fans auf und ging mit diesen ein ums andere Mal auf Tuchfühlung. Auch wenn ich persönlich mit dem Musikstil der Jungs nicht viel anfangen konnte, musste ich ihnen attestieren, dass sie ihr Handwerk verstanden und live keine Anfänger sind, was ihre 30-minütige Performance erkennen ließ.

Die zweite heutige Unbekannte im Billing war für mich JOE HERMES. Ein ehemaliger Defense Line Football Spieler und Blues & Country Rocker aus Nashville/Tennessee. Als musikalischer Nachweis standen die EP „Souls With Stones“ (2020), die CD „Rockin‘ A Country Town“ (2023), sowie eine Reihe von Singles ab 2024 zu Buche. Einen Sympathie-Bonus konnte sich der auskunftsfreudige, muskelbepackte Hüne ja bereits ergattern. So hatte er u.a. erzählt, dass das hier seine dritte Tour in Europa sei, wobei Deutschland heute Premiere hatte. Das Kraftei war mit einer angenehmen Reibeisenstimme ausgestattet. Die Song-Intros zu Beginn des ebenfalls 30-minütigen Sets mutierten allesamt zu einer Pleiten, Pech & Pannen Arie. Da passte der Song „Devils In The Details“ perfekt ins Bild. Joe selbst griff nach ein paar Liedern auch zur Gitarre und präsentierte seine kurzen, sofort auf den Punkt kommenden Stücke so nachhaltig, dass der spätere Gang zum Merchstand unausweichlich wurde. Und da ich von ihm ja auch wusste, dass seine Begleitband heute ihren ersten gemeinsamen Auftritt hatte, wurden die Pannen, zumindest für mich, zur absoluten Nebensache.

Die 2006 gegründete Alternative Metal-Band LANSDOWNE tourte jetzt zum vierten Mal durch Europa, wobei die aktuelle „Wish You Well-Tour“ zum gleichnamigen, gerade erschienenen Album, ihre erste Headliner Tour ist. Bestens und vor allem positiv hatten sie dabei das Aschaffenburger Colos-Saal, also mein „2. Wohnzimmer“, in Erinnerung behalten, wie sie in unserer Plauderrunde verrieten. Frankfurt hingegen war tatsächlich ihr erster Auftritt in der Rhein/Main-Metropole und der sollte auch nachhaltig in Erinnerung bleiben, denn nahezu jedes mögliche Ereignis wurde von einer der beiden, gefühlt ständig im Einsatz befindlichen Video-Kameras festgehalten.
Die 70-minütige, energiegeladene Show war von der ersten bis zur letzten Sekunde mit unterhaltsamem Stageacting und kurzen Ansagen von Sänger Jon Ricci geprägt. Hierbei schoss ein Handy-Videocall mit seiner Tochter, die einen Tag zuvor 13 Jahre jung wurde, den Vogel ab, denn er sang ihr zusammen mit dem Publikum ein Geburtstagsständchen.
Der hohe Mädels-Anteil im Club erklärte sich bei der Musik von LANSDOWNE fast schon alleine. Die eingängigen, durchweg Radio tauglichen Songs luden förmlich zum Tanzen, Lachen, Träumen oder einfach nur einen glücklichen Moment mit der Musik zu haben ein. Die gespielten Songs stammten vornehmlich alle vom neuen und dem letzten Album „Medicine“ (2023) und bei „Savage“ durfte sogar PROSPECT HILL Frontmann Edgar Troncoso mit agieren. Auch wenn die Jungs die Reise ohne ihren Bassisten antraten und gefühlt der eine oder andere Part vom Band als (Teil-)Playback kam, war diese erste Show der Tour definitiv Werbung in eigener Sache.
Ich bin gespannt wohin die Reise für LANSDOWNE gehen wird. Die aktuell gebuchten Clubgrößen haben sie bereits gesprengt, denn nicht nur die ersten Shows in Frankfurt/M., Köln und Hamburg meldeten noch vor Tourstart den SOLD OUT. Ich für meinen Teil werde die Einladung der Jungs für ein weiteres Treffen gerne annehmen und wer weiß, vielleicht hier sogar wieder davon berichten.
Setlist LANSDOWNE:
Rescue
Medicine
Burn Brighter
Conquer Tehm All
Feel You Coming
Make It A Lie
Safeword
Halo
Savage
Falling Down
Here To Stay
Used To Be
Burn It Down
Watch Me Burn
One Shot

