MONO INC. – Hanau

Konzert vom 22.08.26
Support: HELL BOULEVARD
Homepage:
MONO INC.
HELL BOULEVARD
“MONO INC. – die Giganten des Dark Rock erobern den Sommer 2026 mit spektakulären Open Air-Shows”, so die offizielle Ankündigung zum heutigen Konzert – ich aber hatte die Ankündigung für die „Symphonic“-Tour 2027 vor Augen und freute mich schon auf ein bestuhltes Orchester-Konzert im Hanauer Amphitheater. Erst kurz vorm heutigen Konzertabend realisierte ich meinen Irrtum und nahm es mit einem Schmunzeln hin, zumal mit HELL BOULEVARD eine Band im Vorprogramm angekündigt war, die mir auf meiner Konzertliste noch fehlte. Wie durch eine Fügung des Schicksals fischte ich am gleichen Tag die längst als Postverlust geglaubte aktuelle CD „Made In Hell“ der Schweizer Dark Rocker aus dem Briefkasten – ein Omen?

Satte 10 Songs, davon drei vom bereits erwähnten aktuellen Longplayer, hatten die vier Eidgenossen über ihr 45-minütiges Set am Start. Sänger Matteo vDiva Fabbiani, Dreh- und Angelpunkt der HELL BOULEVARD Show, wusste in allen Belangen zu Überzeugen. Agil in seiner Performance, kontaktfreudig zum Publikum und stimmlich breit aufgestellt, moderierte und sang er sich durch die Show. Diese stellte wiederum eine Art Best Of Zeitreise aus den bislang fünf veröffentlichten Alben der Schweizer dar. Musikalisch bewegte man sich auf den Pfaden früherer LORD OF THE LOST, hier und da auch mit einem Touch UNHEILIG garniert – nur eben deutlich rockiger. Das i-Tüpfelchen hierbei Frontmann Matteo, der mich ein ums andere Mal stimmlich auch an FALCO erinnerte („Btch Pls“), und nicht zu vergessen an seinen Sangeskollegen Ville Valo (ex-HIM; „Dead Valentine“). Bereits beim vierten Song “Zero Fucks Given” war das zahlreiche Publikum voll dabei, was Gitarrist Von Marengo veranlasste zu „Not Another Lovesong (Requiem)“ im Fotograben ebenfalls den Kontakt zum Publikum zu suchen. „Satan In Wonderland”, “Rebels” und “In Black We Trust”, inkl. Mitsingpart und Klamottenmotto des Abends, stellten abschließend die Showhighlights beim Publikum dar. Das hier in Hanau war für HELL BOULEVARD definitiv Werbung in eigener Sache und die Jungs spürten das auch, so wie ihre Verabschiedung zeigte.
Setlist Hell Boulevard:
Weirdos
She Just Wanna Dance
Pitch Black
Zero Fucks Given
Btch Pls
Dead Valentine
Not Another Lovesong (Requiem)
Satan in Wonderland
Rebels
In Black We Trust

Drei Alben in Folge auf #1 der Offiziellen Deutschen Charts, eine „Darkness“-Tour, die schon vor Tourstart fast überall ausverkauft war – und nun das nächste Kapitel: im Sommer 2026 entfesselten die Dark Rocker MONO INC. ihre ganze Energie bei einer großen Open Air-Tour durch neun Städte in Deutschland. Mit dabei zum ersten Mal auch Hanau mit seinem Amphitheater.
Wer MONO INC. kennt, weiß: hier geht es nicht nur um Konzerte – es geht um Erlebnisse, die unter die Haut gehen. Zu „Voices of Doom“ geht Frontmann Martin Engler auf die Behindertentribüne, um persönlich hier seine Fans zu begrüßen. Im 2-Song Akutisk-Part mit weißem Konzertflügel und zwei Cellos von „An klaren Tagen“ und „Dein Anker“ wischte sich Engler während der Ankündigung ergriffen die ein oder andere Träne aus den Augen und auch seine Stimme wurde immer kloßiger, bis sie ihm sogar kurzzeitig ganz versagte – pure Emotion eben.

Zu den vier Songs ihres Erfolgsalbums „Darkness“ packten die Hamburger noch zwei Solo-Parts (Drum und Bass), sowie ein 13-Song-„Best Of“-Programm aus über 20 Jahren Karriere obendrauf. Eine Setlist, die von Hymnen bis Gänsehautmomenten alles bereithielt und knapp zwei Stunden Spielzeit wie im Fluge vergehen ließ. Ihre „Raben“, wie sie die eigenen Fans liebevoll nennen, saugten das dargebotene Programm aus Pyros („Arabia“, „Welcome Th Hell“, „Drum Battle“, „Heartbeat of the Dead“), Konfetti und Luftschlangen („Children of the Dark“) und den Mitmach-Parts auf wie ein Schwamm das Wasser – geile Stimmung, muss man neidlos anerkennen.
Engler schien für die Show einen kompletten Kleiderschrank dabei gehabt zu haben. Spätestens nach jedem zweiten Song trug er ein anderes Oberteil – ob Shirt oder Jacke. Auch Gitarrist Carl Fornia tat ähnliches mit seinen Gitarren. Ich habe nicht mitgezählt wie viele Instrumente/Wechsel es waren, jedenfalls hatte sein Guitar Tech an diesem Abend ordentlich zu tun.
Fett auch die 3-stimmigen Chöre der Musiker oder Schlagzeugerin Katha Mia’s Gesangsparts zu vielen der dargebotenen Songs. Das hatte schon etwas Imposantes, genauso wie ihr durchsichtiges Drumset.
Und wenn deine Fans nach Showende über zwei Minuten den Refrain des letzten Stückes „Children of the Dark“ alleine weiter singen, dann hast du als Band offensichtlich alles richtig gemacht. Hanau scheint für seine Debütveranstaltung definitiv gerockt zu haben.
Setlist MONO INC.
Together Till the End
Funeral Song
Louder Than Hell
Lost in Pain
Arabia
Boatman
Still
Welcome to Hell
Ilja Solo
Abendrot
Get Some Sleep
Voices of Doom
An klaren Tagen
Dein Anker
Drum Battle
Heartbeat of the Dead
Zugabe:
In My Darkness
Lieb Mich
Children of the Dark
Fotos und Text Mike Langer

