HEADBANGERS OPEN AIR 2026

Festival vom 22. - 25.07.2026
mit VOIVOD, AGENT STEEL, ATLANTEAN KODEX,DEATH ANGEL, SARACÈN, PRAYING MANTIS, SORTILÈGE, TROOPS OF DOOM, AMBUSH, BULLET usw.
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HEADBANGERS OPEN AIR
Gegen nachmittag eintreffend, heißt es zeitig Unterkunft buchen, gar nicht so einfach mit größerer Zugverspätung... und im Anschluß ab, direkt zum Gelände. Das Headbangers Open Air lockte zum in Tegelhütters Garten,
und hier kommt der dreiteilige Festivalbericht
Teil I:
HOA-Donnerstag, 23.07.2026
BULLET
lassen gleich mal eine Ladung kraftvoller Hard Rocksongs im Stile von AC/DC meets ACCEPT mit leichtem Hauch KROKUS-Duft vom Stapel, bei denen das zahlreich versammelte Völkchen Faustreckend, Mähneschüttelnd in Bierseeliger Laune stimmgewaltig angefeuert von BULLET-Frontmann Hellhover unüberhörbar mitsingt. An diesem selbst ganze Stadien mit erstklassigem Hard Rock füllenden Schwedenfünfer führt kein Weg vorbei. 
BULLET sind immer eine Macht, wo immer sie hinkommen. Das gilt selbstverständlich auch für's H.O.A. „Band Your Head“ und „Bite The Bullet“ bilden den Abschluß eines hammergeilen Sets, der Hellhover und seine Truppe in Bestform zeigt. Der Auftritt hat mächtig Eindruck im Garten hinterlassen, vielleicht dürfen BULLET nächstes Mal headlinen?
(MT)
TROOPS OF DOOM
liefern einen bockstarkes Pure Fu..in' Old School Thrash-Brett, das ihre Fähigkeiten untermautert. In der Mitte bildet sich ein Cirle Pit, der sich zum kleinen Mosh-Pit wandelnd, nach Herzenslust austobt. Klingt der Name schon nach einer bekannten Brasilianischen Thrashcombo schält sich ein Soundgemisch bei der ebenfalls ursprünglich aus Brasilien kommenden Band zwischen CELTIC FROST, SEPULTURA und SODOM heraus. Letztere liegen fast auf der Hand, weil SODOM-Gitarrist Frank Blackfire bei TROOPS OF DOOM als Live-Musiker aktiv an der Stromgitarre mitwirkt. Das brasilianische Thrashfeuer kommt gut im Garten an, hat seine Fans und wird am Schluß mit respektvollem Applaus verabschiedet.
(MT)
DEATH ANGEL
setzen auf die vorherige Performance noch einen drauf, was gar nicht anders zu erwarten gewesen ist. Obwohl für eine Oldschool-Thrashband ziemlich modern abgemischt zelebrieren DEATH ANGEL ihren Oldschool Thrash mit jeglicher Hingabe, lassen Erinnerungen an die Vergangenheit hochkommen, wo ein junger Maniac gerade zur Act III-Phase mit der Band einstieg und sich die Vorgängeralben danach besorgte... Auch wenn der Hauptsonganteil auf dem 'The Evil Divide'- Release von liegt u. a. „Moth“, „Let The Pieces Fall“, „Lost“ „Cause For Alarm“, lassen alte Kracher wie , „Claws In The Deep“, „Evil Priest“ (vom 'The Ultra Violence'-Album), , „Cult of The Used“,... den Garten Kochen, ein zugehöriger Pit darf ebensowenig bei DEATH ANGEL fehlen, anders wäre es auch nicht denkbar. Immerhin wird von jede Bandphsebeleuchtenden Album etwas gebracht. 
Hinterher solltle sich sich keiner beschweren, es wäre nichts für ihn/sie dabei! DEATH ANGEL werden trotz moderner wirkendem Sound zurecht von großer Fankulisse abgefeiert, die technischen Fähigkeiten der Herren Osegueda, Cavestany & Co. Sprechen ebenso deutlich ihre Sprache, spätestens wenn's in verschachtelte Frickelorgien und technisch anspruchsvollere Rhythmustempowechsel übergeht. Weiße Flügel eines anwesenden Fans entlocken mir ein Schmunzeln, hätten die nicht passenderweise schwarz sein müssen – was allein der Bandname DEATH ANGEL suggeriert... „Seemingly Endless Time“, „Bored“ und „Thrown To The Wolfes“ sorgen für den starken Abgang einer mitreissenden Oldschool-Thrash Session, zwar in etwas modernerem Sound, genau so wie Thrashfans DEATH ANGEL kennen und mögen. Erwartungsgemäß das Highlight am thrashlastigen H.O.A.-Donnerstag!
Diese Setlist löste Bay Area Thrash-Metalmania im Garten aus:
1. The Moth
2. Father of Lies
3. Hatred United/United Hate
4. Let the Pieces Fall
5. Claws in So Deep
6. Evil Priest
7. Cult of the Used
8. The Dream Calls for Blood
9. Lost
10. Cause for Alarm
11. Seemingly Endless Time
12. Bored
13. Thrown To The Wolfes
Teil II:
HOA-Freitag, 24.07.2026
MORTAL STRIKE
Ausgestattet mit einem Brüllwürfel, dem es kein Problem bereitet auch mal lange heißere Shouts in vollem Volumen rauszulassen und einer heftig abgehenden Gitarrenfraktion geben MORTAL STRIKE mächtig auf die Glocke. Schon beim stark umgesetzten KREATOR-Coversong „Phobia“ kommt mächtig Stimmung auf, hier geht was! Schnell bildet suich ein kleiner direkt auf die Band eingeschworener Circle Pit, bei dem es Spaß macht, selbst als Rezischreiber mitzulaufen und fleißig Runden zu drehen. 
So herrlich das ganze sein mag... umso schneller ist der straighte Abriss vorbei. Kräftiger Applaus und Zugabeforderungen sind verdienterweise berechtigt. MORTAL STRIKE hätten gerne noch länger spielen können... - Geil! Genau der passende Auftakt, in den HEADBANGERS-Freitag reinzukommen. Damit bin ich wach. Anschließend mundet mein kalter Kirschsaft umso besser!
(MT)
EXISTANCE
legen ein furioses Trational Heavy/Speedbrett hin, dass sich gewaschen hat! Sänger/Frontmann Julian Izard wirft sich vermehrt in extreme Posen um sein filigranes Können an der Leadgitarre zu beweisen. Vorteil: EXISTANCE waren schon einmal auf dem HEADBANGERS OPEN AIR und sorgten für mächtig Staunen. Entsprechend motiviert entert der Franzosenvierer das Plateau. Die gesund ausbalancierte Mischung zwischen schweren, kraftvoll geschmetterten Midtempoheavyrocksongs und schnellen Powerspeedraketen findet dankbare Abnehmerschaft, je mehr Publikum sich zu früher Nachmittagszeit versammelnt. 
Die an den Tag gelegte Liebe für traditionellen Heavy Metal verbunden mit enormer Begeisterung der gesamten Band überträgt sich verstärkt auf's Publikum. Frontmann/Gitarrist gibt vermehrt Kostproben seiner Kunst als Leadgitarrist. EXISTANCE transportieren ihren Set inklusive lehrbuchreifem Posing von der Bühne direkt zu den Fans, ernten gewaltigen Applaus, bekommen am Ende noch Zugabeforderungen. Somit bleibt zu Attestieren – diese nur als Reserve ins Billing rutschend eingesprungene Band hat mittels durchweg energiegeladener Performance alles richtig gemacht auf ganzer Linie überzeugt, sich für Weiteres empfohlen. Der große Jubel für die sympathischen Franzosenkapelle hat gezeigt, Jungs, ihr seid herzlich willkommen, stets gern gesehener Gast auf dem H. O. A!
(MT)
MANOS
bieten das völlige Kontrastprogramm zu allen restlichen Acts. Derart abgedreht durchgeknallt schräge Kapellen gibt es wenige. MANOS haben ihren völlig eigenen Wiederkennungswert, bringen das Volk zum Toben. Kein Wunder dass schnell ein abgehender Moshpit sich bildet, was mitunter an der aufblasbaren Wurst liegt, die durch's Publikum gereicht wird. Allein die ranzige seit Anschaffung unzählige Male ihre Dienst tuende Gitarre von Mike „Andre“ Andreas wird solange genutzt bis sie irgendwann den Geist aufgibt. Das Bassgitarreninsrument von Eule (ebenso ein Hingucker) mit angebundenen Lampen, die zwischendurch abfallen –während es dem Roadie misslingt, den Lampenständer neu zu befestigen - kein Teil der Show, mit zugehöriger Handgestik - dann lass ich se halt weg) -Situationskomik pur noch dafür umso authentischer! Auch das Drumkid von Ratze scheint noch nie ausgewechselt, dafür scheppert's mit ordentlich Wiederhall. Verspieler sind erlaubt, umgekehrt wäre bei dem sympathisch schrullig derben Trio geradezu katastrophal.

Neben allerlei Blödelei, zahlreichen Anleihen an SOD, Thrash und Grindcore gibt es Zoten, Schoten, Anekdoten, wodurch sich der Auftritt des Ostdeutschen Trios recht unterhaltsam gestaltet. Das war ein Gig abgedreht schräger Art, wie nur MANOS es bringen. Abschluß einer heftig Staubwolken in Brande-Hörnerkirchen aufwirbelnden Performance einschließlich u. a. „Biene M.“ (mit auf die Bühne kommend im Chor mitsingenden Fans) und „Kranker Tannenbaum“. Trotz polarisierender Meinungen ziehen MANOS ihr Ding bis zum Schluß durch und haben danach einige Fans mehr. Ultra exzessiv durchgeknallt, irrwitzig, originell!
(MT)
SORTILÈGE
Nach dem komödiantischem Dilettantismus von MANOS liegt es an, SORTILÈGE mehr musikalische Kultur auf das Festivalgelände zu bringen. In der Tat haben die Franzosen einige hochwertige Hymnen im Gepäck. Das ‘Lames de Héros’’ Album wird fast komplett zum Besten gegeben. Sänger Christian Augustin ist gut bei Stimme und auch die Saitenfraktion ist
motiviert. Stücke wie „Messager“ und „Amazone“ werden trotz Sprachbarriere von der Meute gut angenommen. Bei der abschließenden Bandhymne brechen dann alle Dämme und es herrscht Headbang- und Faustreckalarm. - Souveräne Vorstellung!
(MH)
THRESHOLD
Progressive Metal auf dem Headbangers Open Air? Das dies sehr gut funktioniert, haben in der Vergangenheit breits FATES WARNING und HEIR APPARENT gezeigt. Und die Briten von THRESHOLD haben genug hymnische Refrains im Gepäck, um auch auf eingängige Songs stehende Leute zu überzeugen. Mit spielerischer Leichtigkeit und dabei präzise wie ein schweizer Uhrwerk spielen sie sich durch einen einstündigen Gig, bei dem die Zeit wie im Flug vergeht. Dabei agieren sie trotz technischer Präzession spielfreudig und wechseln gelegentlich die Positionen. 
Sänger Glynn Morgan, der 2017 zurückgekehrt ist, ist bestens bei Stimme und singt mit Leidenschaft. Es wird eine abwechslungsreiche Setlist mit einer Spannweite über mehrere Alben hinweg dargeboten – vom Opener „Slipstream“ über Hymnen wie „Mission Profile“ und „Oceanbound“, ruhigeren Perlen wie „Falling Away“ bis hinzu neueren Stücken wie „Small Dark Lines“. Ein toller, starker Auftritt, der leider zu schnell vorbei ist!
MH)
PRAYING MANTIS
Mit veränderter Setlist als bisher, da persönlich gewünscht, präsentieren sich PRAYING MANTIS. Doch zuvor bringt Frontmann John Cuijpers angesteckt vom MANOS-Virus beim Einsingen den Joke,„Biene Maja“ und diese Biene, die ich meine, die heißt Maja...“ zu intonieren, was für einige Lacher sorgt, bevor PRAYING MANTIS offiziell in ihren Set starten.Es wäre fatal, PRAYING MANTIS allein auf das kongenitale Debüt zu reduzieren, Klaro! Dafür haben die Briten zuviele Klassiker, die zumindest oft untergehen, was ihnen kaum gerecht wird, entfaltet das Material vom 1998 erschienenen Longplaywerk „Forever in Time“ entspannt chillig zugleich rockige Wirkung. „Children of The Universe“ sorgt für grandiosen Abschluß des unter geänderter Setlist dargebotenen Auftritts.

Immerhin gelang es der stets für starke Gigs bürgenden Gottesanbeterin das bisherige Stimmungslevel nicht zu übertreffen, doch zumindest sicher zu halten zurück bleibt die Erinnerung an einen Gig im Rahmen des Möglichen mit stark veränderter, teils gewagter Songauswahl, die auf dem Headbangers Open Air dennoch kräftigen Anklang bei den Fans der zeitlos britischen NWOBHM-Institution fanden. - Gut!
ATLANTEAN KODEX 
ATLANTEAN KODEX sind live immer wieder ein Erlebnis, egal wie oft ich sie schon gesehen habe. Das diesjährige Gastspiel auf dem HOA ist dabei keine Ausnahme. Zwar ist es schade, dass sich Bandleader Manuel Trummer von der Livefront zurückgezogen hat, aber Live-Gitarrist Markus Ullrich (SEPTAGON, THEM) weis ihn gut zu vertreten. Diesmal wird mit „He who Walkes behind the Years“ ein ungewohnter Opener präsentiert, der aber auch an dieser Stelle seine Wirkung gut entfaltet. Es folgt die Hymne „Lion of Chaldea“ und das neue Stück „The Pattern under the Plough“. Auch das gefühlvolle „The Innermost Light“ hat es nach längerer Zeit wieder in die Setlist geschafft. Bei den aus zahlreichen Kehlen mitgesungenen „SolInvictus“, „Heresiarch“ und „Twelve Stars and an Azure Gown“ brechen endgültig alle Dämme, ehe die Bandhymne “ The Atlantean Kodex“ einen mitreißenden, leider nur einstündigen Auftritt abschließt. Nicht nur für mich sind ATLANTEAN KODEX der wahre Freitags-Headliner!
MARK STORACE
Nach derart faszinierendem ATLANTEAN KODEX-Gastspiel auf dem H.O.A. Bleibt es dem Headliner überlassen, den Platz nocheinmal mächtig mit Leuten zu füllen. Ex-Krokus-Sänger MARK STORACE & Crew servieren zum Schlußakkord am HOA-Freitag satten Hard Rock zwischen AC/DC, KROKUS und (frühen SAXON) als die Geburtsstunde sahniger BikerRockhymnen schlug. Spätestens jetzt macht die Motorradfahrende Biker-Fraktion zusammen mit trinkfreudig feiernder Metallerschaft ein Fass auf. Soviele Biker und -rinnen wie bei dieser Band waren den ganzen Tag über nicht auf dem Platz. 
Kein Wunder, dass bei derartig fettem Party-Feeling viel Hochprozentiges und Bier über den Tresen wandert, das fleißige Thekenteam hat mächtig zu tun! Hauptfokus im Set liegt was vielleicht nicht wenige zum Staunen bringt, auf Eigenkompositionen, KROKUS-Klassiker sind mehr Ausnahme denn Regel. In feuchtfröhlicher Stimmung feiert der Platz dennoch die aus eigener Hand stammende Gassenhauer von MARC STORACE so z. B. „Carry The Burden oder „High On Love“. Wenn sie derart knackfett von bärenstark aufspielender Kapelle inklusive Posen serviert werden, ist das aller Ehren wert.

Verwunderlich nur, das Standards wie „Bedside Radio“ sowie der ultimative KROKUS-Speed n' Rollhammer „Headhunter“ komplett außen vor bleiben, der kultige Stadionfetzer „Long Stick goes Boom“, wird ebenso schmerzlich vermisst. Einmal abgesehen davon kommt das Material bestens an es wird kräftig abgefeiert. „Mit derart viel Stadion Hard Rock-Entertainment einschließlich Gitarrenposen kann im Prinzip nicht allzu viel verkehrt laufen und somit bekommt auch der H.O.A.-Freitag denkwürdigen Abschluß verpasst, zumal „Midnight Maniac“ und am Ende noch das THE GUESS WHO-Cover „American Woman“ wie der Allerwerteste auf den Deckel zur Grandiosen Stimmung beim Set passen. - Fett!
(MT)
Teil III:
HOA-Samstag, 25.07.2026
FATAL EMBRACE
Bei den Bundeshauptstädtern geht es knallhart zur Sache. ¾ Combat-Hosen fallen da mal richtig aus dem Rahmen. Die Stimmbänder von Dirk „Heiland“ Heiländer sind bestens geölt, die Gitarrenfraktion gibt amtlich Vollgas, der brettharte im Stil von Genrewegbereitern wie SEPULTURA/SLAYER./SODOM/DESTRUCTION angehauchte Thrash des Berliner Abrisskommandos knallt amtlich auf die Zwölf! Zur Stimmungsauflockerung wird noch der AC/DC-Klassiker „Whole Lotta Rosie“ in gecovert und natürlich wie es sich gehört in deftiger Thrash-Version verbraten. Gelungener Auftritt!
(MT)
SLANDER
Als SLANDER zu Beginn der 90er in der Nähe von Blackpool / Großbritannien gegründet wurden, war die NWOBHM-Bewegung schon lange vorbei. Vom Orginal-Line-Up sind noch die beiden Gitarristen Andy Saxon-Lamb und Andy Gregson vorhanden. Die zwischenzeitlich aufgelösten Briten haben mit Steve Whittington einen sehr guten Frontmann, der quirlig wie ein Flummiball über die Bühne fegt. Immer wieder sucht er den Kontakt zur Headbanger-Meute und lässt sich sogar von zwei Kuttenträgern auf deren Schultern setzen, ein weiterer Kuttenträger packt ihn unterhalb an den Beinen. Auch die Saitenfraktion ist sehr bewegungsfreudig, posiert vergnügt.
Der an CAULDRON erinnernde melancholische Touch, den SLANDER auf den Alben, - besonders auf ‘Careless Talk Costs Lives’- inne haben, kommt live nicht zur Wirkung. Live wirken sie eher wie eine energisch drauflos rockende NWOBHM Band. Überraschenderweise werden viele neue Songs vom letztem Album ‘Take it to the Grave’ gespielt, dies tut der Stimmung jedoch keinen Abbruch. Vom 90er Kultalbum ‘Careless Talk Costs Lives’ kommen „On the Run“, „Lonely Nights“ und das abschließende „Fighting Talk“ zum Zuge. SLANDER ernten zurecht großen Applaus und dürften einige neue Fans dazugewonnen haben.
(MH)
BENGAL TIGERS (Melissa)
BENGAL TIGERS hatten die weiteste Anreise aller diesjährigen HOA-Bands. Streiften die australischen Tiger zu Beginn im Grenzgehege von klassischem Heavy Metal und Hard Rock umher, so nähern sie sich im Laufe des Gigs immer mehr dem groovigem Hard Rock an. Dabei strahlt die Musik der Australier live durchaus bissigen Charme aus und weis mitzureissen. Frontmann Gordon Heald kommt im stilvollem Gladiatorenkostüm auf die Bühne und weis, wie man die Meute vor der Bühne anstachelt. 
Stimmlich erinnert er an Bobby Franklin von Medieval Steel. Gespielt wird eine Mischung von Stücken der beiden Alben ‘Cry Havoc’ und ‘In the Blood’. Auch die Joan Baez Coverversion fügt sich gut in den Auftritt ein. Die Tiger wissen sich mit coolen Posen in Szene zu setzen. Gegen Ende setzt sich Basser Rob Bodger den als Bühnendeko auf einem Gitarrenamp liegenden Tigerkopf über. Während des Gigs werfen die trotz aller Attitüde sympathisch rüberkommenden Australier immer wieder Schlüsselanhänger mit Tigerköpfen und Koalas ins Publikum.
(MH)
SARACEN
legen einen Hammergig auf's Parkett. Frontsänger Steve Bettney immer noch fit wie einTurnschuh, zelebriert jede noch so kleinste Note mit inbrünstiger Leidenschaft, dasses die zahlreich erschienene auf diese NWOBHM-Riege schwörende Fangemeindevom Start weg direkt in den Bann zieht. Was bei anderen Bands fatal wäre, wirkt bei SARACEN umso besser: Das Keyboard als teamfähiges Effektgerät eingesetzt gehört ebenso dazu, wie Gitarre, Bass und Schlagzeug.
Mit ihrem Klassikerset des unerreichten Erstlings 'Heroes, Saints and Fools'' gehören SARACEN überall dort, wo sie hinkommen, zu den Garanten einer spannenden Vorstellung mit Charisma, Pfeffer, Charme und Unterhaltungswert, soviel ist bei SARACEN garantiert! Da fügen sich auch "We have arrived" vom Zweitling 'Change of Heart' und "Swords of Damascus" zu finden auf dem 'Redemption'-Album harmonisch in den Gesamtset ein. Der bis dato beste Festivalauftritt des Tages geht auf das Konto der NWOBHM-Heroen SARACEN. Schwerpunkt bilden sieben Heroische Classic Hard Rock Stücke des unerreichten Bandklassikers 'Heroes, Saints and Fools' plus zwei weitere (ergibt insgesamtneun!) vor mächtig abfeiernder Fankulisse reichen, um den Garten in einenHexenkessel zu verwandeln – SARACEN wurden allen Erwartungen gerecht. Beeindruckend, Bewegend, Berauschend, Bärenstark!
(MT)
AMBUSH
gehen als die Abräumer auf's Feld und von der Bühne. Das macht allein der gewaltige mitunter beste Publikumsschnitt für Vasalands kultigem 80er Stahl huldigenden Heroen auf dem Platz noch vor dem Headliner deutlich, woran der hohe Status der sich durch harte Arbeit sprich fleißiges Touren eine riesige Fangemeinde erspielenden Schweden erkennbar wird. Wer dazu noch über Hymnen wie „Desecrator“, „Possessed By Evel“ oder „Master of The Sea“ aus dem Ärmel schüttelt kann im Grunde nichts verkehrt machen! 
Bei solchen Edelperlen kocht ausnahmslos die Stimmung, AMBUSH haben ihr Publikum im Griff, die Energie der Band überträgt sich komplett auf's Publikum! Ein bestens motivierter Frontmann Oskar Karlsson, sowie die alles wegposende Gitarrenfatkion und das ballernde Schlagzeugspiel von Drummer sind Garanten für Stimmungsvolle Metalabfahrten die ähnlich wie bei RAM keinen Traditionsmrtallrt - (allem voran Kutte tragendes Volk!) Kalt lassen, einschließlich mächtigabgehender Fancrowd. „Natural Born... Killers!“ bildet gewohnten Abschluß einer schweißtreibenden Vorstellung des top aufgelegten Vasalandfünfers. Natürlich gehört auch der JUDAS PRIEST-Evergreen „Metal Gods“ („ here comes some Old Shit...“) in den Set, als Zugabe wird noch die Speedrakete „Don't Shoot, let em Burn!“ abgeschossen, womit ein Heer bestehend aus faustreckenden Körpern, zahlreichen Mähnen im Geschwindigkeitsrausch kreisend über den Platz wirbelnd rotiert! So muss das und wer wenn nicht AMBUSH (außer den gestandenen üblich verdächtigen ganz großen Genre-Top-Act-Dinos (IRON MAIDEN, SAXON, ACCEPT, JUDAS PRIEST etc., könnte das auf dem Traditions Heavy Metal-Sektor derzeit besser? Tageshighlight!
(MT)
AGENT STEEL
Nach der bizzarren Verspätung auf dem KIT 2019 bin ich gespannt, ob John Cyris’ Raumschiff diesmal pünktlich zum Auftritt landet. Die Verschiebung derAutogrammstunde auf 22:00 lässt auf Stau in der Milchstraße schließen. Dennoch schaffen es Cyris und seine angeheuerte Crew im Gegensatz zum KIT diesmal pünktlich auf die Bühne. Leider lässt die Gesangsleistung des Alien- Propheten zu wünschen übrig, er klingt inzwischen mehr nach Seehund, als nach gutem Powerspeed-Frontmann. Obendrein gibt es nach jedem der gespielen Stücke eine längere Pause wegen technischer Probleme - offenbar mit dem Mikrophon des Propheten - was der Stimmung natürlich nicht gerade
behilflich ist. Vielleicht waren dabei ja außerirdische Kräfte am Werk, es lässt sich nicht ganz ausschließen. Die Backingband um Gitarrist Nikolay Atanasov (REZET) hingegen ist hoch motiviert und gut eingespielt, kann den Gig aber auch nicht mehr in den grünen Bereich ziehen.
VOIVOD
Erneut außerirdischen von Alien-Thematiken geprägten Thrash-Alarm, diesmal allerdings kompakter, dazu noch progressive und in einer ganz anderen Liga. VOIVOD geben sich die Ehre... und spielen auf proppevoll gefülltem Platz auf nicht mehr zuübertreffendem Top-Level progressiven Sci-Fi-Thrash. Die Herren Chewy, Rocky und Away kennen ihr Metier ziemlich genau, komplett aus dem FF, da stimmt auch die Dosierung in derSetlist. Gleiches gilt für 'Snake'-Ersatzsänger weil dessen Vorgänger Eric Forrest für den aus familiärem Anlass fehlend etatmässigen Frontmann 'Snake' in die Bresche springt, was eine eine anders geartete Setlist zur Folge hat. Fast alle Studioalben bis auf zwei (immerhin zehn von zwölf - wahrlich ein umfangreich vielseitiger Quotenschnitt!) finden Einklang in die Setlist. 
Erneut geht es thematisch in die unergründlichen Tiefen des außeriridischen Raums – wo Zeit, Dimensionen und Kosmos das begrenzt menschliche Fassungsvermögen bei Weitem übersteigen. Knallharte Prog-Thrash-Abfahrten bei voluminösem Soundvolumen Marke „Obsolete Beings“,„Ravenous Medicine“, „The Unknown Knows“, „The Prow“, „Nuclear War“,sorgen für viel Andrang auf dem Platz. Dazu gehört auch kurz vor Schluß kommende PINK FLOYD-Cover „Astronomy Domine“, - überall unverzichtbarer Standard im VOIVOD-Set, zumal trotz aller Thrashlastigkeit ein starker Hauch vom Original haften bleibt sowie das flotte Band-Signaturhymnengeschoss „Voivod“ zum Abschluß vor erneut heftig abgehendemMosh-Pit sowie das komplett durchdrehenden Publikum sprechen Bände! So wirdamtlich der Garten zum Brennen gebracht! Schade, dass der Auftritt ca. 30 Min. früher zu Ende ist. Das hinterlässt bei allem Status den VOIVOD genießen recht bitteren Beigeschmack. VOIVOD servierten folgende Setlist:
1. Rise
2. Obsolete Beings
3. Ravenous Medicine
4. The Unknown Knows
5. Tribal Convictions
6. The Prow
7. Ripping Headaches
8. Nanoman
9. Nuclear War
10. Fix My Heart
11. Astronomy Domine
12. Voivod
Schlussresummeè:
Die besten Gigs auf dem HEADBANGERS OPEN AIR 2026 legten (schon am Donnerstag) DEATH ANGEL, an den zwei Haupt HOA-Festivaltagen AMBUSH, SORTILÈGE, ATLANTEAN KODEX, SARACÈN und VOIVOD auf die Bretter,da brannte der Garten, weitere sehenswerte Gigs brachten MARK STORACE,BULLET, BENGAL TYGERS, auch PRAYING MANTIS oder die Thrashkapellen MORTAL STRIKE, TROOPS OF DOOM und FATAL EMBRACE waren keineswegs schlecht, Gelungene Überraschungen auf dem H.O.A.: EXISTANCE und MORTAL STRIKE. Einziger Wermutstropfen, leider entging uns knapp mehr als die Hälfte vom Donnerstag u. a. BRONZE hätten wir gerne mitgenommen... Wir (Melissa und Michael) sagen wieder dem gesamten HOA-Team von Thomas Tegelhütter und Jürgen Hegewald von Hern kommendes D a n k e für ein rundherum gelungenes Festival, das Headbangers Open Air bleibt unangefochten die beste Heavy Metal-Gartenparty, das haben sowohl Auftritte, Fans, das Angebot der Marktstände sowie sämtliches Drumherum gezeigt.
Fotos und Bericht: Michael Toscher (MT) und Melissa Hart (MH)

