FER DE LANCE - Kassel


Konzert vom 04.09.2026
FER DE LANCE
Support: MIDNIGHT FORCE

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FER DE LANCE 
MIDNIGHT FORCE

Eigentlich hätte das Billing mehr Fans verdient mindestens Doppelt soviele - Freitagabend haben sich nur gefühlt 80 nach Kassel verirrt, um der Goldgrube Aufwartung zu machen.

Von MIDNIGHT FORCE aus der Schottischen Hauptstadt Glasgow bekomme ich leider nicht allzu viel mit, da beruflich bedingt nur spätere Anreise möglich ist. Nach dem erst zwei Jahre zurückliegenden starken dritten Studiooutput 'Severan' war es fast überfällig, das die Schottische Fantasy/History-Combo nach Kassel kommt. Klassischer Heavy Metal/NWOBHM/US Metal-Wurzeln mit Historisch-Mythologischem Hintergrund steht im Fokus dieser speziellen Mischung. Optischer Anziehungspunkt ist Frontmann JC Gunn, der im für epischen Metal recht schräg wirkend untyptischen Glam Rock-Outfit inklusive GUN'S N' ROSES-Muskelshirt auftretetend am Ende gar Demonstrativ zwecks optischer Untermalung beim letzten Song „Warlord“ ein Schwert zieht. Fetter Applaus seitens der Anwesenden und Zugaberufe signalisieren, - MIDNIGHT FORCE haben vieles richtig gemacht!

Der als nächtes kommende Hauptact wirbelnde schon viel Feuer im schwermetal-Undergrund auf, gehört zu den besten Newcomern auf dem Epic Sektor und sorgte bereits mittels 'Colossus' EP, Longplaydebüt 'The Hyperborean' sowie dem starken Zweitling 'Fire from the Mountainside' für mächtig Wirbel im Underground. Bei VISIGOTH und SAHNHEDRIN noch Support, heute gastieren FER DE LANCE als Hauptact, obgleich nur im Dreier, lässt sie die Band ihren auftritt in Kassel nicht entgehen. Anhängerschaft von CIRITH UNGOL, MANILLA ROAD, SORCERER und VISOGOTH dürfte fasziniert von dieser mit Dark Fantasy Heavy-Doom Anstrich um sich werfenden Epic Metal-Combo sein. - Vorhang auf, Bühne frei!

FER DE LANCE
zeigen anschließend, gegen 21:15 Uhr, wie selbst im reduzierten Trio lupenreiner Epic Metal zelebriert wird, bei dem es alle Fans der sphärischen Metalbeschallung in Entzücken versetzt. Die Gründe dafür, weshalb statt ursprünglich fünf, aktuell neuerdings nur noch drei auf der Bühne stehen, sind unklar. Fakt ist, dass Sänger/Gitarrist MP Papai es schafft, konzentriert für zwei zu spielen, Drummer Scud sich öfter mittels gelungener Singalongs dabei noch kraftvoll rhythmisch trommelnd ins Geschehen einbringt, an mancher Stelle selbst den Hauptgesang übernimmt sowie darüber hinaus mächtigen Punch entwickelt. Bassist Rüsty reisst gerne mal den Viersaiter hoch, oder hält den Fans seinen Tieftöner mitten in die Fanreihen, posiert im Zusammen spiel mit Sänger/Gitarrist MP Papai, beide stehen öfter mal nebeneinander oder sich gegenüber sich packend an ihren Instrumenten duellierend.

Soviel gefühlte Spielfreude überträgt sich effektiv auf Stimmung plus Fangemeinde. Klirrende Gitarrenriffvibrationen, Scheppernde Drums, kauziger Gesang erzeugen uriges Feeling– FER DE LANCE bringen ungeschliffen kauzverquerten Underground-Epic Metal in die Goldgrube. Das US-Epic Metal Trio entfacht mächtig Dampf. Heroische Pathoswellen aufgelockert durch einprägsame Singalongs oder Aufforderungen für „Hey, Hey, Hey“ Sprechchöre und rhythmisches Händeklatschen sind Garant für immens Gänsehaut erzeugendes Pathosflair bei gepflegter Faustreckästhetik im Ambiente.

Demonstratives Basshochreißen, fesselnde Leadsoli, kraftvolles Drumming und Szenewirksames Posing - Kein aalglatter Sound, nichts gekünsteltes, stattdessen garstig roh von Passion mit Hingabe geprägt. Rüsty, MP und Scud bilden ein effektiv harmonierendes Dreierteam. Das Fanklientel in der Goldgrube reckt fleißig Fäuste zu Nummern wie dem von fesselndem Intro eingeläuteten „City in the Sea“, „Colossus“, „The Mariner“ „Ad Bestias“, „Sirens“, „Ravens“, Triumph & Tragedy“. Zwei Gelungene das Fanvolk am Schluß richtig exzessiv zum Toben bringende Cover von BLACK SABBATH („Heaven and Hell“) sowie SAVATAGE „Hall of The Mountain King“ sorgen für starken Abschluß einer Vorstellung, deren Inhalt zeigte: FER DE LANCE funktionieren selbst zu dritt besser als erwartet!

Nachträglich noch einige Notizen:
Am Ende nach den Auftritten sind Fotos mit beiden sympathischen Bands möglich. Tonträger, Buttons, Patches, Shirts und vieles mehr finden ihre neue Abnehmerschaft, selbiges gilt auch für den Stand von MIDNIGHT FORCE. Die Band kommt noch vor Verlassen der Location auf unser Grüppchen zu daraus entsteht ein Gruppenfoto mit mehr als einem halben Dutzend Leutchens und saftiger Zitronenscheibe... - zwischen den Beissern. Etwa gegen 23:30 mit Wohlgefühl den Heimweg antretend, bleiben angenehme Erinnerungen an einen schönen Abend zurück.   

Ein dickes Danke an Dirk und Diana Schneider von MASTERS OF CASSEL/98 RECORDS für ein prickelndes Live-Konzrt mit großem Kino vor kleiner Publikumskulisse in bewährter Location. 

Fotos und Bericht: Michael Toscher

 

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